Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Olaf Scholz und Cum-Ex, Erdogans Wirtschaft, Ukraine, Oder-Fischsterben, Salman Rushdie und Hadraawi

| 12 Kommentare

Wieder Explosionen auf der Krim, die wirtschaftliche Lage in der Türkei, Cum-Ex holt Scholz ein, die Regierung und die Preise, 100 Tonnen tote Fische in der Oder, Sham Jaff über den Poeten Hadraawi, Salman Rushdie und der Taschad.

Mit einem Faktencheck von Katharina Alexander und einem Limerick von Jens Ohrenblicker.

Links und Hintergründe

PFAS

Ukraine

Türkei

Cum-Ex

Gasgeld

Oder

Tschad

Sham zu Hadraawi

Die gute Nachricht

Der Faktencheck von Katharina Alexander

12 thoughts on “Olaf Scholz und Cum-Ex, Erdogans Wirtschaft, Ukraine, Oder-Fischsterben, Salman Rushdie und Hadraawi

  1. Katrin sagt:

    Das neue Limerick-Thema ist: Opportunismus – sorry! Das haben wir in der Sendung ganz vergessen.

  2. Herbert sagt:

    Cum-Ex war ja zuerst ein rechtlicher Graubereich. Und weil es inetwa in die gleiche Zeit fällt (2008 bis …, niedrige Zinsen, …) hat z.B. ein Unternehmen beschlossen zu viel Gewerbesteuer zu zahlen und die Rückerstattung zu verhindern, da damals Steuerrückerstattungen mit 6% verzinst (Das Geld wurde also beim Finanzamt angelegt) worden sind, das war / ist legal, aber auch nicht so toll. Hinweis auf einem mal existenten Beitrag:
    https://www.facebook.com/quer/posts/10151343431905728/

    1. Katrin sagt:

      das war kein Graubereich. es war Betrug und Gerichte haben das mehrfach bestätigt mittlerweile.

    2. Jürgen sagt:

      Es war rechtlich nicht geregelt (deshalb hat es ja auch „funktioniert“), aber erkennbar für alle mit ein wenig moralischem Kompass (und ein wenig Sachverstand) Betrug. Und unsere Justiz hat – im Gegensatz z.B. zu unserem Kanzler – diesen moralischen Kompass und diesen Sachverstand, so dass der Betrug auch juristisch fassbar ist.
      Aus süddeutscher Sicht ist die Hamburger SPD genauso und aus den gleichen Gründen unwählbar wie aus norddeutscher Sicht die CSU: Korrupt bis ins Mark, das Spitzenpersonal komplett ohne moralischen Kompass, dreist lügend – und das wie auch im Podcast beschrieben für jeden mit Verstand durchschaubar, was natürlich gelebte Verachtung des Wählers ist. Aber unangreifbar, weil in der Gesellschaft fest über gegenseitige Gefälligkeiten verankert. Auch ich habe nicht verstanden, warum Deutschland ausgerechnet diesen Möpp Scholz wählen wollte. Eine SPD mit diesem Personal ist nicht wählbar.

  3. Christian sagt:

    Perspektiven zur türkischen Zentralbankpolitik

    Wer sich generell für die Frage interessiert warum, die Türkei, das Bankengeld / oder den Leitzins weiterhin so niedrig hält obwohl die Inflation auf den Giralgeldkonten durchschlägt, dem seien aus infotainment Gründen Drei Videos empfohlen:

    1: „Turkey’s Inflation is Wild… but their economy is booming.“

    https://www.youtube.com/watch?v=Wup1cx5Qdik

    2: „Why are Turkey & Greece Fighting Over Oil Rights in the Mediterranean“

    Es gibt noch ÖL und Gasfelder zwischen der Türkei und Griechenland zu erschließen^^
    Vor dem Ukraine Krieg und Covid hatte sich die Situation im Mittelmeer zugespitzt:
    https://youtu.be/VoEpxLnv0LQ?t=235

    3: Oh mein Gott erwähnt bloß nicht Frontal21 in irgendeinem Reddit-Beitrag / den Bullshit den die Teilweise produzieren geht auf keine Kuhhaut: aber es passt halt zu Holgers Ausführungen, daher:

    https://www.zdf.de/politik/frontal/sanktionen-gegen-russland-wie-russische-oelgeschaefte-weitergehen-100.html

    3.1 mich erinnerte es nur an Frank Riegers Ausführungen, dass Sanktionen nichts bringen:
    irgendwo ab Stunde 2 : könnt ihr euch selbst rauspuddeln https://alternativlos.org/50/

    Ist Erdogan schon Diktator oder noch gewählter Präsident?
    Das dickste Pfund, womit Erdogan und „seine AKP“ werben konnte, war die Wirtschaft.
    Vergleichbar mit den ländlichen CSU/CDU Wählern, bei uns, die der CDU Wirtschaftskompetenz und Christlichkeit zurechnen, so habe ich mir sagen lassen war auch die mehrheitliche Motivation Erdogan zu Wählen war,
    der spürbare wirtschaftlicher Aufschwung.

    Dies alles vor 2013

    https://de.wikipedia.org/wiki/Adalet_ve_Kalk%C4%B1nma_Partisi#Parlamentswahlen_2002

    Gemeint ist damit die Zeit vor 2007:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdo%C4%9Fan#Parlamentswahl_2007_und_2011

    Der Eintritt in die Diktatur geschah nach meinem Dafürhalten 2013.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Recep_Tayyip_Erdo%C4%9Fan#B%C3%BCrgerproteste_2013

  4. Schlumpfturbine sagt:

    Lieber Holgi,

    ich finde den Punkt mit der Verantwortung aller Russen immer noch schwierig. Zunächst meinst du ja sicher nur alle volljährigen, halbwegs gesunden und nicht-senilen Russen? Und dann vermutlich auch nur die, die gebildet genug sind und vermutlich in der Stadt wohnen? Und wahrscheinlich auch nur die nicht am Existenzminimum leben? Und auch nur die, die nicht massiven äußere oder familiären Zwängen unterliegen (wie z.B. die Soldatenbubis, die Russland da in den Krieg zwingt)?

    Ich finds schwierig – weil ich selbst nicht weiß, wie widerständig ich in dieser Situation wäre.

    Versteh mich nicht falsch: Ich bin dafür, ein Reiseverbot zu erlassen. Ich wäre im Zweifel auch für Militärschläge gegen Russland, die natürlich zivile Opfer bedeuten würden. Aber nur mit der Rechtfertigung, das Regime zu schwächen oder zu entmachten und nicht mit der Rechtfertigung, dass „das russische Volk“ eine Schuld oder Verantwortung trägt und daher jede Strafe im Zweifelsfall ertragen muss. Man müsste ja sonst die Strafe auch der Tat anpassen usw..

    Mir fällt es aber auch schwer z.B. jemand wirklich zu verübeln, der sich in Deutschland nicht gegen das Regime im 3. Reich oder der DDR gestellt hat, sondern versucht hat, dort sein Leben zu leben. Die Psychologie des totalitären Wahnsinns ist perfide und wir sind alle nicht davor sicher selbst Duckmäuser oder sogar Profiteure zu werden. (Im Anbetracht der Klima- oder Flüchtlingskrise sind wir es ja bereits)

    Daher kann es eigentlich nicht darum gehen, die Russen am Ende des Krieges zur Rechenschaft zu ziehen (denn das resultiert ja letztlich aus der Verantwortung). Die Lehre aus der Weimarer Republik und der Gründung der BRD ist für mich: Egal welchen Scheiß ein Land gebaut hat – am Schluss müssen wir gucken, dass daraus eine intakte, demokratische Gesellschaft wird. Dazu gehört dann auch eine Erinnerungskultur für vergangene Fehler und dazu gehören auch kollektive, staatliche (und ggf. auch privatwirtschaftliche) Entschädigungen. Aber nicht um Willen der Rechenschaft – sondern um Willen einer friedlichen Zukunft des Täterlandes.

    Sich auf einem moralisch überlegenen Platz zu wähnen und diese Leute kollektiv als „die wollten das so“ zu verdammen, halte ich für problematisch. Es ist selbstgerecht – und führt langfristig zu nichts.

    1. claudia sagt:

      danke für deine ausführungen. so gesehen kann ich dann doch da voll mitgehen, obwohl so manch ignorante, sehr pragmatische russische haltung mich vorher teils anders denken ließ.

  5. Jan sagt:

    Uff, ich fühle mich gerade ein bisschen alt.
    Die „Dienstwagenaffäre“ von Ulla Schmidt ist schon 13 Jahre her.
    Sie hatte damals ja nicht nur ihr Auto hinter sich her fahren lassen, sondern es wurde dann auch in Alicante geklaut.

    Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist sie damals geflogen, hat aber ihren Dienstwagen samt Fahrer für die dienstlichen Termine „angefordert“, sodass zumindest die Überführung nicht von ihr privat zu bezahlen war sondern nur die private Nutzung vor Ort …

    Besonders gut erinnere ich mich noch an die Werbung, die Sixt im Nachgang geschaltet hatte.

  6. Sema sagt:

    Der Christian, er betet zu Christus
    Für seine Freunde beim Fiskus
    Denn seit sein Ruf schlecht ist
    Hakt Olafs Gedächtnis
    Das nennt man wohl Opportunismus

  7. Pater Paranoja sagt:

    Olafs Gedanken zu Cum-Ex

    In ein paar Wochen kräht danach kein Huhn
    Deshalb ist jetzt opportun:
    Amnesie und Unwissen
    – das‘ ein treffliches Kissen
    Auf dem mein Gewissen kann ruhn

  8. Denny sagt:

    Mir erscheint dieser Limerick durchaus opportun:

    Es war mal ein Mann sehr flexibel:
    Mal Waffen, mal Fracking, mal Bibel.
    Bald gab es keine Freunde mehr,
    so musste ein Parteibuch her.
    Ein schwarzes schien ihm sehr kompatibel.

    1. claudia sagt:

      hihi 🙂

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