Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Corona-Politik: Lindner, Orban und “die Mutter aller Probleme” Seehofer

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Links und Hintergründe

Was sonst noch war

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  1. Zu den Atombomben: Das sind “taktische” Atombomben, also Gefechtsfeldwaffen. Die fallen nicht auf Moskau, sondern auf Ziele im Hinterland des Angreifers. Oder die angreifenden Panzerverbände.

    Die Tornados sollen übrigens demnächst ersetzt werden: https://augengeradeaus.net/2020/03/tornado-nachfolge-wohl-split-eurofighter-und-us-modell/

  2. Zum Thema Atomwaffen: es stimmt, dass die NATO amerikanische Atomwaffen von deutschen Tornados „fallen lassen“ würde. Wo Holgi irrt ist, dass die bis Moskau fliegen sollten. Zumindest im kalten Krieg war die Idee, die rote Armee damit bei einer Invasion in Deutschland aufzuhalten, das Stichwort dazu ist der Fulda Gap:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Fulda_Gap

    Also eher so: deutsche Flugzeuge werfen amerikanische Atombomben über (West-)Deutschland ab. Weil, besser so, als dass der Russe es bekommt ?‍♂️

  3. Also..

    Warum ist es aus Sicht der Bundesregierung nicht möglich, Miet- und Haushaltskosten für Geringverdiener, für z.B: den Monat April, voll ganz aus Staatskassen zu bezahlen ohne jegliche Rückforderungen gegenüber den Mieter.. Zur Erinnerung bei der Bankenkrise 2008 hatte man ganz schnell 30 Milliarden Euro über… es gibt kein Volk, und erst recht keine Sozialpartnerschaft…

    Deswegen, Aktion “gibt #KeineMiete” alle Mieter und Mieterinnen bitte mitmachen… und im April keine Mieten überweisen, mit dem verweis, das sich euer Vermieter doch bitte an das Bundesfinanzministerium wenden soll..!

    ansonsten, ein guter kommentar zu unsren systemrelevanten-irrelevanten gibt es hier:
    https://radiocorax.de/coronakrise-als-offenbarungseid-des-kapitalismus/

  4. Ich gehe jetzt mal von mir aus. Diese Ausgangsbeschränkung ist im Moment psychisch das reinste Gift für mich und ich weiß nicht wie lange ich es aushalten kann. Zuhause sitzen ist im Moment unerträglich, weil ich zwei Schicksalsschläge erleiden musste und es wäre besser, wenn ich raus und unter Leute könnte. Im Moment sitze ich ganz alleine in meiner Wohnung und starre aus dem Fenster. Mehr geht auch nicht, weil ich von meiner Arbeit freigestellt wurde. Meine Freunde wollen den persönlichen Kontakt meiden.

    Der Mensch ist ein soziales Wesen und ich merke gerade wie sehr das so ist.

    • Hallo Klaus,
      das tut mir sehr leid zu lesen.
      Spazieren gehen, telefonieren, Videochat oder so sind vielleicht hilfreich.
      Ansonsten pass gut auf dich auf. Es gibt in verschiedenen Städten Telefonseelsorgen und ähnliche Angebote, wo man sich derzeit auch hinwenden kann, wenn die psychische Belastung zu groß ist. Das sage ich nicht nur so dahin, sondern ich rate wirklich, da lieber früher als zu spät mal anzurufen – meistens sind die wirklich hilfreich in Krisenlagen.
      Alles Gute!
      Katrin

      • Hey Katrin,

        danke für die Tipps. Ich wollte jetzt keine suizidale Tendenz zum Ausdruck bringen. Da bin ich weit davon entfernt. Ich gehe täglich mit meinem Hund spazieren und Videochats mit Freunden machen wir seit gestern auch. Sport kommt auch noch dazu. Zuhause fühlt es sich sehr nach Gefangenschaft an. Die Abwechslung fehlt und ein Kaffee mit Freunden ist durch nichts zu ersetzen.

        Euch auch alles Gute und bleibt gesund!

    • Hallo Klaus, ich kann da Katrin nur beipflichten. Ich habe vor zwe Jahren aufgrund von Trennung auch mal bei der Telefonseelsorge angerufen. Hat mich zwar erst ziemlich Überwindung gekostet aber es hat mir wirklich gut getan. Auch das rausgehen in die Natur war hilfreich. Ich war viel in Wald und Wiese unterwegs und hab Tiere beobachtet und fotografiert. Kannst du ja auch mal probieren. Ich hoffe das du einen Weg findest dir die Situation erträglicher zu machen. Liebe Grüße Pepe

      • Danke, lieber Pepe! Meine Freunde sorgen sich gut um mich aber meiden momentan allgemein den Kontakt zu Menschen.

        Bleib gesund!

  5. Hö? Höre gerade die Wochendämmerung »Mit dem Elektro-VW-Bus (T2) über den Hippie Trail nach Indien« und schaue mir parallel diesen Artikel an: https://www.spiegel.de/auto/vw-e-bulli-eclassics-bringt-t1-als-elektro-serienversion-a-99d394a3-11e9-45e8-9315-b323aab94f96
    … und wusste eben kurz nicht, was ich gehört, oder was gelesen, oder ob ich Fieber habe …

  6. Hallo Katrin und Holgi,
    ihr habt gerade über den Kommentar zum Drosten Podcast geredet. Auf der einen Seite sehe ich darin die Aussage, dass Wissenschaft auch nur Glauben ist, auf der anderen Seite werden, meines Erachtens, zu viele Ebene miteinander vermischt. Drosten macht hier situationsangemesse, gute Wissenschaftskommunikation. Ob das es Journalismus ist oder das richtige Format, darüber kann ich mir noch keine Meinung bilden.
    Warum sich nun die Menschen den Podcast anhören, ist wieder eine andere Sache. Wahrscheinlich wird es Menschen geben, die ihn hören, weil sie gute Nachrichten hören wollen oder gar ein Heilsversprechen, in dem Sinne, dass es eine schnelle Heilung der Krankheit gibt.
    Ich persönlich finde eher den Wissenschaftsaspekt spannend bzw. suche auch nach Quelle, die unaufgeregt über das Thema berichten (nicht welcher Promi ist jetzt krank?) und versuche den Menschen auszuweichen, die gestern noch Fussballbundestrainer waren und heute Virologen, die einen im Zweifelsfall noch mit Fake News bombadieren.

  7. Wenn ich mal irgenwann reich werden sollte schenke ich dem Holgi einen Tornado 😉

  8. zum Thema Systemrelevante Arbeitsplätze

    der Abspann war sogar mit Inhalt – das war gut. Gings zu Beginn auch um systemrelevante Arbeitsplätze?
    da werden derzeit in den Medien ja
    -LKW-Fahrerinnen
    -Verkäufer
    -Krankenpflegekräfte und auch Ärzte
    -Polizei und Feuerwehr
    usw. als Blase durch die Berichte getrieben.

    Aber: konkrete frage:
    gibt es hierzulande (also mit dem jetzigen Gesellschaftssystem und Lebensweise) überhaupt einen nicht systemrelevanten Arbeitsbereich?

    Industrie: ist wichtig – sehr elementar
    Ohne gibt es keine Produktion von Desinfektionsmittel, verbandmaterial Diagnosgeräte und alles im bereich Medizin – es gibt keine Mühle um Getreide zu Mehl zu verarbeiten, es gibt kein getreide, da keine aussaat und Ernte usw. Es gibt keine Nahrungsmittel
    Es gibt nix. Nur Prepper können kurze Zeit ohne Industrie überleben.
    Niemand kann sich hierzulande selbst versorgen.
    Industrie stellt auch um: bekannt mir kleinem Textilbetrieb fängt nun an Schutzkleidung (geeignet für Einweg und Mehrwegfilter) zu produzieren statt Klamottengedöns. Das geht schnell wenn auch ohne Zertifizierung usw.

    Aber warum verzichten die Medien darauf hier zu klatschen und zu loben?

    Ich betrachte sogar die Unterhaltungsindustrie als systemrelevant – ohne gibt es keinen podcast vom Drosten, und keine Tagesschau usw.

    Auch Finanzindustrie ist systemrelevant: Alternative ist dann Tauschhandel und damit fast keinerlei Handel mehr. Also auch kein Mehl oder Klopapier mehr.

    Handwerk: das ist systemrelevant und wird in der Tat anerkannt. (wenn auch mit Berufsverbot wie beim Friseur)

    kann mir jemand einen einzigen Arbeitsplatz nennen der nicht systemrelevant ist?

    • Wenn man argumentiert wie Du, dann ist selbst Werbung, die ja gern als parasitär wahrgenommen wird, systemrelevant, weils die Medien finanziert.

      Vermutlich gehts den Medien darum, dass sonst eher gering geschätzte Berufe wie Kassiererin oder eher unsichtbare wie die Pflege auf einmal wichtig sind.

    • Nicht systemrelevant sind vielleicht Daytrader … und Adelsexperten. 😉

    • Weil die Meldung gerade reinkam, für BW gilt ab jetzt:
      – ambulante Einrichtungen und Dienste der Wohnungslosenhilfe […] psychatrische Einrichtungen und Dienste […] Drogen- und Suchtberatung gehören jetzt zur kritischen Infrastruktur.
      – Die Schließung von Bildungseinrichtungen gilt nicht für Schulen der Altenpflege, Krankenpflege, Notfallsanitäter, MTA und PTA etc.

      Zum Thema Systemrelevante Berufe:
      Ich seh da schon Menschen die unser System und unser tägliches Leben am Laufen halten. Früher wurden die halt sichtbar wenn sie mal gestreikt haben (was dann meistens wieder als Ärger auf sie zurück gefallen ist, z.b. öffentlicher Nahverkehr). Jetzt werden die halt mal positiv sichtbar. Schön wäre es wenn sich auch noch für die Zeit nach der Krise das irgendwie positiv auf diese Menschen auswirken würde z.b. über mehr Wertschätzung, Bezahlung und besseren Arbeitszeiten. Aber da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und schnell wieder in seinen alten Trott zurückfällt fürchte ich, das wir in Zukunft all die Verkäuferinnen, Krankenpfleger und LKW Fahrer wieder abfällig behandeln und ausnutzen wo es nur geht. 🙁

      Was sind nicht Systemrelevante Arbeitsplätze?
      Ich denke nicht das wir wirklich jeden Handwerker brauchen, auch nicht jeden Industriearbeiter. Von der Verwaltung ganz zu schweigen. Stichwort Zombiearbeitsplätze. Die hat man halt mit durchgezogen unter dem Credo “Arbeit für alle”, aber eigentlich war das nicht wesentlich mehr als Selbstbeschäftigung.
      Eine Finanzindustrie braucht es in dem Umfang definitiv nicht. Unsere Währung und das Geld hängt nicht von der Finanzindustrie ab. Dafür braucht es lediglich eine Instanz die das Zahlungsmittel definiert und überwacht. Dazu noch die Möglichkeit für jeden einzelnen sein Geld zu verwalten (Filiale, Online etc.). Dafür braucht es keine Finanzindustrie mit Investmentbanker und Spekulanten die ihr Geld mit Geld und Scheinbuchungen verdienen.

      Was bleibt: Ich hoffe diese Krise bewirkt tatsächlich ein Umdenken (in der Gesellschaft und bei jedem Einzelnen) und eine Wechsel der Sichtweise was wirklich wichtig ist und was wir in unserem System ohne großen Komfortverlust weglassen können.

      • Zitat:
        Schön wäre es wenn sich auch noch für die Zeit nach der Krise das irgendwie positiv auf diese Menschen auswirken würde z.b. über mehr Wertschätzung, Bezahlung und besseren Arbeitszeiten. Aber da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und schnell wieder in seinen alten Trott zurückfällt fürchte ich, das wir in Zukunft all die Verkäuferinnen, Krankenpfleger und LKW Fahrer wieder abfällig behandeln und ausnutzen wo es nur geht.

        Das Problem bei besserer Bezahlung ist, dass man dafür die kapitalistische Logik überwinden müsste. Es ist Arbeit für gering Qualifizierte, die traditionell schlecht bezahlt wird, weils so viel gering Qualifizierte gibt, die den Job mit ein wenig Einarbeitung machen könnten.

        • Richtig. Die Frage ist also, wie kann man die Bezahlung von Menschen so regeln damit diese davon ein stabiles Einkommen haben und somit in eine sichere Zukunft blicken können.

          Und überhaupt, was heißt gering Qualifiziert? Ich hab eine Ausbildung und hab zusätzlich studiert. In der Pflege könnte ich trotzdem, selbst nach Einweisung, nicht wirklich arbeiten. Offensichtlich sind gerade verschiedene Berufe Systemkritisch, also wichtig. Also sollte (persönlich und gesellschaftlich) ein umdenken stattfinden das die Bezahlung von der Wichtigkeit und nicht von der Qualifikation abhängt.

          Was die Arbeitszeiten angeht, die gehen fast einher mit der Bezahlung. Wenn mehr in den Bereichen arbeiten würden (vor allem Gesundheit und Pflege) gäbe es auch das Problem mit Doppelschichten und Überstunden so nicht mehr

          Das was wir alle sofort ändern können ist die Wertschätzung. Mit den Menschen die für uns (persönlich und gesellschaftlich) arbeiten auf Augenhöhe und mit Respekt reden. Wer unterhält sich in der Firma freundlich mit der Putzkraft oder dem Personal in der Kantine? “Bitte”, “Danke”, “Guten Morgen”. Wer hat ein freundliches Wort zum Personal in den Supermärkten? Frägt freundlich nach einem Artikel und bedankt sich dann für die Auskunft?
          Wie viele sehen diese Menschen nur als niedere Befehlsempfänger? In meinem Alltag als Kunde bekomme selbst ich da manchmal wirklich hässliche Szenen mit bei denen ich mir denke: “Hallo, du redest hier mit einem Menschen und nicht mit deinem persönlichen Sklaven”

      • “Ich seh da schon Menschen die unser System und unser tägliches Leben am Laufen halten”

        also doch Industrie und Handwerk und Finanz und Dienstleistung (dazu zähle ich auch Medizin und Verkauf) und Unterhaltung.

        zu deinem Hinweis: welcher handwerker ist deiner Meinung nach nicht systemrelevant, oder gar welcher Industriebereich? mir fällt da absolut nix ein.

        und zu oben:
        auch daytrader haben weltweit betrachtet eine Berechtigung.
        Nur diese Finanzdienstleistung gleicht Ungleichheiten im weltweiten und regionalen Handel aus.
        Im Groben ist sogar Landwirtschaft davon abhängig, da vorplanbare Abnahmepreiese und Mengen (weltweit asusgeglichen) eine Planung ermöglichen was in einigen Monaten geerntet werden soll.

        Das Problem sind 8Mrd. Menschen. Die Versorgung mit Technik, Dienstleistung udn Nahrung ist in kelinem Umfang nicht mehr möglich.
        Alternative , dass jeder Selbstversorger wird benötigt zu viel Naturfläche und zerstört die Umwelt entsprechend.

        auch Adelsexperten: gehört in der Bereich der Unterhaltungsindustrie. Da besteht derzeit kaum Nachfrage und die Experten werden eben plötzlich zu Experten über Viren. So gesehen waren die Experten eben der Vorrat die nun das andere Thema verbreiten.
        Und Information zu verbreiten ist auch systemrelevant.
        Niemand erwartet derzeit den Rundfunk abzuschaffen weil unwichtig.

        • Handwerker:
          Ich persönlich brauche keinen Frisör, allgemein sehe ich diesen Beruf und seine Dienstleistung als Luxus. Vielleicht nicht grundsätzlich alle, aber Schicki Micki Salons und Barbershops braucht es ganz sicher nicht für ein geordnetes System.
          Auf Maler und Tapezierer kann man sicherlich auch erstmal verzichten.

          Oder andersrum, welche Handwerker braucht es den dringend, auch in Zukunft:
          Elektriker, Gas Wasser Heizung, Schreiner, Maurer, Hoch und Tiefbau, Bäcker, Metzger.
          Welche hab ich vergessen die wichtig und Systemrelevant sind?

          Ich sprach nicht von ganzen Industriebereichen, ich sprach von “auch nicht jeden Industriearbeiter”. Was ich damit meinte ergibt sich wenn man die Sätze die danach kommen liest.

          Erstaunlicherweise kam kein Widerspruch bei der Verwaltung. Warum? Zu offensichtlich oder zu Klischeehaft?

          “Nur diese Finanzdienstleistung gleicht Ungleichheiten im weltweiten und regionalen Handel aus.”
          Energischer Widerspruch. Alleine die Behauptung “nur” ist falsch und zeigt lediglich das andere Möglichkeiten gar nicht in Betracht gezogen werden wollen. Selbstverständlich kann auch der lokale und weltweite Waren ausgleich auf verschiedene Arten geregelt werden. Dafür braucht es keine Finanzdienstleister die mit dem Verschieben von Optionen auf Nahrungsmittel Geld verdienen. Vielleicht wäre die Welt sogar etwas besser und gerechter ohne diese Art von Finanzdienstleistung.
          Was Landwirte in einigen Monaten ernten wollen entscheiden diese übrigens schon seit der Sesshaftigkeit der Menschheit recht gut beim planen der Aussaat. Lagerhaltung um Überproduktion vorzuhalten und magere Zeiten auszugleichen, sowohl im lokalen als auch überregionalen, funktioniert auch schon seit einiger Zeit recht gut. So ungefähr seit Anbeginn der Menschheit.

          Das Spekulanten dabei plötzlich so wichtig sind das es ohne sie nicht geht, kam wohl erst mit den ersten Spekulanten auf und wird so wohl auch nur von den Spekulanten selbst energisch behauptet.

          Informationen sind selbstverständlich wichtig. Rundfunk erachte ich dabei als einer der wichtigsten Grundpfeiler. Wie kannst du behaupten der sei unwichtig?
          Eine vielfältige Medienlandschaft ist wichtig: Radio, Zeitung, Fernsehen. Aber braucht es wirklich jedes Boulevardblatt? Braucht es wirklich jeden Trashkanal? Welche Information und Erkenntnisgewinn liefert ein “Adelsexperte”. Unterhaltung um des Unterhaltungswillen?

          • Stimmt: da habe ich nicht breit genug gadacht.

            Die Unterschiedung zu systemrelevant und eben nicht sollte nie nach Berufgruppe meacht werden, denn in jeder Berufgruppe gibt es relevante und solche die das nicht sind.

            wobei Profisportler komplet unwichtig sind. Die zählen zwar grob zur Unterhaltungsindustrie ähnlich wie etwa Tagesschau aber ohne Mehrwert.

            Thema Finandienstleister. Die sind wichtig. Tauschhandel wird in einer Gesellschaft wie unserer nie funktioniern.

            Industrie ist wohl ganz breit wichtig, kann nur wenige Wochen und sei es weil danach Ersatzteile fehlen werden abgeschaltet werden. Es bringt nix wenn im krankenhaus die Geräte auf Anschlag alufen und kein handwerker das hergestellte Teil einbaut damit der Pflegebereich weiterarbeiten kann.

            Die Bereich die jetzt bejubelt und beklascht werden (verkauf, Pflege, Transport) ist abhängig von Produktion und Dienstleistung dafür.

          • Ohne Profisport kein Breitensport in jetzigem Umfang, ohne Breitensport noch mehr Fettleibigkeit und einhergehende Volkskrankheiten…

  9. zum Thema: soziale Distanz
    der Begriff ist total falsch: es geht um räumlichen Abstand. Wenns englisch sein muss eben local distance. Persönlich darf weiterhin ohne Abstand kommuniziert werden. Seit Erfindung von Telefon Brief, Fax Internet usw. komplett voneinander getrennt

    aber das ist wieder ein Punkt worüber nur Menschen in der Stadt oder allgemein Ballungsgebieten jammern können.
    Auf dem Land in der Provinz und total abgelegen änndert sich nun mit Ausgangsbeschränkung und Sperre garnichts.
    Ich kann weiterhin paar Schritte machen und steh im Wald und andere Rrichtung am Bach und nochmal andersrum beim Nachbar vor Terasse.
    Das ist weiterhin erlaubt und wird überall auch so durchgeführt.
    Es hat sich auch nichts geändert beim öffentloczhen Nahverkehr: den gabs nicht und jetzt gibts den noch immer nicht.
    Es gab im nahen Umkreis keine Kulturveranstaltungen und die gibts jetzt auch nicht.

    Wer also als Stadtbewohner das Erlebnis eine Landbewohners haben möchte: jetzt ist die perfekte Gelegenheit.

    Ich jammere nicht, jeder darf sich den Wohnort aussuchen. Aber ich amüsiere mich über das ständige Jammern der Bewohner im Ballungsgebiet. bisher Wohnkosten, jetzt zusätzlich Mobilität und Kulturbeschränkung.

    • Ich weiß ja nicht wo auf dem Land du wohnst, aber hier auf dem Land gab es sehr wohl Kulturveranstaltungen (z.b. Konzerte von Musikvereinen, Chören etc.), gesellige Zusammenkünfte (Straßen-, Dorf-, Schützen-, Vereinsfeste) und sonstige Aktivitäten (Vereine jeglicher Art und Kirchen). Gut, das sind alles Aktivitäten die von Menschen abhängt die sich entsprechend einbringen. Nichtsdestotrotz fällt das jetzt gerade alles weg, was insofern tragisch ist, da es der soziale Kitt ist aus dem das Landleben eben besteht.
      Die soziale Distanz zwischen Einfamilienhäusern mit Garten ist da plötzlich sehr viel größer als wenn ich in einem Mehrfamilienhaus die Wohnungstür aufmach und direkt vor der nächsten Tür stehe oder auf dem Balkon stehe und 2 Meter neben mir der Nachbar auf seinem Balkon.
      Ob es grundsätzlich jemals angebracht ist sich über das (tatsächliche oder vermeintliche) Leid und Jammern anderer zu amüsieren wage ich mal zu bezweifeln.

      • ja: es gibt “auf dem Land” auch Kultur.
        aber schon immer mit der räumlichen Distanz.

        Musikverein, Chor oder Kirche ist ja nur im nächstgelegenen Dorf. Ob da statistisch eine Untergrenze an Einwohnern gibt kann sogar sein.
        Vermutlich sollte eine Dorfgemeinschaft durchaus mehr als 500 Einwohner haben um Kultur und Vereine stabil zu erhalten.
        ehemalige Gehöfte und Hofansammlungen die inzwischen nicht mehr zwingend Landwirtschaft betreiben sind eben ohne diesen Luxus.
        Sofern Mobilität besteht (Auto) derzeit kein Problem. Sobald persönliche Mobilität künftig eben teurer wird kommt das Problem erst. Lösung ist dann eben iorgendein System ähnlich wie derzeit Taxi.

        Ausnahme wenn dort Künstler einziehen und Kleinkultur anbieten. Dann liegt das Problem der enfernung und der Mobilität bei den möglichen Besuchern.

        Vorteil derzeit: innerhalb dieser kleinen Wohnorte unterhalb wenigen 100 Einwohnern ist von Corona-Krise nichts zu spüren.

        • Also, wenn es im 500 Seelen Dorf einen Musikverein, Chor etc. gibt dann findet die “Kultur” für diese 500 Menschen direkt vor der Haustür statt. Nicht im nächsten Dorf.

          Ob es eine Untergrenze an Dorfbewohner gibt die notwendig sind für ein stabiles Vereinsleben weiß ich nicht. Ich vermute aber für ein kulturelles Dorfleben (egal ob Verein, Club, Kirche etc.) braucht es nicht mehr als 2-3 Großfamilien. Engagement und Zusammenarbeit vorausgesetzt. Hängt halt immer von den Menschen ab.
          Untergrenzen für bestimmte Einrichtungen dürften wohl nur für Feuerwehren und Kirchengemeinden relevant sein. Für Feuerwehren übernimmt halt der Hauptort oder ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Flecken die Aufgaben. Also auch hier alles in Reichweite.

          So einsame Gehöfte die abgeschnitten von jeglichem kulturellem und Leben sind gibt es hier in Mitteleuropa eigentlich nicht, oder? Selbst die abgelegtesten Höfe gehören zu einer Gemeinde/Dorf/Stadt die selbst fußläufig in unter einer Stunde zu erreichen ist.

          Tatsächlich ist der fehlende öffentliche Nahverkehr im ländlichen Bereich derzeit tatsächlich ein Vorteil. Da fällt nichts weg und die Menschen sind einfach weiterhin so mobil (eigenes Auto) wie bisher auch.

          • “So einsame Gehöfte die abgeschnitten von jeglichem kulturellem und Leben sind gibt es hier in Mitteleuropa eigentlich nicht, oder? Selbst die abgelegtesten Höfe gehören zu einer Gemeinde/Dorf/Stadt die selbst fußläufig in unter einer Stunde zu erreichen ist.”

            Schau dir die Eifel an, dort liegen die Hälfte aller Orte in DE mit weniger als 100 Einwohnern. Und einige bestehen tatsächlich nur aus Gehöften und Wohnplätzen, angebunden an ein “Dorf” welches eigentlich zwei zusammen gewachsene Wohnplätze sind.

            Der Landkreis Vulkaneifel hat 60.000 EW auf einer Fläche die etwas größer ist als Berlin. Medianalter 50 Jahre, wenig Arbeitsplätze für höher Qualifizierte oder Akademiker. Entsprechend hast du viele Auspendler nach Trier, Luxemburg oder Köln/Bonn und lange Wege zu zentralen Sportstätten (die auf den Dörfern fehlen).

            Das “Kulturangebot” außerhalb von Schützenverein, Kirchenchor und Fußball ist eher ärmlich.

  10. Sind Religionen nicht deshalb entstanden, weil es viele Dinge gab, die sich die Menschen nicht anders durch das Handeln von Göttern erklären konnten, die aber später durch wissenschaftliches Forschen erklärt wurden?

  11. Gerhart Baum im Interview beim Spiegel: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-politiker-gerhart-baum-zu-corona-hueten-wir-uns-vor-dem-virus-sicherheitswahn-a-11303c94-230c-489e-950d-2fcdd3645b22

    Wesentlich zurückhaltender formuliert, aber beim Punkt “Zusammenbruch der Wirtschaft” nicht weit wegvon Lindner.

  12. Liebe Kathrin, Lieber Holgi,

    Danke für eure Folge, wie immer sehr informativ und spannend.
    Ich habe ein Interview mit Dariush aufgenommen, welcher auf der Mare Liberium gerade vor Lesbos liegt und über die dortige Lage geredet. Falls wer Interesse daran hat:
    https://soundcloud.com/user-762131270-508817154/na-oben-treten-nach-unten-die-hand-reichen
    Triggerwarnung: Gewalt und sexuelle Gewalt, sowie alles in allem keine total positive Sendung.

  13. Hab gerade aufgestockt und bin zu den Ultras gewechselt, aber ich brauche keine Fanpostkarte und Gaddas Bücher besitze ich schon. Liebe Grüße und bleibt gesund mit allen Euren Lieben, ich freu mich jede Woche auf die Sendung.

  14. Die Äußerung von Lindner jetzt noch einmal in Ruhe angehört. Und… ähm… wo genau sagt er, der aktuelle Zustand sei nur deshalb nicht dauerhaft aufrecht zu erhalten, weil Wirtschaft? Er listet mehrere Punkte auf:
    1. erzwungenes Social Distancing widerspricht der “menschlichen Natur”,
    2. Einschränkungen von Versammlungsfreiheit etc. sind ein Problem in einer freien Gesellschaft,
    3. wenn die Akzeptanz sinkt (und irgendwann wird sie das), kriegen wir Kleinkrieg in der Gesellschaft,
    4. und wirtschaftlich auf Dauer scheiße ist der Zustand auch noch.

    Den Verweis auf die “menschliche Natur” interpretiere ich schlicht als einen auf Menschen als soziale Lebewesen: Isolation ist unangenehm bis quälend, Video-Chats hin oder her. Auch ist die Rechtsgrundlage der Ausgangsbeschränkungen in der Tat arg dünn, unter anderem weil wir anstelle parlamentarisch beschlossener (und hoffentlich befristeter) Gesetze einen Zoo reiner Exekutiv-Anordnungen haben. Und Stichwort Compliance: schon jetzt haben wir einerseits kleine Grüppchen, die einen Scheiß auf die Beschränkungen geben, und andererseits durchaus einige Blockwarte, die nun zur Anschwärz-Höchstform auflaufen. Lobos Wort der “Vernunft-Panik” kommt da in den Sinn. Und ja, wirtschaftlich äußerst “teuer” ist die verordnete Schließung Zigtausender Geschäfte auch, da gibt es nichts zu deuteln.

    Wo genau ist da Holgis Lesart, Lindner hätte eine Kausalkette über die angebliche menschliche Natur des Homo oeconomicus aufgemacht, der nur dann Mensch ist, wenn er arbeitet und Geld verdient? Das hat er meiner Ansicht nach nicht. Und, Disclaimer: ich mag den Mann nicht. Aber fair bleiben will ich dann doch.

    Und irgendwie Recht hat er halt: der aktuelle Zustand kann vielleicht noch ein paar Wochen so aufrecht erhalten werden, aber dann werden wir Dinge ändern _müssen_. Es ist nicht die Frage, _ob_ wir mittelfristig Regelungen ändern müssen, sondern eben nur _wie_. Da hat selbst ein Christian Lindner Recht, da beißt die Maus keinen Faden ab, egal wie unsympathisch ich ihn als Person und wie überflüssig ich die FDP als Partei finde. Der Ausnahmezustand wird einem veränderten Quasi-Normalzustand weichen, weichen müssen, und der muss halt gestaltet werden. “Wir brechen nach Ostern dann alle Maßnahmen ab, weil Corona fertig” hat AFAIK auch wirklich niemand gefordert.

    Übrigens gehöre auch ich zu diesen Leuten, die täglich noch arbeiten gehen müssen; nicht weil Einzelhandel oder sonstwie “systemrelevant”, sondern weil (a) mein Arbeitgeber es schlicht nicht ermöglicht, von zu Hause zu arbeiten (möglich wäre es technisch, aber es kostet halt Geld und verursacht größeren Aufwand) und weil (b) mensch ja auch noch irgendwas zu fressen braucht und ja, auch ein Dach über dem Kopf. Mein Vermieter ist auch kein gesichtsloser Großkonzern, sondern eine kleine und recht sympathische Familie, die sich vorbildlich um den Altbau hier kümmert, selbst vermutlich Kredite zu bedienen hat und ggf. auch noch was zum Essen auf dem Tisch braucht.

    Also gehe ich arbeiten, solange ich Arbeit habe, was gefühlt zunehmend zum Privileg mutiert. Die allgemeine Gesellschafts-Diskussion zu diesem unseligen “wer nicht arbeitet, braucht nicht zu fressen” wäre an der Stelle ja durchaus mal fällig. Aber meine Prognose ist, wir werden aus COVID19 nichts lernen. Weder über prekäre Arbeit noch über kaputtgesparte Sozial- und Gesundheitssysteme oder allgemein den Preis für Eliten-Wohlstand. Bei Geflüchteten funktioniert das mit dem Augen-Verschließen ja schon lange wunderprächtig.

    • Hi,
      das Problem an Lidners Rede ist wirklich, dass sie in meinen Augen entweder
      a) für die Tonne ist, weil niemand – niemand – parteiübergreifend niemand auch nur einen Tag länger als UNBEDINGT NÖTIG den aktuellen Zustand behalten will, im Gegenteil und ALLE machen sich Sorgen über die Wirtschaft und alle Regierungen – im Bund und in den Ländern, entwerfen gerade die verschiedensten Szenarien und spielen zusammen mit Expert*innen alles durch. Also warum stating the obvious? Um es auch mal gesagt zu haben? oder
      b) eine Diskussion darüber anbahnen soll, genau das was wir im Podcast sagen. Und doch: diverse andere Stimmen auch fordern momentan diese Aufweichung direkt nach Ostern, nicht umsonst wird die Kanzlerin gerade um Geduld bitten – denn aus NRW scharrt auch schon Laschet mit den Füßen.

      Niemand bestreitet doch das, was du schreibst: Dass es ein schlimmer, schädlicher und eigentlich unhaltbarer Zustand ist. Den alle so schnell es geht beenden wollen. Also wirklich niemand. Und das macht diese ganzen Vorstöße so ominös. Or is it just me?

      • Guck dir bitte erst Bayern und Sachsen an, dann deren Polizeistaatsgesetze und sag nochmal, dass niemand vor hat eine Mauer zu bauen, äh du weißt schon.

    • “schon jetzt haben wir einerseits kleine Grüppchen, die einen Scheiß auf die Beschränkungen geben”

      Das ist wie mit Eigentum: Es funktioniert nur wenn alle mitmachen. 80. Mio Bundesbürger gegen ein paar 100.000 Polizisten sind eine Macht, gegen die kann keine Regierung bestehen. Selbst wenn nur 5 % der Bevölkerung die Regeln ignorieren, wäre die Ordnungsmacht am Ende.

      “Die allgemeine Gesellschafts-Diskussion zu diesem unseligen “wer nicht arbeitet, braucht nicht zu fressen” wäre an der Stelle ja durchaus mal fällig. Aber meine Prognose ist, wir werden aus COVID19 nichts lernen.”

      Das möchte ich ganz dick unterschreiben. Die Gängelung wird eher zunehmen. Weil bei Corona kann natürlich niemand was dafür. Alles andere ist nach wie vor selbst verschuldet…

  15. Natürlich ist es ominös. Aber auch das ist Politik… und psychologisch ist es vielleicht sogar wichtig, den Menschen eine Perspektive zu nennen? Keine Ahnung. Zumindest diese schwammige Rückversicherung, dass die Einschränkungen so schnell gehoben werden sollen, wie das sinnvoll möglich ist. Manchmal gibt es halt auch die verflachte Darstellung in die andere Richtung, da wird dann von Kommentator:innen so dermaßen auf Durchhaltewillen eingeschworen, als seien komplettes Kontaktverbot und Ausgangsbeschränkung der neue Dauerzustand mindestens bis 2021.

    Ich merke das übrigens psychologisch durchaus an mir selbst. Ich muss mich daran fest halten, dass es _vorübergehende_ Maßnahmen sind. Ich habe meine Partnerin jetzt seit 6 Wochen nicht gesehen und werde sie vermutlich die nächsten Monate auch nicht sehen. Anderes Bundesland und weil sie im Unterschied zu mir in einem wirklich systemkritischen Beruf arbeitet, auf absehbare Zeit also einfach nicht weg können wird. Derzeit bittet der Arbeitgeber noch mehr oder weniger nachdrücklich darum, in der Nähe zu bleiben selbst bei Urlaub, aber in den nächsten Monaten wird es im medizinischen System hoch her gehen.

    Also betreibe ich Normalzustand so gut es geht, wir telefonieren und schreiben, aber ich brauche auch zumindest diese gewisse Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch nicht erst 2021 ist, bevor wir uns sehen. Wenn denn alles gut geht bis dahin. Der Gedanke daran, dass meine Eltern Mitte 70 sind, mein Vater außerdem Immunsuppressiva nimmt und meine Tante gerade in Paris als COVID19-Akutfall mit sehr unsicherer Prognose ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hilft auch nicht. Hilflosigkeit, Kontrollverlust. Scheißgefühle. Dann soll mir von mir aus sogar ein FDP-Lindner erzählen, dass bald alles wieder gut wird. Nehme ich.

  16. Leider hat Christian Lindner doch Recht, das es gegen die Natur des Menschen ist, wenn, wie in Bayern, man als Single über Wochen keine sozialen Kontakte hat. Wir sind nun mal soziale Affen. Und Videochat und Co helfen da nur bedingt weiter.

  17. Zum Kommentar “Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, das zu besprechen”.

    Täuscht es mich oder werden nicht jetzt bereits die Ideen vom “Wunschzettel der Neo-Kapitalisten und deren Think-Tanks” hervorgeholt? Ich höre mehr zum Thema Wirtschaft ankurbeln, z. B. durch Steuersenkungen als zu linken Themen. So fände ich z. B. eine Gefahrenzulage für alle die aktuell in passenden Berufen arbeiten einen sehr guten Vorschlag. Aber ich glaube bei den 750 Milliarden ist das nicht drin.

  18. Hallo Kadda, hallo Holgi,

    Stichwort „Systemrelevante Berufe“. Ja, Ihr habt recht, Applaus ist schön, aber das reicht natürlich nicht. Wenn Ihr das Thema noch vertiefen möchtet: Als Kraftverkehrsmeister und Berufskraftfahrer könnte ich Euch gerne berichten, wie „wir“ uns fühlen, auch und gerade in Zeiten der Krise. Unzureichende Bezahlung, Arbeitszeiten, die mit dem ArbZG nicht vereinbar sind (Speditionsgesetz) sowie teilweise Arbeitsbedingungen, die von vielen als unzumutbar angesehen würden, haben einen krassen Fahrermangel in Deutschland verursacht.

    Um in der derzeitigen Situation die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, werden u.a. verrentete Kollegen reaktiviert. Die Bundesregierung hat dazu sogar im Eilverfahren ein Gesetz geändert (Schlüsselzahl 95). Auch ist es mittlerweile möglich, dass Speditionen ihre Fahrer untereinander ausleihen. Diese Maßnahmen und noch einige mehr – z.B. Flexibilisierung der Lenkzeiten und Aussetzung des Sonn- und Feiertagsfahrverbotes – sollen die Lieferketten vor dem Kollaps bewahren.

    Für uns bedeutet das schlussendlich mehr Arbeit für das (natürlich) gleiche Geld. Die Differenz mit Applaus aufzufüllen ist zuwenig.

    Liebe Grüße,

    Euer systemrelevanter Michael aka Dieselnomade

  19. Hallo Katrin, Hallo Holger,

    vorab erstmal wieder ein großes Danke für eure Arbeit,

    Ich finde die Diskussion hier über systemrelevante Arbeitsplätze sehr interessant und auch aufschlussreich. Wobei mir der Begriff „systemrelevant“ schon als viel zu vorbelastet erscheint, immerhin gab es in der Finanzkrise auch systemrelevante Institutionen, welche zwar für den Erhalt des Wirtschaftssystem von hoher Relevanz, aber für unser Zusammenleben in Gesellschaft eher von niedriger Relevanz sind. Das Augenmerk scheint mir viel zu sehr auf dem unbedingten Erhalt des momentanen Zustand des Wirtschaftssystem zu liegen, quasi Konservatismus in Reinkultur.

    Zum Glück liegt in jeder Krise auch eine Chance und unser Fokus liegt nun etwas mehr auf den Menschen, die in Berufen Arbeiten welche unsere Leben in Gesellschaft erst ermöglichen. Die also in Berufen arbeiten, welche von außerordentlicher sozialer und somit gesellschaftlicher Relevanz sind. Dass diese Berufen für das (Wirtschafts)System eher unbedeutend sind zeigt sich nicht zuletzt in der tendenziell eher schlechteren Bezahlung.
    Wobei ich hier auch ausdrücklich all diejenigen mit erwähnen möchte, die sich außerberuflich für andere engagieren.

    Ich selber bin einer derjenigen, die dafür sorgen, dass ihr euer Homeoffice in beheizten Wohnungen betreiben könnt und nicht in ein Erdloch im Hinterhof kacken müsst. Das kann ich aber nur, weil andere mein Essen auf den Feldern anbauen, weil andere diese Essen zum Supermarkt bringen, weil es Menschen gibt, die es mir dort verkaufen. Weil es Menschen gibt, die mir helfen werden meine Eltern zu versorgen, wenn es nötig werden sollten. Weil es so viele andere gibt, die mich erst in die Lage versetzen anderen ein angenehmeres Leben zu ermöglichen und mir selbst natürlich auch.

    VIELEN DANK,

    all denjenigen, welche sozial-, bzw. gesellschaftlich relevanten Tätigkeiten nachgehen.

    Andererseits wäre ich vermutlich auch ohne invenstmant Banking, ohne Lufthansa etc. dazu in der Lage meinem Beruf nachzugehen und dazu beizutragen, das unsere Städte nicht in mittelalterlichen Hygienezuständen versotten, zusammen mit vielen anderen.
    Selbst und es tut mir leid wenn ich das sage, selbst ohne euch beide, Katrin und Holger würde ich weiterhin ungehindert meiner Berufung nachgehen können.
    Allerdings wäre das ein Verlust, ihr beide bereichert mein Leben, ihr helft mir über meinen Tellerrand zu blicken und meine Horizont zu erweitern. Ihr beide zeigt mir das es sich lohnt das als Selbstverständlich angenommene zu hinterfragen und den Aufwand zu betreiben ein komplizierte Welt verstehen zu wollen statt eine einfach Welt einfach hinzunehmen.

    Ihr beide schafft es, das ich mich 3 Stunden hinsetze um einen Kommentar zu schreiben, mit dem ich immer noch nicht zufrieden bin und ihn trotzdem abschicke.

    Vielen Dank dafür

    Daniel

  20. Hallo,
    zu Rüdiger Nehberg gibt’s eine Folge erlebte Geschichten bei WDR 5, sehr empfehlenswert!
    Gruß
    Thomas

  21. Mir ist bewusst, dass bereits ein drittel Jahr seit Veröffentlichung der Folge vergangen ist, aber da auch eine kurze Textsuche auf dieser Seite keine Treffer für Hans Rosling und Factfulness bringt, will ich euch noch auf dieses (Hör-)Buch hinweisen. Seine Arbeit und sein Wirken zielten nämlich genau auf das Problem ab, dass ihr im Zuge von den Vergewaltigungen in Indien geäußert habt bzw. Holger etwas konkreter mit seiner Aussage, dass sich jahrzehntealter Nachrichtenstand manchmal immer noch aktuell anfühlt, obwohl sich die Welt verändert/weiterentwickelt hat. Somit eine klar Empfehlung, um ein Verständnis in die diversen Instinkte zu bekommen, die uns den Blick auf unsere Welt verklären.

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