Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Pandora Papers, Österreich, Julia Klöckner, Zero Covid, fossile Subventionen und Trump

| 13 Kommentare

Der Podcast, der Pandora Papers grade wichtiger findet, als Sondierungsgespräche

Diese Woche gibt es ein Buch zu gewinnen, den Streik der Pflegekräfte, die Malaria-Impfung, Julia Klöckner-Fails, mindblowing Subventionierungen, ganz viel Pandora Papers, Österreichs Korruptionsskandal, Ratifizierung des Paris-Abkommens, Sham zu Abiy Ahmed, Duterte und Trump. Mit dem Börsenticker und einem Faktencheck von Nándor Hulverscheidt.

Links und Hintergründe

Der Faktencheck von Nándor Hulverscheidt:

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13 thoughts on “Pandora Papers, Österreich, Julia Klöckner, Zero Covid, fossile Subventionen und Trump

  1. ruiin sagt:

    Zu Schwungrädern:
    Die funktionieren nicht dadurch, dass der Motor sich umkehrt, sondern durch Trägheit.
    Wenn das Schwungrad seine Laufgeschwindigkeit erreicht hat, dreht es sich synchron zur Netzfrequenz.
    Ist zu wenig Energie vorhanden, sinkt die Netzfrequenz und das Schwungrad muss sich neu synchronisieren,
    wird langsamer. Diese Energie geht dann ins Netz über. Das funktioniert komplett passiv und nennt sich Blindleistung. Wenn grosse Wärme-basierende Kraftwerke vom Netz gehen, geht z.b. die Blindleistung der grossen Generatoren verloren und muss durch so Schwungräder ersetzt werden. Das wird gerne als Argument gegen erneuerbare Energien genannt, ist meiner Meinung nach jedoch nur die Entkoppelung der Blindleistung von der eigentlichen Energieerzeugung.

  2. David sagt:

    Panama Papers Veröffentlichung im April 2016.
    Tony Blair kauft ein Haus 2017 und spart die besagten 300k.

    Sie fühlen sich einfach zu sicher….

  3. hilti sagt:

    Bei dem Schwungrd hat Holgi leider ein falsches Gefühl dafür wie viel 500 kWh sind. Verglichen mit dem Jahresstromverbrauch eines Singlehaushalts von irgendwo bei 1.500 bis 2.000 kWh klingt das zwar schon nach viel. Aber je nach Tageszeit beträgt der Verbrauch in Deutschland 44.000 bis 70.000 MWh (immer eine ganze Stunde summiert). Da sind 500kWh im Vergleich nicht viel.

    Das heißt um so viel Energie zu speichern wie von 12 bis 13 Uhr verbraucht wird müssten 140.000 von den Dingern aufgestellt werden. Nur um die Dimensionen klar zu machen. Schwungräder sind schneller als von Holgi geschildert. Die können in Milisekunden auf Schwankungen im Energiebedarf reagieren.

    Und es ist leider erstmal nur ein Demonstrator, an dem weiter geforscht wird. Nichtsdestotrotz natürlich eine coole Sache. Da in den Schownotes kein Link dazu war hier ein Link auf eine Newsmeldung: https://www.heise.de/hintergrund/Riesen-Schwungrad-speichert-Windstrom-6203207.html Da sind neben etwas Kontext auch Links auf die Primärquellen aka Pressemitteilungen.

    1. Katrin sagt:

      Hallo,
      ich hab mal anders gerechnet (und hoffe, dass ich alle Nullen korrekt verschoben habe… es ist noch früh):
      Im Vergleich zum normalen Stromverbrauch, liegt so ein Tag mit Spitzenlast bei ca 15 Giga Watt plus, also über einem normalen/durchschnittlichen Tag.
      Wenn so ein Schwungrad 550KiloWatt speichern kann, dann braucht man davon also 27.272 Stück (wenn ich, wie gesagt, die Kommas richtig verschoben habe), um diese Spitze auffangen zu können. Und darum ging es doch, oder?
      Das ist wirklich viel. aber dann doch wieder weniger, als 140.000
      LG
      Katrin

      1. hilti sagt:

        Vorweg: Du triggerst mich grad ein bisschen, weil Du einen häufigen Fehler machst. Leistung (Einheit Watt [W]) ist nicht das selbe wie Energie (Einheit Wattsekunde [Ws] oder Joule [J]). Energie bzw. Arbeit (den Begriff Arbeit für den Stromverbrauch oder Arbeitspreis für den Strompreis liest man oft auf Stromrechnungen) ist Leistung mal Zeit. Leistung ist vereinfacht gesagt der momentane Wert. Die Standard 60 Watt Glühbirne abends 3 Stunden brennen lassen würde eine Energie von 180 Wh bzw. 0,18 kWh „verbrauchen“.

        Das Schwungrad speichert Energie, angegeben in Kilowattstunden. Bei diesem speziellen Schwungrad ist es vielleicht auch ein wenig verwirrend, weils mit 500 kWh Speicherfähigkeit und 500 kW Leitung angegeben ist. Macht aber das Rechnen einfacher.

        Sorry, bitte nicht übel nehmen. Der Elektrotechnikingenieur in mir konnte das nicht so stehen lassen. 😀
        Sehr (eigentlich zu^^) ausführlich da erklärt: https://www.energie-lexikon.info/energie_und_leistung.html

        Deine Rechnung stimmt, auch wenn ich nicht weiß woher Du die 550 kW hast. Wenn man mit 500 kW rechnet kommt man auf 28.000 Stück. Letztlich ist Deine Rechung natürlich realistischer als meine, weil Du den tatsächlichen Einsatzzweck der Schwungradspeicher betrachtest, nämlich kurzfristige Überproduktionen von Windparks puffern die dann später am Tag wieder abgegeben werden. Und nicht ganz Deutschland 12 Uhr Mittags eine Stunde lang versorgen können wie ich rechnete. Ich wollte da nur ein Gefühl für die Dimensionen geben.

        1. Katrin sagt:

          bitte entschuldige, dass ich dich getriggert habe – aber danke für die Nachrechnung!

          1. hilti sagt:

            Kein Problem für mich. 😀 Ist leider ziehmlich normal wenn Leute, die weder Physik noch Elektrotechnik studiert haben über das Thema reden.

    2. Holger Klein sagt:

      Also quasi eine mechanische USV?

      1. hilti sagt:

        Ja, so funktionieren je nach Bauart Schwungradspeicher wenn sie synchron mit dem Netz mitlaufen. Dann braucht man nichtmal eine Regelung. Vereinfacht gesagt laufen die dann mit 3000 Umdrehungen die Minute (50 Hz · 60s/min = 3.000 /min) am Netz mit. Wenn die Frequenz unter 50 Hertz fällt, dann werden die Schwungradspeicher quasis durchs Netz gebremst und sie speisen Energie zurück ins Netz. Und falls die Frequenz über 50 Hertz steigt wird das Schwungrad beschleunigt und nimmt dadurch Energie aus dem Netz auf. Beide Effekte wirken srequenzstabilisierend auf das Netz (die Netzfrequenz ist ein Maß für die Energiebilanz im Verbundnetz). Ich will das jetzt nicht komplett erklären. Wer mehr wissen will kann dazu https://www.energie-lexikon.info/frequenzregelung_im_stromnetz.html und/oder https://de.wikipedia.org/wiki/Regelleistung_(Stromnetz) lesen.

        Diese Bauart hat aber das Problem, dass man die komplette Energie nicht wieder rausbekommt. Denn die Netzfrequenz soll im Bereich von 49,8 bis 50,2 Hz bleiben was 2.988 bis 3.012 Umdrehungen pro min der Speicher entspricht. Wenn man die Energie bis Null runter ausspeichern können will, dann braucht es Leistungselektronik in Form eines Frequenzumrichters und entsprechende Regelung zwischen Schwungrad und Netz. Das ist dann nciht sofort wie bei der anderen Bauart, aber auch da sinds nur Sekundenbruchteile.

        Mehr zu Schwungrädern da: https://www.energie-lexikon.info/schwungradspeicher.html

    3. hilti sagt:

      Mir ist jetzt ein noch viel besserer Vergleich eingefallen. Die Schwungräder sollen in Windparks eingesetzt werden um deren Schwankungen auszugleichen bzw. verhindern, dass Windparks abgeregelt werden falls das Netz die Leistung nciht aufnehmen kann.

      Eine Vestas V150-4.5 MW liefert wie der Name schon sagt 4,5 MW Spitzenlast. Bei Volllast könnte es 9 (!) dieser Schwungräder in einer Stunde komplett voll laden. Klar, so wird das nicht passieren. Allerdings ist es ja für Windparks gedacht wo schon mal 10 oder mehr von den WEAs stehen. Wenn der bei Volllast um 10% abgeregelt wird, dann würde die überschüssige Leistung 9 Schwungräder innerhalb einer Stunde füllen. Ich kann leider nicht sagen wie realistisch dieser Fall ist. Ich weiß nur, dass die Netzbetreiber Windparks abregeln können bzw dürfen wenn das Netz die Leistung nciht abführen kann. In welchem Umfang das tatsächlich passiert weiß ich nicht.

  4. Mona sagt:

    zu Küken:
    Einer meiner Bekannten kauft tiefgefrorene Küken und verfüttert sie an seine Katzen. Das ist so eklig, weil das Wohnungskatzen sind und das Kükenblut in den Wohnung verteilt wird.

    Ich hab einen Bericht geschaut, wo sie Eier im Laden gekauft haben und ausgebrütet haben. Es kam ein Rewe-Ei-Küken raus!
    https://youtu.be/IQ3fLu0v5KE

    1. Katrin sagt:

      ich habe mich gestern noch ein wenig in Landwirtschaftsforen rumgetrieben und da schrieb einer, dass er ein Ei, das zuvor sieben Tage im Brutkasten gelegen habe, zu einem prima Spiegelei gebraten habe.
      Aber das war mir zu anekdotisch, um es dann noch hier in die Sendung zu nehmen 😀

  5. Pascal sagt:

    Thema „Küken vergasen“:
    Zumindest bei Säugetieren ist die Vergasung mit CO2 wohl eine ziemlich qualvolle Tötungs-/Betäubungsmethode, weil bei Säugetieren die Atmung über den CO2-Gehalt der Luft reguliert wird. Mit anderen Worten: Das fühlt sich für die Tiere an, als würden sie ertrinken, nur ohne Wasser. Entsprechend unappetitlich klingt es dann auch (und sieht es vermutlich auch dementsprechend aus), wenn z.B. Schweine im Schlachthaus in der CO2-Grube vergast werden und dabei in Panik geraten. Bei Vögeln funktioniert die Atmung in dieser Hinsicht meines Wissens ähnlich (wenn wohl auch mit kleinen Unterschieden bei Vögeln die in großer Höhe fliegen können), daher gehe ich davon aus, dass diese Tötungs-/Betäubungsmethode zumindest für Küken/Hühner ähnlich qualvoll ist wie für Säugetiere.

    Das Ganze würde ich mir z.B. mit Stickstoff zumindest weniger qualvoll vorstellen, allerdings gibt’s dabei die technische Hürde, dass Stickstoff anders als CO2 nicht schwerer ist als die Umgebungsluft, d.h. die Vergasung wäre technisch anspruchsvoller als „einfach das Gas in ne Grube mit den Tieren leiten“.

    Und wenn wir als Gesellschaft wenigstens so weit wären, dass wirtschaftliche Erwägungen/Ausreden der Sorte „ohne Kükentötungen würde ein Ei 4-5 Cent mehr kosten“ eine deftige Tracht Prügel oder zumindest einige Dutzend schallende Ohrfeigen begründen würden, anstatt einen rechtlich offenbar akzeptierten „vernünftigen Grund“ im Sinne des Tierschutzgesetzes, Tieren Schmerzen zufügen zu dürfen, dann würden wir diese ganze absurde Diskussion ja gar nicht führen.

    Thema: „Hörer*innen-Spenden“: Könntet ihr vielleicht mal ne grobe Hausnummer nennen, wie viel Prozent einer Spende, die man an hauseins überweist, bei der Wochendämmerung ankommt?

    Ich überweise z.B. bei euch und bei Tim Pritlove bewusst „an das Podcastlabel“ (hauseins bzw. Metaebene) anstatt an den einzelnen Podcast, weil ich die Qualität eurer Podcasts generell so gut finde, dass ich meine Spenden eher als eine Art „freiwillige GEZ für öffentliche Daseinsfürsorge auf hohem Niveau“ (mit den inhaltlichen Freiheiten, die das mit sich bringen sollte) verstanden wissen möchte denn als „Die Leute zahlen nur für das Produkt Wochendämmerung und nicht für irgendwelche Experimente“.

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