Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Nachrichten, die nicht untergehen sollen – und ein wenig Corona

| 31 Kommentare


Links und Hintergründe

Gekillte Darlings

31 thoughts on “Nachrichten, die nicht untergehen sollen – und ein wenig Corona

  1. Da ich es nun auch schon an anderen stellen gehört habe, Die Ausgangssperre im Saarland ist vorerst noch als “gemäßigt” zu beschreiben und ich persönlich finde das für eher, nicht schlecht so.

  2. Titus von Unhold sagt:

    Der Dax hat in einem Monat 40% verloren. Ich gehe mal davon aus dass von den 3,6 Mio. Unternehmen auch 40% niedergehen werden. Zumindest sollten wir und darauf einstellen. Andererseits ist das jetzt mal die Riesenchance mit einem exorbitanten Konjunkturpaket mal die Infrastruktur instand zu setzen und die Energieversorgung umzubauen.

  3. telroth sagt:

    Jetzt muss man nur noch beim Autofahrer das Bewusstsein schärfen, dass z.B. in schmalen Straßen beim Überholen eines Radfahrers nicht nur zu diesen Radfahrer 1,5 m Abstand halten muss, sondern auch zum entgegenkommenden!!! Passiert mir häufig, dass ich von entgegenkommenden überholenden Autos gefährdet werde…

  4. Der Gregor sagt:

    Kurz, weil ihr euch gefragt habt warum der Corona-Virus-Update Podcast ins Fernsehen kommt. Der NDR stellt die Sendungen jetzt auch in Gebärdensprache zur Verfügung, zb. hier:

    https://www.ardmediathek.de/ndr/player/Y3JpZDovL25kci5kZS9jZjQ4NjU4Zi00OGEzLTQ2NzQtODBlNi1mMDhlMjg3MjcxNjQ/gebaerdensprache-coronavirus-update-16

  5. NGC-Ollie sagt:

    Hallo ihr beiden. Ich war mal Aushilfe bei Rewe, die angefangen hatten, einige Läden zu privatisieren. Mein damaliger Chef eines privaten Ladens hat einen kleinen Einblick in die Zahlen gegeben, was nicht üblich ist. Er meinte i.d.R. bleibt im Lebensmittelhandel 1% Marge, bei den hart umkämpften Basiswaren/Schnelldrehern noch weniger. Der Grund: Aldi. Dass die also fusionieren müssen wundert mich nicht, denn Aldi diktiert den Preis und hat die Firmenphilosophie immer billiger zu sein als der Rest. Es ist also kein Wunder, dass Deutschland weit nichts mehr zu holen ist, denn deutsche Lebensmittelpreise sind die niedrigsten in Europa (relativ zur Arbeitszeit). Das machte auch die Tante Emma kaputt.Grüße aus dem ausgangsgesperrten Bayern, wo man allein oder mit Menschen aus dem Haushalt noch spazieren darf. Danke die übergeselligen Wohlstandsmaden.

  6. Herbert sagt:

    Zu den Ausgangssperren in Bayern: Ich halte die Maßnahmen zwar für gerechtfertigt, da es viele unvernünftige Mitbürger*innen, die getreu nach dem Motto „Wer arbeiten kann, kann auch feiern“ in enge Clubs gehen. In denen probieren diese ggf. Getränke und Speisen Anderer, kommen sich körperlich näher, atmen u.U. stark kontaminierte Luft ein, berühren kontaminierte Oberflächen, …. Einige Mitbürger*innen müssen ja noch zu Ihrer Arbeitstelle gehen und haben dort und auf dem Weg dort hin viele, wenn auch nicht so enge soziale Kontakte, was u.U. aber so nicht wahr genommen wird, das aus diesem Grund zu einem Trotzverhalten führen kann. (Bei der Arbeit soll ich mich infizieren, im privaten nicht.)
    Da muss auch von der Politik Kompetente Aufklärungsarbeit geleitest werden und die Profilierungsssucht einzelner sollte in den Hintergrund treten.
    Ein wenig verunsichert es mich schon, wenn die selben Personen, die vor zwei Jahren noch sehr schnell vor den Landtagswahlen das umstrittene Polizeiaufgabengesetz „durchgeboxt“ haben, sich jetzt hinstellen und eine Salamitaktik anwenden, (Wir beschränken erst einmal das eine (konkrete Punkte) und wenn es nicht besser wird(ihr nicht brav seid), dann gibt es härter Maßnahme (diese werden jedoch nicht konkretisiert)) anstelle eines Fahrplanes, der alle Stufen am Anfang vorstellt und festlegt, wann aus welchen Gründen in die nächste Stufe gewechselt wird. Das wäre da vertrauenserweckender. Die nötigen Maßnahmen waren ja schon vor einigen Wochen bekannt. Dazu kommt noch, dass der Landtag zur Zeit nur mit einer Notbesetzung, also nur mit einem Bruchteil der Abgeordneten tagt. Deshalb sollten in der gleichen Pressekonferenz neben der politischen Verkündigung ebenfalls Sachverständige sich dazu äußern wieso die nächste Stufe notwendig ist und was bisher falsch gemacht wurde.
    Denn so, wie das ganze zur Zeit aussieht, mussten auf Biegen und Brechen am Anfang der Woche in Bayern die Kommunalwahlen auch in Lokalen stattfinden, am Montag bzw. Dienstag gab es die ersten stärkeren Einschränkung und die zweiten Einschränkung wurde vermutlich auf Grund der Zahlen, die am Freitag, bzw. das Kabinett hat ja durchgemacht, also auf Grund der Zahlen, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, beschlossen. Da stellt sich die Frage, sind die Effekt der Maßnahmen so schnell sichtbar? Mit diesem Vorgehen kann man sich sich ja jetzt schon auf nächste Schritte, die sicher gegangen werden, gefasst machen und die zu panischem Verhalten in der Bevölkerung führen. (Hamstern und jetzt am Freitag hamstern z.B. im Baumarkt, da der jetzt auch dicht macht)

  7. Johannes Klein sagt:

    Hi,

    die rigoristische Attitüde von Holger ist ziemlich unhöflich und deplaziert.
    Wie alt bist Du eigentlich, daß Du regelmäßig so schnappatmig rumprollst ?

    Selbstverständlich ist es jetzt wichtig, sich über soziale Fragen nach und politische Fehler bzw politisch-wirtschaftliche Fehler vor der Pandemie auszutauschen, und ich wäre dankbar, wenn da Medien auch mal selbstkritisch Gedanken machen würden über ihr Mitwirken an vielen Mißständen in unserem Land.
    Wir haben jetzt tatsächlich ein Zeitfenster, wo alles stillsteht und wir mal innehalten könnten und überlegen, wo wir mit unserem Gemeinwesen in Zukunft in ökologischer und sozialer Hinsicht hinwollen

    Klar, das Geblubber von Leuten wie Horx ist ätzend – aber bitte feier dann nicht Frau Merkel so pathetisch-gerührt für ihre ach so herrlich einfache Sprache ab.
    Merkel hat die derzeitige Situation im Gesundheitswesen mit der fortschreitenden Privatisierung und Ökonomisierung genauso mitverursacht wie Spahn durch Untätigkeit die Versorgungunengpässe mit Atemmasken und Schutzkleidung für Klinikpersonal.

    Ansonsten : super Podcast.

    1. Holger Klein sagt:

      Ich bin 50. Und wie alt bist Du, dass Du hier so schnappatmig rumprollst?

    1. Kai Nehm sagt:

      Ich habe einige indische Kolleg*innen und die Gespräche decken sich so ziemlich mit der Indien-Folge von Holgi.

      Viele Frauen fühlen sich in Indien sicherer als in Europa. Ja, es ist traditioneller und fokussierter auf die Familie des Ehemanns, da kann auch mal eine richtig böse Schwiegermutter dabei sein. Allgemein fühlen sie sich trotzdem wesentlich mehr wertgeschätzt und frei in ihrem Alltag, auch Fremde machen eher den Mund auf und greifen bei einer Belästigung ein. Gleiches gilt für Berichterstattung, die Zeitungen betrieben wohl kaum Victim Blaming sondern hacken auf die Täter ein.

      Das ‘gefährlichste Land der Welt’ stammt aus einer Thomson Reuters Befragung von 530 Experten und das fanden sie als totales Missverständnis der indischen Kultur. Eine Kollegin hat auf die Statistik des National Crime Victimization Survey verwiesen, demnach gibt es in Indien weniger Vergewaltigung und Fälle häuslicher Gewalt.
      Faierweise muss man dazu sagen, dass meine Gesprächspartner*innen alle einen IT-Abschluss haben und eine gewisse Distanz zu den schlimmen Ecken.

      1. Katrin sagt:

        wenn du sagst, es gibt weniger Vergewaltigung und häusliche Gewalt – weniger als wo? Was ist deine Bezugsgröße? Weniger als hier?

        1. Norbert sagt:

          Es könnte sein, daß sich das auf einen Vergleich mit Zahlen aus den USA bezieht:
          https://blogs.wsj.com/indiarealtime/2013/01/02/are-women-safer-in-india-or-the-u-s/

          1. Katrin sagt:

            ich habe tatsächlich in der Wikipedia Daten und eine Grafik gesehen, die das auch sagen. Wie krass – ich habe jahrelang diese Aussage für wahr gehalten.

  8. Unmar sagt:

    Also ich bin überhaupt nicht zufrieden mit „dem Krisenmanagement der Regierung“, womit wohl Bundesregierung gemeint ist, nehme ich an.

    1. Katrin sagt:

      worauf beziehst du dich?

      1. Unmar sagt:

        auf die Bundesregierung, deren Untätigkeit, gerade kommunikativ und dirigierend, vermittelnd, hat wiederum auf die Landesregierung abgefärbt, wo anfangs niemand vorspreschen wollte. Jetzt prescht Söder vor und ihm wird das Attribut des Machers, des Handelnden, angeheftet. Dass er das ohne Absprachen mit seinen Kollegen gemacht hat, das ist genau das, was wir in dieser Situation nicht gebrauchen können UND dass sich die Bundesländer abstimmen sollen / müssen, das wäre die Ansage gewesen, die ich von der Bundesregierung und v.a. von Frau Merkel, die wie immer nur reagiert oder besser gesagt: merkelt.

        Was ist eigentlich mit dem Bundespräsidenten? Diese Krise wäre mal der Moment, in dem er mal aufblitzen lassen könnte, dass diese Amt überhaupt einen höheren Sinn hat. Aber spätestens nach dieser Krise kann man dann bitte seine Aufgaben gerne dem Bundestagspräsidenten überschreiben und das Amt auflösen, es ist für das was es kostet, wirklich unnötig.

  9. Elli sagt:

    Super, dass ihr euch auch weiterhin mit dauerhaften Problemen wie der Kriminalisierung weiblicher Selbstbestimmungsrechte auseinandersetzt.

    Finde die Einordnung der Mängel im Medizinstudium jedoch etwas überzeichnet.

    Wahr ist: WIE man einen Schwangerschaftsabbruch durchführt, ist leider wirklich nicht mal Teil der theoretischen Ausbildung. Studierende, die sich nicht dafür interessieren, werden nichts über die Möglichkeiten zu medikamentösen und chirurgischen Abbrüchen wissen, nichts darüber, welche Medikamente und Methoden eingesetzt werden, nichts über die Nebenwirkungen und nichts über die Vor- und Nachteile. Das ist ein großes Problem. Gleiches gilt aber zum Beispiel auch zu Verhütungsmitteln, die beispielsweise noch nie als Thema in einem schriftlichen Staatsexamen auftauchten, obwohl sie von einem großen Teil der Bevölkerung eingenommen werden.

    Die erwähnten Papaya-Aktionen sind allerdings in der politischen Forderung, die sie stellen, völlig überzeichnet; und als Lehrmittel absolut ungeeignet (needless to say: eine Papaya unterscheidet sich ganz erheblich von einer Gebärmutter). Genauso wenig wie Ausschabungen (unter anderem bei Schwangerschaftsabbrüchen, aber auch nach Fehlgeburten angewendet), werden auch Blinddarmoperationen oder Intubationen im Studium nicht praktisch gelehrt. Facharztspezifische Praktiken lernt man prinzipiell erst in der Facharztweiterbildung am Anschluss des Studiums – der Chirurg lernt auch erst nach dem Studium, wie er einen entzündeten Blinddarm entfernt.
    Weiterhin lenkt die Papaya-Aktion den Fokus weiterhin auf chirurgische Abbrüche – anstatt mehr Sichtbarkeit für die deutlich risikoärmere Variante des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs zu schaffen.
    Während Ausschabungen weiterhin der Facharztweiterbildung zur Frauenärztin vorbehalten bleiben sollten; ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch meiner Ansicht nach auch von Hausärztinnen durchführbar.

    Alle Menschen, die nach ihrem Studium eine Weiterbildung zur Gynäkologin beginnen, lernen, wie man eine Ausschabung durchführt – vor allem auch, weil diese chirurgische Technik auch in vielen anderen Situationen angewendet wird. An nicht-christlichen Krankenhäusern werden zahlreiche Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt – und in der Weiterbildung lernt man dies (wenn man sich nicht aus individuell-ethischen Gründen weigert). Das Wissen zu medikamentösen Schwangerschaftsabbrüchen bleibt in der Weiterbildung an einem Krankenhaus jedoch oft auf der Strecke, da diese vor allem durch ambulante Frauenärztinnen durchgeführt werden. Krankenhaus-Gynäkologinnen können ihre Patientinnen insofern leider schlecht über Alternativen zur Ausschabung informieren.

    Unser Nachbar Frankreich hat bereits seit den 1970ern Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert. In Krankenhäusern gibt es Abbruch-Ambulanzen, an denen größtenteils medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden, chirurgische nur in fortgeschritteneren Schwangerschaftswochen oder bei (seltenen) Komplikationen des medikamentösen Abbruches. Sowohl werdene Hausärztinnen als auch Frauenärzte rotieren im Rahmen ihrer Ausbildung in diese Ambulanzen – sodass spätere Hausärzte recht breit aufgestellt Abbrüche in ihren Praxen anbieten, oder zumindest Frauen vor und nach einem Abbruch kompetent beraten können.

    Dass jede Medizinstudentin eine Ausschabung durchzuführen lernt, ist nicht sinnvoll.

    Die Forderungen ans Curriculum im Medizinstudium sollten also eher sein:
    – theoretisches Wissen zu den Indikationen (in welcher situation mache ich welchen eingriff?), Nebenwirkungen und Techniken des medikamentösen sowie des chirurgischen Schwangerschaftsabbruchs
    – Seminare, die Raum für Diskussionen zu Selbstbestimmungsrecht und zu verschiedenen ethischen Perspektiven auf Schwangerschaftsabbrüche geben – anstatt einfach nur zu vermitteln, was gesetzlich erlaubt und verboten ist

    Die Ausbildung werdender Gynäkologinnen zu Schwangerschaftsabbrüchen kann verbessert werden:
    -auch im Krankenhauskontext medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche anbieten und in die ärztliche Weiterbildung integrieren
    -alle (auch christliche) Krankenhäuser zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen verpflichten und dies zum verpflichtenden Teil der ärztlichen Weiterbildung für Frauenheilkunde machen – hiermit würde man übrigens auch Versorgungsengpässe in sehr christlich-geprägten ländlichen Regionen überwinden.

    Werdende Hausärzte sollte ebenfalls ermöglicht werden, sich zur Option des medikamentösen Schwangerschaftsabbruchs weiterzubilden und dies in einer Hausarztpraxis anzubieten.

    Für alle, die sich nun dafür interessieren, wie so ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch abläuft: In bestimmten Zeitabständen werden zwei Medikamente gegeben, die einerseits eine Ablösung der Gebärmutterschleimhaut samt Embryo und Plazenta bewirken und andererseits über eine Kontraktionsförderung zum “Abtransport” des gelösten Materials führen. Ergebnis ist die Induktion einer Blutung, die leicht stärker als eine normale Menstruationsblutung ist.
    Möglich ist ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch bis einschließlich der 9. Schwangerschaftswoche (gerechnet ab Zeitpunkt des ersten Tages der letzten Menstruation). Traurigerweise haben immer noch viel zu viele Gynäkologinnen veraltete Informationen und schicken ihre Patientinnen schon ab der 7. Woche zum chirurgischen, sehr viel riskanteren chirurgischen Schwangerschaftsabbruch.

    Siehe auch: https://www.dggg.de/fileadmin/documents/stellungnahmen/aktuell/2015/218_Stellungnahme_zum_Vorgehen_beim_medikatmentoesen_Schwangerschaftsabbruch.pdf

    1. Katrin sagt:

      danke Elli, viel gelernt! ich werde das mit rüber nehmen in den Lila Podcast 🙂

  10. Zu Holgis “Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, das zu besprechen”:

    Das Problem ist, dass Neo-Kapitalisten und deren Think-Tanks schon einen grossen Wunschzettel in der Schublade haben, und an dem Tag, wo die Gesellschaft beschliesst, dass die Kriese vorbei ist, haben diese Leute dann schluesselfertige Vorschlaege auf dem Tisch. Wenn “wir Linken” erst dann anfangen, ueberhaupt nach Visionen zu suchen, dann sind wir zu spaet. Darum *muss* das jetzt auch alles ausgesprochen und auf den Zettel genommen werden.

    Jutta Ditfurth hat im Interview hier https://rdl.de/beitrag/es-geht-nicht-um-soziale-sondern-k-rperliche-distanzierung?fbclid=IwAR04KgfdqimTvjqEf4lUCfaOPwSEbklXCvnym4KLYO_wTvcGtUvp86KIaNU auch darauf hingewiesen, dass wir staatliche Massnahmen, die jetzt in der Kriese etabliert werden, vermutlich nie wieder los werden, und darum ist es wichtig, da jetzt auch kritisch zu sein, trotz aller Motivation, die Pandemie in den Griff zu bekommen.

    Und es erinnert mich auch an die Lobby-Senatoren in den USA, die nach jedem Mass-Shooting immer sagen “Jetzt ist nicht der Zeitpunkt zu handeln, sondern zu trauern”, in der berechtigten Hoffnung, dass schon irgendein neues Helikopter-Ereignis stattfinden wird, wenn die Trauer vorbei ist, und dann ist schon wieder nichts geschehen.

    1. sofia Rodriguez sagt:

      Ja, genau! Und hier in Kanada laufen zur Zeit Bauarbeiten an einer verhassten pipeline weiter, mit hunderten von MAennern in einem camp. Und alles weil es in den letzten Wochen so viele Proteste auf den Strassen deswegen gab und Blockaden, und nun darf niemand auf die Strasse, und das nutzen die natuerlich aus. Wir muessen auch in dieser Zeit weiterdenken und aushecken! Auch wenn ich auch Angst um meine Eltern habe. Ich habe halt auch Angst um meine Tochter und Ihrer Zukunft in der Klimakrise.

  11. Mithrandir sagt:

    Ausgangssperre ist eigentlich das falsche Wort.
    Wir haben das hier in BW jetzt auch. Ich glaube, die Landesregierung hat es empfohlen, aber so ziemlich alle Gemeinden haben es umgesetzt.
    Du darfst raus zum
    – Arbeiten
    – Besuch von pflegebedürftigen (psychisch und physisch)
    – Mit Personen die eh in deinem Haushalt leben
    – Maximal 3 Personen mit entsprechendem Abstand, die nicht in einem Haushalt leben
    – öffentliche Verkehrsmittel nur mit entsprechendem Abstand

    ganz grob und ohne Bürokratendeutsch.

    1. Vally sagt:

      Hier in Bayern sind die Regeln schon deutlich strenger – man darf nur mit Leuten raus, die im eigenen Haushalt wohnen oder mit dem/der Lebenspartner*in, d.h. es wird – wie so oft in Bayern (bzw.in den Köpfen der Unionsleute) – davon ausgegangen, dass alle in einer heilen Familien leben (und Alleinstehende wurden vergessen).

  12. Mithrandir sagt:

    Die Telekom stellt auch einiges zur Verfügung und zwar ohne automatische Verlängerung und Stolpersteine:
    https://www.telekom.de/start/wir-verbinden

  13. Fabian sagt:

    Bezüglich der Herstellung von Desinfektionsmittel:
    Weil ich die Zutaten ohnehin noch rumstehen hatte, habe ich mich in den letzten Tagen ausführlich informiert und für die, die in der Nachbarschaft darauf angewiesen sind, etwas angemischt. Leute, die in der Wagenburg nicht überall fließend Wasser haben, o.ä. können es dann doch ganz gut gebrauchen.
    Erschreckend war dabei allerdings, dass in allen umliegenden Apotheken keinerlei Leerflaschen (Pumpsprüher ist optimal) mehr zu bekommen waren, aber man kann natürlich auch gebrauchte Gefäße dafür nehmen.

    Das von euch erwähnte Mischverhältnis von 2:1 Ethanol und Glyzerin muss ein großer FEHLER sein. Glyzerin ist im Verhältnis zum Ethanol nur in absolut geringem Maße Teil der Rezeptur. Außerdem: Sollte es da tatsächlich auch eine generelle Knappheit geben, müssten soweit ich weiß eine Vielzahl an Alternativen für die Hersteller zur Verfügung stehen. Die Empfehlung der WHO basiert in der Hinsicht nur auf der Annahme, dass es überall und sehr günstig zur Verfügung steht.

    Die Originalrezeptur lautet für einen Liter Desinfektionsmittel:
    833ml Ethanol (96%ig)
    42ml Wasserstoffperoxid (3%ig)
    15ml Glycerol/Glyzerin (98%ig)
    110ml destilliertes oder abgekochtes Wasser

    Alternativ
    752ml Isopropanol/Isopropylalkohol (99,8%ig)
    42ml Wasserstoffperoxid (3%ig)
    15ml Glycerol/Glyzerin (98%ig)
    191ml destilliertes oder abgekochtes Wasser

    Zwar habe ich hier noch die Zutaten in genau dieser Form, doch den meisten stehen sie so natürlich nicht zur Verfügung und das Anmischen sollte zur Sicherheit auch nur von jemandem vorgenommen werden, der mit so etwas geübt ist. Allerdings lässt sich auch anders noch recht einfach eine Alternative zu ausverkauften Desinfektionsmitteln schaffen, die genauso wirkungsvoll ist!

    Dazu folgende Erklärung / Anleitung:
    Das einzige, was in der Rezeptur für die Vernichtung der Viren verantwortlich ist, ist hochprozentiger Alkohol. Nach dem Zusammenmischen beträgt der Ethanolgehalt in der WHO-Rezeptur 80%.
    Ethanol ist Lebensmittelalkohol und steht zum Beispiel auch mit genau 80% als Strohrum im Getränkeregal (oder bei Opa im Keller). Dieser ist zwar als trinkbarer Alkohol hoch besteuert und nicht ganz günstig, aber lässt sich genauso einsetzen. Wesentlich günstigerer Brennspiritus (meist 94% Ethanol) eignet sich ebenfalls und ist zur Zeit noch in manchen Drogerien und Baumärkten zu bekommen, 1 Liter davon sollte aber mit zusätzlich 150ml abgekochtem Wasser verdünnt werden, um auf 80%igen Alkoholgehalt zu kommen.
    80% sind ideal, es gibt aber ein wenig Spielraum und kommt nicht auf Mililiter-Präzision an. Jedoch ist alles unter 62% NICHT viruzid wirksam!

    Der Zusatz von Wasserstoffperoxid und Glycerol ist zwar durchaus sinnvoll, aber für die eigentliche Wirkung nicht Voraussetzung.
    Wasserstoffperoxid stellt sicher, dass auch eventuell vorhandene Reste von Bakterien oder Pilzsporen beseitigt werden (muss dafür auch min. 3 Tage im Gefäß sein), diese Umgeben uns aber auch allgemein und haben keinen Bezug zum Virus.
    Glycerol dient der Pflege der Haut, die vom hochprozentigen Alkohol leicht angegriffen wird. Auch das ist nicht zwangsläufig notwendig und kann je nach Häufigkeit auch sehr gut mit dem Einsatz von ganz normaler pflegender Handcreme ersetzt werden.

    Ansonsten noch zu beachten: Während man bei Wasser mal mangels genauer Messbecher auch mit der Digitalwaage Mililiter in Gramm gut abmessen kann, ist die vor allem die Dichte von Ethanol und Gylcerol so abweichend, dass die 833ml Ethanol nur 665g wiegen, die 15ml Glycerol wiegen 19g.

    1. Titus von Unhold sagt:

      Für den Privatgebrauch, falls man kein Waschbecken zur Vefügung hat, reicht auch Nagellackentferner.

  14. nico sagt:

    Ihr seid ja sehr hoffnungsvoll was moegliche Auswirkungen und Lehren angeht. Leider ist die einzige offensichtliche Folgerung die sich mir aufdraengt wenn ich gerade irgendwelche Medien schaue, dass ein autoritaeres System wie in China (+Nachbarstaaten) im Zweifelsfall besser geeignet ist seine Buerger zu schuetzen.

    Nicht, dass ich da zustimmen wurde, aber die Entkraeftungen dieser Beobachtung, sind weniger talkshowkompatibel.

  15. Andreas sagt:

    Hi

    Ich wollte mich mal noch zu dem Thema Pflegekräfte äußern da ich in dem selbigen nun seit mittlerweile 22 Jahre tätig bin. Vorne weg zum Verständnis ich habe 18 Jahre in der Altenpflege gearbeitet und arbeite nun seit 4 Jahren in der Behindertenhilfe und hab eine Familie.

    Zum Thema Geld kann man nie genug haben wobei ich finde das mein Arbeitgeber mich nicht schlecht bezahlt und wir soweit alles haben was wir benötigen ja manchmal ist es living on the edge manchmal aber auch jammern auf hohem Niveau.

    Was ich für viel bedeutender finde ist das Leben das man als Pflegekraft führt manchmal einfach sehr schwierig für die Familie ist z.b wenn die Tochter ein fragt wieso man schon wieder nicht am Schulfest da ist und das alle anderen Papas das doch auch hinbekommen oder die Frau die Augen verdreht wenn das Telefon klingelt und man zum 3 mal einwilligt in einer Woche einzuspringen. All das hat mich damals aus der Altenpflege raus getrieben und ich bin zum glück da gelandet wo ich jetzt bin denn da wird darauf geachtet das man dann frei hat wenn man es braucht und das ganze Team versucht diesen Gedanken mitzutragen soweit es halt geht jeder der in diesem Beruf arbeitet weis was ich mein.

    Mein Fazit ist also vielleicht wollen die Leute mehr Geld vielleicht wollen sie auch nur jedes 3 Wochenende arbeiten all das sollte nach dieser Kriese wirklich angesprochen werden denn was nützen uns Beatmungsgeräte wenn sie irgendwann keiner mehr bedienen will.

    Ach ja und ich weis nimmer wo es Holger gesagt hat aber als er sich über die Armutsgrenze ausgelassen hat hab ich mich für ein Tag zum erstmal schlecht gefühlt weil ich nicht der Mittelschicht angehöre.

    Kommt alle gut durch die Zeit

  16. sofia Rodriguez sagt:

    Ich kann vollkommen verstehen, dass nun die akuteste Angst in unserem Inneren die gegenwaertige Angst um unsere geliebten aelteren Menschen ist. Ich zum Beispiel sitze in Kanada fest (sollte im Mai nach Deutschland zurueckziehen nach einigen jahren) und meine Mutter in Peru hat viele Lungeprobleme und ist nicht ganz vernuenftig mit dem social distancing. Ich sorge mich, dass, wenn sie sich ansteckt, ich nicht zu ihr reisen darf.
    Aber trozdem, die Wahrheit ist, dass mit der Klimakrise, wenn wir nicht jetzt sehr schnell handeln, (das wissen wir ja alle) seeeehr viel mehr Sterben und Leiden geschehen wird. Und das GND will gerade das verhindern, dass wegen sozialer Ungerechtigkeit und wegen extremen Klimawandel in den naechsten Jahren und Jahrzehnten Millionen von Leuten sterben und schrecklich leiden. Das kann man nicht ganz aus den Augen verlieren, auch wenn die Gegenwart so unheimlich ist.

  17. Fluffy Monoceros sagt:

    Einerseits ist es zwar, wie Drosten richtig ausführt, ggf. besser, erstmal “auf der sicheren Seite” zu irren. Andererseits sind die aktuellen Maßnahmen nicht einmal ansatzweise ad inifinitum durchzuhalten, und auf die Frage hat halt niemand eine Antwort, was denn Mitte April dann sein soll, wenn wir endgültig vor der Wahl stehen dazwischen, die Wirtschaft endgültig abzuwürgen, und ungehinderter Ausbreitung. Die Virulogen sagen mit Recht, das sei natürlich eine politische Entscheidung, und die Politk schwört alle auf den 19. April ein und tut so, als sei dann “Corona” durchgestanden.

    Aber gerade die Existenz dieser “Wahl” zwischen Pest und Cholera, die wir allenfalls gerade um ein paar Wochen verschoben haben, ist selbst wieder eine Entscheidung. Denn es müsste nicht so sein, dass eine Epidemie wahlweise das Gesundheitssystem sprengt oder die Wirtschaft; diese Dichotomie ist selbst eine direkte Folge von Sparzwang und schwarzer Null, von Wirtschaftsliberalismus und Kapitalismus, kurz: verdammt politisch.

    Wir haben bis dahin gerade faktisch per Gesetz fast dem kompletten Einzelhandel und extrem vielen Dienstleistungen komplettes Berufsverbot erteilt. Schon das ist wirtschaftlicher Beinahe-Selbstmord und vor allem verfassungsrechtlich hochgradig problematisch, mal ganz abgesehen von der Enschränkung der Bürgerrechte. Wir kriegen dann auch in Bälde wohl ein neues Seuchenschutzgesetz, in dem garantiert einige Ostereier stecken werden, wenn ich Spahn richtig einschätze. Wann wenn denn nicht im Zusammenhang mit diesen Entwicklungen wäre also politisch zu diskutieren? Wenn es zu spät ist? In den USA heißt es auch immer “now is not the time for politics”, wenn gerade etwas Furchtbares passiert ist, was letztlich aber auch nur eine fade Umschreibung für wishful thinking und Verdrängung und den Unwillen ist, über Folgen zu reden. Lieber weiter durchwursteln.

    Ich bin hochprivilegiert und verdiene gut und muss mir (noch) keine Sorgen um meinen Job machen, mein Arbeitgeber wird zumindest die nächsten Monate wohl durchhalten. Unser gesamter Vertrieb ist aber bereits in Kurzarbeit. Und wenn schon ich regelmäßige existentielle Panikattacken unterdrücken muss, wie geht es dann den Angestellten in Kleinbetrieben, die bereits jetzt vor dem Ruin stehen, oder den kleinen Freiberuflern, von den ganzen prekär Beschäftigten ganz zu schweigen? Ja, wir haben gerade die ALG-II-Sanktionen kurz mal ausgesetzt, toll. Aber sobald “Corona” auch nur ansatzweise eingedämmt ist, werden die ganzen Existenzen, die es gekostet hat, eben doch in den Sanktions-Mühlen zerrieben werden, vielleicht halt etwas verzögert.

    Noch so ein Thema, das wir gesellschaftlich in dem ganzen COVID19-Geraffel derzeit komplett ignorieren, sind die Zustände in den Lagern, wo tausende Geflüchtete unter jetzt schon unmenschlichen Bedingungen ausharren. Und ich meine nicht die aktuelle Verdrängung des Themas Geflüchtete aus den Medien, so schlimm die ist. Aber wenn in diesen Lagern COVID19 ausbricht, gibt es das eine humanitäre Katastrophe von einem Ausmaß, das wir uns nicht einmal vorstellen können. Wir müssten diese Lager auflösen, die Leute verteilen und unterbringen, und zwar europaweit und außerdem _jetzt_.

    Will sagen: es hängt alles miteinander zusammen. “Wir machen jetzt erstmal hier Eindämmung und ignorieren komplett alles andere” funktioniert auf keiner Ebene. Daher halte ich für wirklich legitim, genau und gerade auch schon jetzt zeitgleich darüber zu diskutieren, wie wir denn in Zukunft leben wollen, welche Folgen wir akzeptieren und welche nicht, wie wir mit ihnen umgehen können und wie wir solche Krisen in Zukunft als Gesellschaft stemmen wollen.

  18. Raimo sagt:

    Zu Corona: Neben dem Nähen von Schutzmasken ist der 3D-Druck eine Alternative.
    Zurzeit bittet die EU-Kommission Unternehmen um Hilfe für den 3D-Druck für medizinische Anwendungen, wie Schutzmasken, Ventile für Beatmungsgeräte, etc.:
    https://www.it-sicherheitscluster.de/dringend-3d-druck-kapazitaeten-gesucht-atemmasken/
    https://www.mission-additive.de/eu-kommission-startet-aufruf-zum-3d-druck-a-915949/

    In Italien haben 3D-gedruckte Ventile schon das Leben gerettet:
    https://www.3dprintingmedia.network/covid-19-3d-printed-valve-for-reanimation-device/
    https://www.mission-additive.de/3d-druck-rettet-menschen-in-norditalien-das-leben-a-914801/

    Eine vom Hersteller Copper3D gedruckte Schutzmaske ist hier beschrieben:
    https://www.3dnatives.com/de/nanohack-eine-3d-gedruckte-maske-zum-schutz-vor-covid-19/

    Ein belgisches Unternehmen druckt zur Coronaprävention Türöffner in 3D:
    https://www.mission-additive.de/3d-gedruckter-tueroeffner-zur-coronapraevention-a-914096/

    Vielleicht könnt ihr das für eure nächste Sendung mit aufnehmen. 😉

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