Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Ukraine, nochmal Asow, Klopapier, Julian Assange, NATO, Energie, Trockenheit, Kurdistan und Japan

| 37 Kommentare

Viele Einwürfe zur Ukraine, Gedanken zu Russland, Abstieg des Westens, Beitritt zur NATO, Julian Assange,Klopapier, Wassermangel, Sham Jaff zu Türkei vs. Kurdistan, Preise und ein CO2-Rekord.

Mit einem Limerick von Jens Ohrenblicker, einem Faktencheck von Nándor Hulverscheidt und dem legendären Börsenticker.

Wichtig: Der Poet erklärt, wie ein Limerick funktioniert

Links und Hintergründe

Shaghai-Lockdown

Belarus

Asow

Russland:

Selensky-Interview
https://www.derstandard.at/story/2000135083127/wolodymyr-selenskyj-russen-muessen-gestehen-dass-sie-getoetet-haben

Ukraine Support Tracker

Eine kurze Geschichte der Ukraine

Abstieg des Westens:

Schwesig:

NATO:

Decoupling

Gasembargo

Assange:

Asylzentren für Dänemark

Klopapier

Grundwasser

Temperaturen

Sham Jaff zum Angriff auf Kurdistan

Mehrwertsteuer

Gute Nachricht:

Seibt-Essay

Der Faktencheck von Nándor Hulverscheidt:

37 thoughts on “Ukraine, nochmal Asow, Klopapier, Julian Assange, NATO, Energie, Trockenheit, Kurdistan und Japan

  1. Herbert sagt:

    Zum Thema Wasser:
    Für Bayern z.B. gibts die Grundwasserstände da:
    https://www.gkd.bayern.de/de/grundwasser/oberesstockwerk
    Man kann an den Aufzeichnungen einen Trend nach unten erkennen.
    Vielleicht kennt jemand auch die Links für die anderen Bundesländer.

  2. Marc sagt:

    Wikileaks hat keine Klarnamen veröffentlicht, vor Veröffentlichung wurden diese geschwärzt. Aufgrund der Verfolgung von Wikileaks und Julian Assange wurden die Rohdatensätze auf verschiedene Server gespiegelt. Diese Rohdatensätze waren verschlüsselt. Die Klarnamen kamen dann deshalb in die Welt, weil David Leigh vom Guardian in seinem Buch die brilliante Idee hatte, das Passwort abzudrucken.

    Und ein technisches Detail in diesem Zusammenhang, Chelsea Manning wurde nicht begnadigt, ihre wurde „lediglich“ die Reststrafe erlassen und konnte das Gefängnis verlassen.

    1. Max sagt:

      Ich finde das Verantwortungsargument, auch wenn ich es auch teile in der Praxis ziemlich schwierig. Man müsste es letztlich strukturell nachweisen bspw. Bildzeitung sonst wäre ja witzigerweise gerade David Leigh vom Guardian in diesem Fall kein Journalist. Insbesondere müsste dann auch Intension nachgewiesen werden, um es von schlechter Arbeit zu unterscheiden. Bei großen Zeitungen gibts regelmäßig fuck ups und ebenfalls strukturelle Probleme, man denke an die Berichterstattung im Vorfeld des Irakkrieges etc. wo sich auch die Frage der Verantwortung stellt.

      Hinzu kommt, dass dieses Gatekeeping des Journalismusbegriffes über sehr vage Kategorien, wenn auch normativ wünschenswert rechtlich sehr reale und harte Konsequenzen hat, was man auch im Fall von Assange sehen konnte. Es gibt einen guten Grund das mal abgesehen von der Akkreditierung Journalismus keine geschütze Kategorie ist.

      Auch institutionelle Aspekte verzerren hier die Wahrnehmung. Bei Leuten großer Leitmedien die einfach Mist bauen würde man wohl tendenziell auch über Verantwortung reden, sie allerdings nicht aus der Kreis der Journalisten raushauen bzw. zumindest wäre die Hürde hier größer als bei neueren Medienformen. Insbesondere, wenn dann die Person auch noch so ambivalent ist wie Assange.

      Man muss aufpassen, das Journalismus nicht zu einem leeren Signifikanten wird.

    2. Paul sagt:

      Ich fand den Teil über Assange ehrlich gesagt beschämend schlecht recherchiert.

      1. Zu den von Dir angesprochenen angeblichen Klarnamen sollte man noch ergänzen dass „Der Freitag“ hier auch nicht vergessen werden sollte [1] und dass das Justice Department selber damals zugegeben hat dass eine Verfolgung dafür auch bedeuten würde dass wie Washington Post und New York Times mit angeklagt werden müssten [2]. Scheinbar arbeiten da auch keine Journalist_innen…

      2. Zu der Frage warum man Assange nicht ausliefern sollte hätte man wenigstens mal die von seiner Verteidigung angeführte hohe Suizidwahrscheinlichkeit anmerken kónnen. Die Tatsache dass seine aktuelle Behandlung nicht nur vom Sonderberichterstatter der UN als Folter bezeichnet wird [3] und die ihm drohende Jahre-andauernde Praxis des solitary confinements (wegen drohendem Geheimnisverrats [4]) ebenfalls international zunehmend als Folter angesehen wird [5] gar nicht zu erwähnen finde ich schon sehr irritierend.

      Ich weiß, gerade long covid macht es gerade nicht leicht so ein zähes und komplexes Thema ausführlich zu beleuchten, aber dann würde ich doch vielleicht statt talking points der US Regierung zu reproduzieren ohne wenigstens mal den Wikipedia Artikel zu ihm zu lesen eher vorschlagen es einfach gar nicht zu behandeln.

      Ich mochte den Typen selber noch nie und spätestens seit seiner Anbandelung mit den orange-farbenen Schauspielerpräsident hab ich auch den letzten Respekt vor ihm verloren, aber hier geht es nicht um Assange sondern um Rechtsstaatlichkeit und das Bewahren der letzten Reste zivilisatorischer Fortschritte und das geht einfach nicht so knapp.

      So, zu Ende gerantet – das letzte mal hatte ich wegen der Aussage es gäbe keinen Genozid an den Uiguren rumgemotzt und frag mich ob ich nicht auch mal nen netten Kommentar wie geil Ihr doch seid da lassen sollte 🙂

      [1] https://www.computerweekly.com/news/252489382/WikiLeaks-published-unredacted-cables-after-password-was-disclosed-in-book

      [2] https://www.washingtonpost.com/world/national-security/julian-assange-unlikely-to-face-us-charges-over-publishing-classified-documents/2013/11/25/dd27decc-55f1-11e3-8304-caf30787c0a9_story.html

      [3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7316471/

      [4] https://www.computerweekly.com/news/252489748/Julian-Assange-would-be-held-in-solitary-confinement-in-US-jail

      [5] https://en.wikipedia.org/wiki/Solitary_confinement#Torture

      1. Katrin sagt:

        alles gut, wir brauchen und schätzen unsere Klugscheißer doch!
        Ich bin btw. nicht dafür, Assange auszuliefern und habe dies auch nicht argumentiert.
        LG

    3. Daniel sagt:

      Ich danke für deinen Kommentar!
      Ein kompakte Chronik der Causa kann man auch hier nachlesen:
      https://www.sueddeutsche.de/politik/julian-assange-wikileaks-justiz-chronologie-1.4406213

  3. jan sagt:

    Ich habe auch noch einen Lesetipp:
    Das Buch „Die monetäre Maschine“ vom Geldsoziologen Aahron Sahr.
    Dieses Buch korrigiert fatale Missverständnisse über Geld und Geldschöpfung, Schulden, Inflation und Steuern und erklärt anschaulich, wie Geld und Wohlstand entkoppelt wurden – und was man dagegen tun kann. Das Buch immunisiert gegen gängige neoliberale Finanzmythen und ist gut leserlich und verständlich.

    lg 🙂

    jan

    1. Katrin sagt:

      Oh, wenn du Aahron Sahr magst, solltest du die nächste Folge des APuZ-Podcasts hören! (kommt Mittwoch)

      1. jan sagt:

        Super, danke für den Tipp ! Robert Habeck hat ja vor einiger Zeit lustigerweise den Merz in einer Talkshow komplett demontiert. Habecks Argumente waren 1:1 das, was Heiner Flassbeck
        seit Jahrzehnten von sich gibt. Sahr und Höfgen sind ein guter einstieg, wenn man sich für heterodoxe Erklärmodelle der Ökonomie interessiert.

        Ich wünsche dir und Holger einen schönen erholsamen Urlaub

        lG

        Jan

  4. hilti sagt:

    Es gibt ja auch Berichte, dass Wikileaks Leaks aus Russland nicht veröffentlicht hat. Sehr sehr schade wie das Projekt an die Wand gefahren wurde. 🙁

  5. Nico sagt:

    Bezueglich Snowden: da war die maschinelle UEberzetzung die ihr vorgelesen habt besonders schlecht. Er schrieb „…, because I called it wrong.“, also, „…, weil ich die Lage falsch vorrausgesagt habe.“

    Ich finde es legitim und verstaendlich, dass er zu einem Thema zu dem er keine besonderen Einsichten/Kenntnisse hat mal nichts schreibt, insbesondere waehrend er in Russland ist. Das einzige was passieren wuerde ist, dass er sich auf einer oder beiden Seiten sehr unbeleibt macht, Erlenntnisgewinn waere nicht zu erwarten.

    cheers, Nico

      1. Katrin sagt:

        danke. ich sehe es auf jeden Fall genauso, dass das, was ihm bei der Auslieferung droht, keinesfalls meinem Empfinden für das große Wort Gerechtigkeit entspricht, das sagte ich ja auch.
        Mir ging es nur um die Schwierigkeit zu sagen, was er ist, was sein Job war. Lese mir dazu gern die Texte in der Republik durch. danke dafür

  6. till sagt:

    Ich glaube das die Russen nicht die Täter, sondern die Opfer sind.
    Man versucht alle ihre Verbindungen zum Westen zu brechen um einen Überwachungsstaat nach chinesischen Vorbild aufbauen zu können. Und so für immer einen Systemwechsel verhindern zu können. (Beisspiel: Maidan oder die Wahlproteste in Weißrussland 2020)
    Den Versuch gab es schon und ist auf Grund starker Ablehnung abgebrochen worden.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Social_Credit_System#Russia

    Für mich ist das die einzig wirkliche schlüssige Erklärung zu dem was passiert.

    Alle anderen Erklärungen funktionieren nur mit einem verrückt geworden, selbstzerstörerischen Putin.

    Putin begibt sich zwar in wirtschaftliche Abhängigkeit zu China, bekommt dafür aber absolute innere Sicherheit und ist bis an sein Lebensende sicher.

    1. Olek sagt:

      Die These würde ich mit Peter Zeihans Ansichten zur russischen Kriegsmotivation abgleichen. Gibt es in kurz bei YouTube.
      Den Peter finde ich zwar gewöhnungsbedürftig, aber er wendet Ockhams Prinzip imho in dieser Sache recht geschickt an.

    2. Marc sagt:

      „Alle anderen Erklärungen funktionieren nur mit einem verrückt geworden, selbstzerstörerischen Putin.“

      Und wieso macht das die anderen Erklärungen unschlüssig? Ich finde das viel einsichtiger, als irgendein großer Plan … der die Entscheidung für den Überfall auch nicht „rationaler“ macht.

  7. Stefan sagt:

    Zur Mehrwertsteuer:
    Die Mehrwertsteuer hat ein paar ganz gute Argumente:
    1. sie ist seht fair, da derjenige der mehr konsumiert auch proportional mehr bezahlt, z.b der Porsche für netto 100.000€ Bringt dem Staat 19.000€ Mehrwertsteuer der Dacia für 10.000€ netto nur 1.900€
    2. wie holgi schon gesagt hat, viele Preise richten sich mehr danach was der Kunden bereit ist zu bezahlen, weniger nach den tatsächlichen Kosten, Faustregel da ist, alles was im Preis eine neun hat (0,49€ 0,99€ 4,99€…) wurde aufgrund der zahlungsbereitschaft der Kunden auf den Preis festgelegt, nicht wegen der Kosten Kalkulation.
    Daher würden diese Produkte ohne Mehrwertsteuer auch eher nicht günstiger.
    3. sie ist verhältnismäßig einfach zu erheben, da jeder Kaufmann/selbstständige/Dienstleister … eh seine Einnahmen und Ausgaben erfassen muss um sein Einkommen zu erfassen fällt praktisch kaum zusätzlicher Verwaltungsaufwand beim Steuerpflichtigen an (ich bin selbst selbständig und weiß das sich das in der Praxis anders anfühlt 😉 )
    4. Mehrwertsteuer fällt unabhängig davon an woher das Geld kommt. Daher der Staat hat Steuereinnahmen von Touristen die nach Deutschland kommen.
    5.die Hinterziehung von Mehrwertsteuer ist in der Regel nur in kleinen Betrieben möglich, sorgt also praktisch dafür das kleine Betriebe einen Wettbewerbsvorteil vor den großen haben (der Imbiss an der Ecke verkauft auch mal Pommes schwarz, McDonald’s eher nicht)

    1. Joihannes Klein sagt:

      Bzgl. der Mehrwertsteuerdiskussion :

      Lieber Holger Klein,

      kannst Du bitte überdenken, ob Du Menschen, die auf ALGII angewiesen sind, weiterhin salopp oder verniedlichend als „der Hartzer“ bezeichnen möchtest?

      Du sagst ja bestimmt auch nicht das N- oder Z-Wort.

      Dieser Ausdruck ist einfach nur diskriminierend und abweertend.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Hartzer

      Danke ansonsten für Euren Podcast.
      I agree to disagree.

    2. Martino sagt:

      uiuiuiui, da muss ich aber etwas korrigieren:

      zu 1: Was du beschreibst, ist das Gegenteil von „fair“, zumindest nach dem, was wir mit der derzeitigen Einkommenssteuer als „fair“ betrachten. Denn die Einkommenssteuer unterliegt, im Gegensatz zur Mehrwert-Steuer der Progression.

      zu 2: Dieses ganze Rumspekulieren zur Weitergabe von Kostensenkungen halte ich für absoluten Mumpitz. Gerade Supermärkte haben die Corona-Mwst-Senkung an die Kunden weitergegeben, also genau die Branche, die die Lebensmittel verkauft, um die es jetzt geht.
      Das liegt u.A. daran, dass der Markt für Lebensmittel hart umkämpft ist und Supermärkte stark über den Preis konkurrieren.
      Es ist also in diesem Segment genau nicht so, wie Holgi und du es behaupten. Stattdessen sucht der Kunde den niedrigsten Preis – und ist aber gezwungen, diesen zu bezahlen.

      zu 4: Das ist – zumindest für von Touristen gekaufte Waren ab 50€ – nicht korrekt. Deshalb gibt es an jedem Flughafen einen Hinweis, wo man sich als Tourist die Mwst erstatten lassen kann. Die Läden im Flughafen werben damit natürlich auch gerne.
      https://www.frankfurt-airport.com/de/am-flughafen/einrichtungen-services/tax-refund.html
      https://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Reisen/Reisen-nach-Deutschland-aus-einem-nicht-eu-Staat/Zoll-und-Steuern/Tax-free-einkaufen/tax-free-einkaufen.html

      zu 5: Steuerhinterziehung als Wettbewerbsvorteil, der in der Diskussion zur Mwst berücksichtigt werden soll. Wenn’s sonst nichts ist…

  8. Anonyma sagt:

    Nachtrag zum Lockdown in Shanghai und den Artikel der BBC der hier verlinkt wurde: Türalarme waren im ersten Lockdown schon verbreitet auch Expats die zurück kamen aus Deutschland wurden in ihren Häusern eingesperrt mit Türalarmen gesichert bis zu dem Zeitpunkt als Zwangsquarantäne für Rückkehrer eingeführt wurde. Ob das im Moment passiert kann ich nicht sagen wir bekommen nichts dergleichen mit. Vorstellbar ist hier allerdings alles. Insbesondere in Stadtvierteln an den Rändern von Shanghai wo ältere und weniger privilegierte Menschen wohnen sind die Maßnahmen oft rigider weil es weit und breit Niemanden gibt der versucht dagegen vorzugehen. Gerade ältere Chinesen sind es gewohnt sich nicht zu wehren.
    Desinfektion von Wohnungen findet wohl dort statt wo Positive noch abgeholt werden, was wohl nicht mehr überall der Fall ist obwohl das weiter strikt behauptet wird damit die Menschen weiter Angst haben. Chinesische Kollegen meines Mannes bekommen irgendwelche Desinfektionstabletten die sie in die Toilette werfen sollen. Man sieht daran dass die Behörden etwas verzweifelt nach der Ursache suchen für die weiter steigenden Zahlen. Wir waren gestern mal wieder zum PCR Test abkommandiert, es gab Auffälligkeiten in einem sample. Sie stecken immer 10 samples in ein Röhrchen um Kapazität zu sparen. Die 10 Menschen werden gerade nachgetestet. Wenn sich ein Fall bestätigt werden wir wieder auf Los geschickt mindestens 14 Tage kein Hofgang. Eine Endlosschleife, denn die Zahlen steigen weiter. Am 22.4. wurden wieder 30% mehr Fälle registriert als am Vortag, nachdem in den Tagen zuvor die Zahlen fielen und alle dachten das Maximum wäre nun überschritten.

  9. Helena sagt:

    Ich finde die Ausführungen von Sham Jaff, schwer erträglich.
    1. Es gibt nicht „die Kurden“, die Sprachen sind inkompatibel, die Interessen sind inkompatibel.
    S. Auch die zwei Wrint-Folgen mit Enno

    2. „Südkurdistan“ ist nicht der offizielle Begriff für die autonome Region Kurdistan, sondern ein aktivistischer Kampfbegriff. Genauso könnte man den Donbaz Westrussland nennen.

    3. Es ist nicht völkerrechtswidrig wenn die zuständige Regierung einer anderen Regierung erlaubt, im eigenen Land Ziele zu bombardien.
    Das passiert auch bei weitem nicht das erste Mal, dass die Türkei auf Einladung des Nordirak die Stellungen Bombardier. Fragt doch statt türkische Kurden mal einen kurdischen Nordiraker, was er von der PKK hält.

    4. Die PKK ist weder eine Arbeiterpartei, noch ist es nur die Türkei, die sie als Terrororganisation bezeichnet. Die PKK ist in der EU seit 2002 als Terrororganisation eingestuft.

    5. Ich selbst bin vor 25 Jahren als Touristin in Istanbul nur durch einen Zufall einem großen Bombenanschlag der PKK entkommen. Die ganzen Anschläge der Vergangenheit aber auch die aktuellen, sind kein Abwehrkampf. Warum sollte ich in die Luft fliegen? Weil tote Deutsche eine prima Schlagzeile geben. Soviel zum legitimen „Freiheitskampf“.

    6. Es ist ein Mythos, dass Erdogan per se ein Problem mit den Kursen hat. Er war der erste, der es mit Friedensverhandlungen versucht hat, unter dem massiven Protest der Mehrheit der Türken. Alles was in Deutschland heute als Anti-Erdogan-Kandidaten gefeiert wird, hat 2009 massiv gegen Friedensverhandlungen angeschrieen.
    Es gibt viele kurdische Politiker auch in der AK Partei, auch in Führungsverantwortung, die keine Diskriminierung erleben, denn es ist eben nicht so platt, schwarz-weiß wie es kurdische Aktivisten, besonders in Deutschland gerne darstellen wollen.
    Es sind die Schattierungen, die hier definieren ob man als Freund oder Feind angesehen wird. Eine davon ist, ob man Terror der PKK verurteilt oder nicht.
    Leider haben Teile der HDP genau das nicht getan und eiern in ihren Aussagen rum, während sie dann auf Beerdigungen von PKK Kämpfern eine wundersame 180 Grad Drehung vollführen und genau damit das Narrativ des Kurden, dem man nicht trauen kann, wieder und wieder bestätigen.
    Die HDP war am Anfang eine Riesenchance, die Partei mit dem modernsten Programm, den demokratischsten Plänen, wurde aber leider auch intern von ihren radikalen Kräften aufgefressen. Es ist schlichtweg weltfremd und Unwissenheit mangels Sprachkompetenz, zu glauben, die Kurden sind per se immer die Opfer. Man frage einfach jeden deutschen Korrespondenten, der paar Jahre in der Türkei gelebt hat.

    7. Es stimmt, dass es praktisch ist, denn inntertürkischen Konflikt zu nutzen um von den ganzen akuten Problemen abzulenken. Das bedeutet aber nicht, dass es bei dem Konflikt nur gut und böse gibt.

    Wer sich jenseits des Aktivismus in das Thema einlesen will dem sei die Bundeszentrale für politische Bildung ans Herz gelegt:
    https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54641/kurdenkonflikt/

    Und der Verfassungsschutzbericht von 2018, der im Wikipediaartikel erwähnt wird:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Arbeiterpartei_Kurdistans#:~:text=Die%20Organisation%20und%20ihre%20Nachfolger,PKK%20nicht%20als%20Terrororganisation%20ein.

    „Im Jahr 2018 schätzte der Verfassungsschutz die Zahl der PKK-Mitglieder in Deutschland auf 14.000, mit steigender Tendenz.“
    Wer glaubt, die würden keine gute Lobbyarbeit leisten, der überprüfe bitte seine nachgeplapperten Narrative.

    1. Max sagt:

      Der Souverän ist aber doch der Irak und nicht die autonome Region. Die Zentralregierung des Irak hat dagegen protestiert, damit wäre es Völkerrechtswidrig. Die Autonome Region hat zwar so weitgehende Recht, dass man sich fragen kann ob es defacto nicht ein eigener Staat ist. Für das internationale Recht ist das aber nicht zentral, da das Referendum unwirksam blieb.

  10. Marc sagt:

    Irgendwo kamt ihr auf das Thema taktischer nuklearer Schlag Russlands gegen die Ukraine.
    Ich habe kürzlich in einer sehr interessanten Diskussionsrunde gehört, dass China eine Garantie abgegeben hat, der Ukraine bezustehen, falls sie einen nuklearen Angriff erleiden. Das könnte vielleicht ein wichtiger Anker sein momentan. Jedenfalls etwas, was wohl wenig bekannt ist.
    Artikel dazu: https://www.wsj.com/articles/under-new-scrutiny-chinas-nuclear-pledge-to-ukraine-11647007200
    Die Diskussion: https://thebulletin.org/2022/04/the-war-in-ukraine-and-its-implications-for-our-nuclear-future/

    Übrigens: ich teile Holgis Begeisterung für den Essay von Seibt. Hab den auch schon mehrfach weiter empfohlen. Top Leseempfehlung.

  11. Florian R. sagt:

    Zum Thema Wasserknappheit und Waldsterben:
    Im Harz ist durch die Dürrejahre 2017-2020 ein Großteil des Waldes abgestorben. An vielen Stellen bietet der Ausblick hier einfach nur noch abgestorbene Bäume bzw. Kahlschlagfläche. Daher haben wir letztes Jahr eheramtlich beim Bäume pflanzen geholfen. Da ich beruflich viele fachliche Texte schreibe, habe ich mich angeboten Gelder für die Pflanzungen dieses Jahr einzuwerben. Dafür habe ich mich mit der Thematik etwas auseinandersetzen müssen und festgestellt, dass das ein ziemliches Rabbit-Hole ist und beim Thema Forstwirtschaft einiges schief läuft. Ich versuche da kurz ein paar Punkte aus dem Gedächtnis zusammenzufassen und bitte zu beachten, dass ich hier nur „Experte“ aus zweiter Hand bin, da ich es zeitlich einfach nicht schaffe die ganze Primärliteratur zu lesen.

    Waldsterben kann man im Biomassemonitor gut sehen https://map3d.remote-sensing-solutions.de/waldmonitor-deutschland/#
    Hier der Hinweis, das der nur bis 2020 geht. Hier im Harz hat man beim Bäumepflanzen im Herbst 2021 deutlich gemerkt, dass die Erde sobald man ein paar Zentimeter tief ist, immer noch trocken ist. Heißt, die Bäume sterben immer noch, hier im Stadtforst (3.000 ha) waren letztes Jahr 1.500 ha abgestorben, jetzt sind es 500 ha. Primär sterben Fichten, aber auch Buchen und Eichen sind von Parasiten befallen (die Blätter haben so Knubbel).
    Was hat das mit Wasserknappheit zu tun? Das hängt damit zusammen, dass sich durch das Waldsterben der Wasserkreislauf verändert. Bäume verdunsten Wasser und stoßen Terpene aus, die die Wolkenbildung begünstigen. Etwa 40% unseres Regens wird durch Bäume erzeugt. Wenn der Regen niederschlägt, beeinflussen Bäume wie dieser abfließt. Vasenförmige Bäume ziehen das Wasser zu sich hin, während dreieckig geformte Bäume das Wasser wegleiten. Ein natürlicher Wald bricht den Aufprall des Regens, so dass das Wasser langsam abfließt und in den Boden einsickern kann, tiefe Wurzeln helfen dabei. Das ist auch ein Schutz gegen Hochwasser. Zusätzlcih wird das Wasser von Schadstoffe, Abgase und Staubteilchen gesäubert (Stichwort Mineralbodenhumus).

    Was ich auch gelernt habe: Wir hier in Deutschland kennen natürlichen Wald eigentlich gar nicht mehr. Was wir als Wald kennen, sind Baumplantagen. Alle Bäume in ähnlichen Abständen, alle Bäume gleich alt und eine Baumart. Naturschutzgebiete sind oft auch ehemalige Baumplantagen. Natürliche Wälder sollten eigentlich aus vielen verschiedenen Bäumen, Sträuchern in unterschiedlichen Höhen und unterschiedlichen Abständen bestehen. Und – wer hätte es gedacht – solche natürlichen Wälder können erheblich mehr CO2 speichern, als Baumplantagen (bis zu 40 mal mehr). Leider werden momentan in ganz Deutschland fast nur Baumplantagen gepflanzt. Die Pflanzung an der ich letztes Jahr teilgenommen habe war das erste Pilotprojekt in Niedersachsen in dem Bäume in Clustern (Bauminseln) gepflanzt wurden, um einen natürlichen Wald nachzuahmen.

    So genug Werbung, wer noch mehr möchte kann das auch mit mehr Infos hier nachlesen: https://fof-harz.de/

    Wäre aus meiner Sicht auch ein Thema für Holger, der ruft ja dauernd jemanden an ;).

  12. Tom Seitz sagt:

    Leider finde ich die Quelle nicht mehr; aber kann es sein dass der Begriff „Nazi“ im Russischen umgangssprachlich verwendet wird für „russenfeindlich“?
    Damit würden die rusischen Aussagen wenigstens einen „logischen Sinn“ bekommen, wenn sie auch immer noch Unsinn wären…

  13. Froschi sagt:

    Quaak!

    Manch eine befällt schnell die Gier
    Sieht sie Toilettenpapier
    das feine, das weiche
    geruchsfreie Bleiche
    Ha, denkt sie, dass gönne ich mir!

    Nicht nur auf dem Klo kann man’s sehn
    In Vorratskammern tut es stehn
    Man kann es kaum fassen
    Solch riesige Massen
    Als bräuchte’s Eulen in Athen!

    Ich mag Toilettenpapier
    Besonders nach viel zu viel Bier
    Zum Wischen von Kotze
    Zum Säubern von Rotze
    Drum hab ich so viel davon hier!

  14. Tim sagt:

    Klopaier-Limerick:

    Es war einst ein Bürger aus Ostrov,
    Der hamsterte Rollen aus Zellstoff.
    Dies war bald passé
    Dank seinem Bidet.
    Ums Wasser gibts nun aber auch Zoff.

  15. Joshua sagt:

    Bierdeckel Rechnung zu MwSt durch Lebensmittel:

    387€ pro Haushalt pro Monat in 2020 für Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren u. Ä.*

    41,5 Mio Haushalte in Deutschland 2019**

    28,79 Mrd für Tabakwaren in 2020 = 693€ pro Haushalt pro Jahr oder 58€ pro Monat ***

    Somit werden 329€ pro Haushalt tatsächlich für Nahrungsmittel ausgegeben.

    329€ x 12 Monate x 41,5 Mio Haushalte x 7% MwSt. = 11,5 Mrd EUR

    *https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/Tabellen/liste-gebietsstaende.html

    **https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61584/bevoelkerung-und-haushalte/

    ***https://www.dhs.de/suechte/tabak/zahlen-daten-fakten#:~:text=Im%20Jahr%202020%20stiegen%20die,Euro%20(%2B5%2C0%20%25).

  16. gaul sagt:

    Ich stimme euch beim Thema Russland in allem zu. Trotzdem: Nach dem kalten Krieg hielt „der Westen“ sich für den Sieger, die Ostdeutschen sortierte man ein und Russland hielt man für gezähmt. Und 30 Jahre später wundert man sich nun, dass „die Ossis“ Nazis wählen und Russland einen Angriffskrieg startet. Irgendwas ist da ja scheinbar schief gelaufen und ich habe das Gefühl, dass gerade derselbe Fehler wieder gemacht wird, indem man im Grunde Reagans Evil-Empire-Rhetorik wieder auspackt.

  17. Stefanie sagt:

    Kennst du noch den Charmin Bär?
    Wenn es doch nur wie früher wär‘
    So weich das Papier,
    Mit Duft die Lag’n Vier.
    Doch heute sind die Regale Leer.

  18. Niels sagt:

    Es ist mein erster Limerick und ich habe versucht mich an die Anweisungen des Wochendämmerungspoeten zu halten. Ich glaube, die Silben sind nicht perfekt, aber nächste Woche werde ich besser.

    Es war ein Querdenker von Welten.
    Der dachte Klopapier, das ist selten
    Doch in Mannheim ist die Fabrik,
    unbeirrt vom Ukraine-Krieg.
    Es wird nicht verschifft in alle Welten.

  19. Schokokeks sagt:

    Die Katrin verständ‘ gerne Slawisch
    D‘rum lernt sie akustisch und grafisch
    Die Zeichen von A,
    Б, В, Г bis Я
    Und übt diese jeden Tag sklavisch.

    Ich weiß, war nicht das gewünschte Limerick-Thema, aber als Katrin vom sklavischen Lernen sprach, lag der Reim zu slawisch so offen am Wegesrand, dass ich ihn nicht einfach liegen lassen konnte. Vielleicht gefällt es ja dennoch.

    1. Ohrenblicker sagt:

      Nicht zuletzt ein vorbildliches Versmaß! 😉

  20. Moinsen,

    Ich hab mich auch mal am Limerick versucht:

    Über wunde Pobacken zu schnacken
    Und Klopapiersehnsucht beim Kacken
    Bleibt solang der Alman
    Ohne hamstern nicht kann
    Twitter-Sommerthema statt Wacken

    Beste Grüße aus´m Norden 🙂

    Kokee Thornton (britischer Nachname)

  21. Mitch sagt:

    In Krisenzeiten herrscht Chaos hier,
    Menschen aller Couleur verzweifeln schier,
    sie bunkern in Rudeln,
    neben Mehl und Nudeln
    auch Öl und jede Menge Klopapier!

  22. Alexander sagt:

    Papier für unseren Hintern,
    für Familien mit Kindern,
    zu kriegen ist nix,
    das ist doch’n Witz
    Prepper sind egoistische Wichser!

  23. Christian sagt:

    Etwas kleinliche Korrektur: Chelsea Manning wurde nicht begnadigt. Die Strafe ist verkürzt worden (pardoned vs commuted).

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