Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Hambacher Forst-Urteil, Kosten der Klimakrise, 2G oder 3G, Duterte und der Kakapo

| 28 Kommentare

Und noch mehr Wahlentscheidungshilfen

Urteile in Belarus, Vizepräsident Duterte, teure Klimakrise, Carbon Capture & Storage, Flug vs. Zug, noch mehr Wahl-O-Mat-Konkurrenz, Ergebnisse des Klima-Bürgerrats, Impfquote, 2G oder 3G und COVAX, Laschet und der Hambi, Sham Jaff zu Bolsonaro, der Kakapo, der Börsenticker und ein Faktencheck von Nándor Hulverscheidt.

Links und Hintergründe

I. Belarus

II. Duterte

III. Klimaschutz

IV. Mobilität

V. Noch mehr Wahlentscheidungshilfen

VI. Bürgerrat Klima: Empfehlungen an die Politik

VII. Gemeinwohlorientiertes strategisches Wählen

VIII. Das nervige Corona-Thema

IX. Urteil zum Hambacher Forst / Laschet

X. Guantanamo-Doku der ARD

XI. Sham Jaff über Bolsonaros Putschversuch

XII. Die gute Nachricht

XIII. Der Faktencheck von Nándor Hulverscheidt

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28 thoughts on “Hambacher Forst-Urteil, Kosten der Klimakrise, 2G oder 3G, Duterte und der Kakapo

  1. Sebastian sagt:

    Hallo
    bricht der player nur bei mir bei 17:56min ab? neustart etc hilft auch nix
    bis dahin aber supersendung 😀

  2. Katrin sagt:

    nee, das kann ich hier nicht machvollziehen und im Podcatcher auch nicht. vielleicht nochmal neu laden?

    1. Sebastian sagt:

      nu gehts.. komisch
      jetzt aber weiterhören.. anekdotisch evident is ja auch neue folge raus

  3. Dirk sagt:

    Zu dem 2G vs 3G hatte Kekule zuletzt in „seinem Podcast“ ein interessantes Beispiel. Wiedergabe aus meinem Gedächniss.

    Man muß ja davon ausgehen das auch geimpfte Covid bekommen können und oder weitergeben können. Genesene oder Geimpfte kommen ohne weiter Checks in ein Restaurant. Da kann dann einer dabei sein der gerade aktiv Covid weiterverteilt. Ist kein Problem, denn für einen geimpften ist es ja ungefährlich. Jetzt kommt aber noch ein getesteter rein. Der hat kein Covid, steckt also niemanden an, er selbst wird es sich dort aber hohlen und blockiert dann einen Krankenhausplatz.

    1. Katrin sagt:

      ja, eben. so ähnlich hatte Christian Drosten es auch erklärt

  4. NGC-Ollie sagt:

    @holgi auch ich würde sagen, manche Leute der FDP machen vernünftige Politik, vor allem kommunal. Trotzdem sollte man sie an ihren Taten messen und kaum sind die Grünen aus der Regierung: https://taz.de/Deutschlandkoalition-in-Sachsen-Anhalt/!5788276/

  5. David sagt:

    Eigentlich ist es doch nun logisch, daß eine Tonne CO2 nun exakt so viel wie so ein isländisches Containerding entziehen kann, kosten muß.
    Es wird wohl ab einem bestimmten Punkt (2045?) dann egal sein, wie viel Kosten 1l Rohölförderung kostet – es ist dann wichtig, wie viel die CO2-Kompensation als Gegenmaßnahme genau kosten muß. Wenn sich dann die Braunkohleheizung noch rechnet, ok. 😉 Aber wohl bestimmt nicht.
    Dieser Wert müßte kommunziert werden, nicht die 60€/t, auf die man sich festgelegt hat, die dann auf xx€/t steigen wird – bzw doch, ab 2045 muß dann der Kompensationspreis erreicht werden.

  6. gom sagt:

    Danke an den Fact Checker im Bezug auf Carbon Capture mal Problemstellen anzureisen. Diese Technologie ist tendenziell Irrsinn wenn die genutzte Energie aus fossilen Quellen kommt und die Unterbringung des CO2 ist auch ordentlich problematisch.
    Das ist auch so ein Ding, dass politisch wunderbar verkackt werden kann

    1. gom sagt:

      dicker Finger hat den Post vorzeitig ausgelößt..

      .. wenn da Fehlanreize gesetzt werden, dann befeuert am Schluss noch ein Kohlekraftwerk den CO2 scrubber, heizt den Planeten auf und erwirtschaftet Profite -.-

  7. Norbert sagt:

    NIOs Batteriewechselstation würde ich nicht mehr als Konzept bezeichnen. Davon gibt es bisher zwar nur ein paar Hundert, vor allem in Chinas Großstädten und entlang der Autobahnen, aber NIO bietet den Service auch erst seit 3 Jahren an. Bis Ende 2025 sollen es 4000 sein.
    Die mit den passenden Wechselbatterien ausgestatteten Fahrzeuge lassen sich nach wie vor an der Ladesäule laden, und auch diese „klassische“ Ladeinfrastruktur wird in China massiv ausgebaut (man hängt also kein Kabel aus dem Fenster, sondern parkt vor der Ladesäule um die Ecke oder hat eine in der Tiefgarage). NIOs Wechseltechnik ist außerdem Grundlage mehrerer chinesischer Industrienormen, die dann z.B. über Geely (Volvo) Einfluss auf die Entwicklung in Europa haben können.
    Was man immer im Hinterkopf haben sollte: In vielen chinesischen Großstädten ist es inzwischen sehr schwer bis unmöglich, einen Verbrenner-PKW anzumelden. Dafür ist vielerorts der Nahverkehr sehr gut ausgebaut. Die Situation für die Elektromobilität ist dort also eine ganz Andere als bei uns.

    Ein paar Links:
    Deutsch – Nio ES8 Battery Swapping in China: https://youtu.be/gYkYvaeNwMc?t=448s
    Stumm – NIO’s Newest Generation Power Swap Station 2.0: https://youtu.be/aBdQQxgxDrY

    Ehrlicherweise sollte man natürlich hinzufügen, dass NIO keine Kleinwagen baut. Das sind (fast) alles riesige SUVs.

  8. Dirk sagt:

    Zu den Carbon Capture System aus Island. Container kann man doch gut Stapel dann ist der Platzverbrauch nicht mehr so groß. 55000*8=440000 Container, sind dann knapp 22 Containerfrachter in der größe der Ever Given. Klingt dann doch gar nicht mehr nach viel.

    Wenn dann noch jemand Kernfusionkraftwerke zum laufen bekommt hat man die Lösung für die Klimakrise….

  9. Florian sagt:

    1 km2 (Quadratkilometer) = 1.000.000 m2 (Quadratmeter)
    Somit sollte also weniger als 1 km2 für die Container reichen. Selbst wenn man nicht stapelt.

    1. Titus von Unhold sagt:

      Fast schon irrelevant wenn man sich den Platzbedarf der 870 vierrädrigen Klimaschänder ansieht die diese Container erst nötig machen.

  10. Waldi sagt:

    Bei der Hambi Geschichte hat Holgi n paar falsche Sachen gesagt. Es ist ein Journalist gestorben, der von einer Leiter zwischen zwei Baumhäusern gestürtzt ist.
    Ich möchte aber nicht die Polizei schützen. ACAB

    1. Senjiu sagt:

      Ich hab vor langer Zeit Last Chance to See gelesen, also das Buch, bei dem Douglas Adams und Mark Carwardine aussterbende Tierarten besuchen. Einige davon gibt es inzwischen auch nicht mehr, zum Beispiel den Yangtse-Delfin. Beim Kakapo bin ich auch davon ausgegangen, dass er es nicht schaffen wird, weil im Buch auch beschrieben ist, wie die Balzrituale beim Kakapo funktionieren. (Im Prinzip ist das darauf ausgelegt, dass der Kakapo sich möglichst wenig vermehrt, so dass es nicht zu Überbevölkerung kommt.. da er keine natürlichen Feinde hatte bevor der Mensch welche eingeschleppt hat – was gut funktioniert solange es trotzdem genügend Kakapos gibt aber miserabel funktioniert wenn die Population im zweistelligen Bereich liegt)

      Schön zu sehen, dass er möglicherweise doch nicht ausstirbt!

      1. hirnbloggade sagt:

        Genau, das Paarungsverhalten des Kakapo ist seeehr ineffektiv, was bisher gut war, da er in seiner Umgebung keine natürlichen Fressfeinde hatte. Douglas Adams schildert das auch sehr unterhaltsam.

        https://www.youtube.com/watch?v=sCsHuoVABgI

        Die Fressfeinde haben die Europäer übrigens mitgebracht, z.B. Katzen.

  11. Dominic sagt:

    Ich finde auch, dass man Inlandsflüge verbieten sollte. Sie sind einfach in einem Land wie Deutschland in viele Richtungen Unsinn.

    Jedoch würde ich die Service-Qualität nicht so vergleichen, wie Dirk Gehlen dies tut. Verspätungen tun bei der Bahn enorm mehr weh, weil man an den meisten Bahnhöfen in Deutschland einfach im totalen Dreck steht. Im Winter ist es zudem arschkalt. In Frankfurt wird dann im Minutentakt vor Taschendieben gewarnt. Alles Umstände, die ich am Flughafen noch nie erlebt habe.

    Kommt es bei der Bahn zur Verspätung, kann man das eventuell mitbekommen, wenn der Lautsprecher nicht so dämlich aufgehangen ist, dass man eh nichts versteht. Irgendwie bekommt man sowas aber schon bei den meisten Flughäfen hin. Es stimmt, dass an Flughäfen weniger Verspätungen durchgesagt werden, jedoch sind Anzeigetafeln dort meistens so groß, dass man dort _alle_ Flüge des Tages immer nachschauen kann. Bei der Bahn hat man Glück, wenn die (!) Tafel überhaupt funktioniert. Bei der Bahn werden die Verspätungen zudem immer alle 5 Minuten um 5 Minuten fortgeschaltet, obwohl z.B. klar ist dass der Zug liegen geblieben ist (oder grad eine Pofalla-Wende macht).

    Wenn ich am Flughafen ankomme, bin ich mein Gepäck in der Regel schnell los und sehe es erst am Zielort wieder. Koffer kann man sicherlich auch am Flughafen verlieren (lassen), jedoch wird in den meisten Fällen das Gepäck gefunden und dann von der Airline nachgeliefert. Bei der Bahn hingegen hat man schon vor Jahrzenten den Gepäckwagen abgeschafft, die Sicherheit des Gepäcks ist Sache des Kunden. Ja es stimmt das dies für das Handgepäck auch im Flugzeug gilt, jedoch hält dieses nicht einfach an, wenn man auf dem Klo sitzt und lässt auch Leute ohne Ticket rein, die dann mal das Gepäck ausräumen (alles bei der Bahn schon erlebt).

    Dann ist das Überprüfen der Ticket _vor_ dem Betreten des Fahrzeugs auch ein enormer Vorteil. Ich habe es oft erlebt, dass auf meinem reservierten Platz einfach irgendwer saß (und auch nicht weggehen wollte). Zugpersonal findet man dann in der Regel nicht. Auch das _alle_ Fahrgäste einen reservierten Platz haben, ist ganz klar ein Punktesieg für’s Flugzeug.

    Zuletzt muss ich sagen, dass ich noch nie ein Flugzeug gesehen habe, dass in einem solch desolaten Zustand war, wie die meisten ICEs. Bei meiner letzten Bahnfahrt war die Toilette kaputt. Das bemerkten die Fahrgäste an dem Rinnsal, welches durch den gesamten Waggon floss. Mal davon ab, dass alle Toiletten in dem Zug kaputt waren. Würde sowas in einem Flugzeug passieren, würde die verantwortliche Airline sehr schnell auf einer No-Fly-Liste stehen.

    Es ist klar, dass so die Mobilitätswende nicht funktioniert. Was ich aber auch sehe ist, dass die Bahn an organisationalen Punkten scheitert (nicht an prinzipiellen). Diese können ohne weiteres von Flughäfen und Airlines abgeschaut und adaptiert werden. Es fehlt jedoch am Wille und am Personal (ich meine nicht die Lokführer) um dies umzusetzen.

  12. Florian sagt:

    So, habe mir gleich von meiner Frau einen eingefangen, dass sie die Leute ja gefressen habe, die unreflektiert und ohne den Podcast bis zum Faktencheck zu Ende zu hören, meinen, ihre besserwisserischen Kommentare rauspusten zu müssen. Mea culpa!

    1. Sry4wifey sagt:

      Sorry für deine Frau.

    2. Nándor Hulverscheidt sagt:

      Haha kein Problem, dafür ist der ja da 😉

  13. Georg sagt:

    Herzlichen Dank für die äußerst unterhaltsame Folge 🙂

    Zum Thema „Keine Lohnfortzahlung für Ungeimpfte in Quarantäne“:
    Da fand ich Lauterbachs Einwand ziemlich bedenkenswert, dass das nach hinten losgehen könnte, wenn dann nämlich Leute auch im aktuen Fall nicht mehr kooperieren. Also eben erst recht nicht testen, wenn sie Symptome haben und/oder länger krank zur Arbeit gehen und dergleichen. Ich find auch vorstellbar, dass Leute dann bewusst Kontakte nicht angeben, um ihre Impfgegnerbubble zu „schützen“. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sehr arme Menschen aus der Not heraus die Quarantäne brechen, um keinen Verdienstausfall zu haben.

    Zum Hambacher Forst:
    Ja, es ist ein riesen Skandal, was Laschet damals gemacht hat und ein noch größerer, dass das jetzt so nebenher weggewischt wird. Ich fand es aber damals schon von vornherein schräg, wie der Tod des Journalisten vor Ort von beiden Seiten unmittelbar den jeweils anderen vorgeworfen wurde und für den politischen Streit instrumentalisiert wurde. Hier eine Schuld zu konstruieren, find ich echt schwierig, weil wir es hier weder mit direkter Polizeieinwirkung zu tun haben noch mit einem Menschen, der aufgrund seiner politischen Überzeugung sozusagen gezwungen wurde, sich in diese Gefahrensituation zu begeben, wie ich das durchaus bei den Aktivisten sehe. Den Tod eines Reporters am Einsatzort denjenigen vorzuwerfen, die den Berichtsgegenstand verursachen, würde merkwürdige Konsequenzen nach sich ziehen.

  14. Tim sagt:

    Zum XXL-Bundestag: Ist es nicht faszinierend, dass wir das Problem überwiegend der CDU und der CSU zu verdanken haben? Ursprünglich mussten solche Fraktionsgemeinschaften mit jeder Wahlperiode vom Bundestag einzeln genehmigt werden. Zu 1969 haben CDU und CSU dann durchgesetzt, dass dies nicht mehr genehmigungspflichtig ist.

    Also, wegen dieser Sonderlocke der CDU/CSU-Fraktion, dieser Absprache, dass die CSU nur in Bayern antritt und die CDU nur im Rest des Bundesgebietes, nur wegen dieser einen Sonderlocke haben wir das ganze Problem mit den vielen Überhangmandaten.

  15. Florian R. sagt:

    Vielen Dank für die Folge.

    Ich habe noch Anmerkungen zu CCS. Die Rechnung mit den Kontainern ist zwar nett, aber nicht realistisch. Wie Holger bemerkt hat, braucht man noch den Speicherplatz. Dazu kommt, dass dieser Platz in Island sehr besonders ist. Einmal hat er die passenden Gesteine, so dass in der Lagerstätte das gelöste CO2 auskristallisieren kann. Es ist also nicht nur als Flüssiggas dort gespeichert, sondern als Feststoff und kommt damit echt schwer wieder in die Atmosphäre. Zweites ist dort ein Geothermiekraftwerk. Dieses liefert die benötigte Energie, um das CO2 einzusammeln und in Wasser einzulösen. Vermutlich ist die Lagerstätte dazu noch extrem durchlässig, denn sonst dürfte sich die Lagerstätte zusetzen. Ob wir sowas in Deutschland überhaupt haben, weiß ich nicht.
    Die große Herausforderung bei dem Verfahren ist es, das CO2 aus der Atmosphäre zu sammeln. Es ist deutlich einfacher das CO2 aus Abgasen zu sammeln, da es dort wesentlich höher konzentriert ist. Bei der Kohle war das mal angedacht und es gab dazu auch mindestens Pilotanlagen, das entfernt aber kein CO2 aus der Atmosphäre. Sinnvoller wäre es daher die Abgase von Biogaskraftwerken, Müllverbrennungsanlagen oder Blockheizkraftwerken (Gartenabfälle) zu verwenden.

    Viele Grüße
    Florian

  16. Michael sagt:

    Wisst ihr, dass nach der 2G Party in Münster nun 80 Leute mit Corona infiziert sind? Und mich erschreckt eure Meinung und zunehmende Radikalisierung immer mehr, dass Ungeimpfte aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden dürfen. Ihr tut ja gerade so, dass Geimpfte sich nicht infizieren können und aus diesem Grund sich nicht testen lassen brauchen.

    https://www.waz.de/panorama/mindestens-26-corona-infizierte-nach-club-party-in-muenster-id233277747.html

    „2G: Warum die Ausgrenzung der Ungeimpften falsch ist
    Die Impfung sei, so wird es fast parteiübergreifend betont, freiwillig. Und doch kann, wer sich gegen sie entscheidet (viele davon aus reiflicher Überlegung), in manchen Bundesländern bald nicht mal mehr ins Restaurant gehen oder Veranstaltungen besuchen. 2G nennt man das jetzt, was freilich harmloser klingt als dauerhaft eingeschränkte Grundrechte für Millionen Menschen.
    Die Begründung für das Vorgehen: Ungeimpfte stellten schließlich eine Gefahr für die Gesundheit anderer dar. Eine Begründung, die auf tönernen Füßen steht: Von einem negativ auf Corona Getesteten geht ebenso wenig, womöglich sogar geringere Gefahr aus als von einem Geimpften, der nicht getestet ist und der – das zeigen Untersuchungen – ebenfalls das Virus weitergeben kann. Ungeimpft – gefährlich, geimpft – ungefährlich: In derart einfältigen Mustern kann keine aufgeklärte Gesellschaft denken. Eigentlich.
    Doch genau diesem Muster folgt nun auch der Plan, Beschäftigte ohne Impfung, die von den Behörden in Quarantäne geschickt werden, ihren Verdienstausfall nicht mehr zu ersetzen. Dass selbst der DGB, der bisher nicht gerade mit übermäßiger Kritik an der Coronapolitik der Regierung aufgefallen ist, darin eine Impfpflicht durch die Hintertür erblickt, sollte zu denken geben.
    Der Verfassungsrechtler Volker Boehme-Neßler bringt es auf den Punkt: Wenn die Impfung tatsächlich freiwillig ist, dürften Impfunwilligen keine Nachteile entstehen. Doch genau das geschieht. Der Oldenburger Professor, selbst Impf-Befürworter, spricht bereits von einer schleichenden Kriminalisierung all derer, die sich gegen das Vakzin entscheiden.
    Das vielbemühte Gegenargument: Mit ihrer Weigerung schadeten Ungeimpfte aber doch der Allgemeinheit – und die Allgemeinheit solle dann auch noch für sie aufkommen? Ein Argument, das auf gefährliches Terrain führt. Denn mit seiner Hilfe ließe sich ganz anderes ebenfalls begründen – zum Beispiel, dass unser Gesundheitssystem stark übergewichtige Menschen oder Raucher nur noch auf deren eigene Kosten behandeln sollte. Eine Gesellschaft, die den Einzelnen nach seinem Wert oder seiner Belastung für die Allgemeinheit bewertet, ist aber keine lebenswerte mehr. Hoffentlich findet wenigstens diese Überzeugung noch Mehrheiten in unserem Land.“ Quelle: nordbayern.de

    1. Katrin sagt:

      Ich danke für den Kommentar, eine gute Gelegenheit, ein Missverständnis auszuräumen, das leider immer wieder – auch von den Medien – reproduziert wird: Die Gesellschaft hat keine Angst VOR Ungeimpften, sie hat Sorge UM sie.
      Die Menschen, die gerade die Intensivstationen besetzen, sind mehrheitlich Ungeimpfte. Die Menschen, die bei einer Infektion am schlimmsten erkranken, sind die Ungeimpften. Wenn Geimpfte sich bei 2G-Parties gegenseitig anstecken, werden sie dabei in der Regel asymptomatisch bleiben – schwer erkranken in den aller aller seltendsten Fällen. Die Geimpften also, die wie du wunderbar zitiert hast, sich oder andere anstecken können, werden selbst davon am wenigsten Schaden nehmen. Eine 2G-Umgebung ist daher für alle am sichersten – ja, auch sicherer für Ungeimpfte, denn so geraten sie nicht in die Gefahr, sich bei Geimpften anzustecken und deshalb schwer zu erkranken (was wie gesagt den Geimpften nicht passieren dürfte).
      Und ja, es geht hierbei natürlich auch um eine Lenkungswirkung – das darf man nicht verschweigen. Aber in einer Gesellschaft, in der jeder und jede sich kostenlos mit einem Impfstoff versorgen kann, der praktisch keine Nebenwirkungen hat – dessen Nebenwirkungen aber garantiert nur einen Bruchteil des Schadens anrichten, den Covid19 anrichtet – in so einer Gesellschaft gibt es keinen Grund, so zu tun, als sei es die größte aller Zumutungen, wie Ungeimpfte behandelt werden. Niemand zwingt sie, ungeimpft zu bleiben.
      Und jetzt noch ein wütendes Schlusswort: es gibt Menschen unter 12 Jahren, die sich noch nicht impfen lassen können. Man behilft sich mit der Krücke der Tests, doch die Inzidenz in dieser Altersgruppe ist hoch – Delta sei dank. Diese Gruppe zu schützen, das ist die Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Da Geimpfte in der Regel sehr viel häufiger als Ungeimpfte das Ende der Infektionskette darstellen – ja, das ist ein Fakt, der von dir zitierte Artikel unterschlägt das leider komplett – ist hier für mich der Hauptgrund zu sehen, warum Ungeimpfte einfach egoistisch sind und sich in Wahrheit nicht darum scheren, wie es anderen geht und wie man gemeinsam die Pandemie beenden kann.
      Quellen zu meinen Behauptungen:
      Coronavirus Update mit Christian Drosten: https://www.ndr.de/nachrichten/info/97-Wir-muessen-uns-aus-der-Pandemie-rausimpfen,audio962212.html
      Zitat: „ Der normale Geimpfte oder die Geimpfte hat eben eine Infektion, die kann passieren. Die wird aber meist gar nicht bemerkt oder die ist so harmlos, dass man sich deswegen jetzt nicht testen lässt. Darum tauchen diese Zahlen dann natürlich auch nicht in den Statistiken auf. Wenn man aber unter den positiv Getesteten schaut: Wie viele waren geimpft? Wie viele waren nicht geimpft? Da fällt einem dann eben schon auf: Die meisten waren nicht geimpft. Das wird sich aber natürlich, wenn der Impffortschritt weitergeht, auch ändern. Also das einfachste Szenario ist, sich zu denken, was wäre denn, wenn die ganze Bevölkerung geimpft wäre? Dann wären ja alle positiv Getesteten eben auch vorher geimpft gewesen. Sagt uns das allzu viel über die Gefährdung? Eigentlich nicht.“
      CDC: https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/science/science-briefs/fully-vaccinated-people.html
      Zitat: „ Infections with the Delta variant in vaccinated persons potentially have reduced transmissibility than infections in unvaccinated persons, although additional studies are needed.“
      Wir sprechen heute noch einmal ausführlich über das Impfthema und über Fragen, die Ungeimpfte sich besser stellen sollten, bevor der Herbst losgeht.

      1. Katrin sagt:

        Aber vergessen: Ja, solange nicht alle, die wollen, geimpft werden können, finde ich auch, dass wir zu ihrem Schutz auch die Geimpften immer dann testen sollten, wenn sie mit den U12 in einem Raum sind. Lehrer*innen in der Schule oder in Cafés und Restaurants. Aber das ist leider momentan in der Politik wohl komplett hinten runter gefallen – geht ja auch „nur“ um Kinder. Vermutlich reden sich noch immer die Mehrheit der Politiker*innen ein, diese würden ja eh „keine Treiber der Pandemie“ sein oder nie schwer erkranken.
        Umso erleichterter war ich zu hören, dass BioNTech in wenigen Wochen die 6-11-Jährigen impfen will. Ich drücke so die Daumen, dass es klappt! Aber ich nehme an, um die ging es auch in deinem Kommentar nicht?

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