Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Corona-Empathie und Erdöl – der Markt regelt.

| 54 Kommentare


Links und Hintergründe

Gekillte Darlings

54 Kommentare

  1. Wenn ich mich nicht ganz sehr täusche, stammt das mit “Tante Mable” aus einer ALF-Folge.

    Dort soll Brian in einem Schulspiel als Spargel auftreten und der Refrain seines Lieds lautet “Denn Spargel – frischer Spargel – der verlängert Tante Mabel”.

  2. Ich mein das jetzt nicht despektierlich: Wenn die Eltern im HomeOffice bleiben (also in Isolation), könnte man die Kontaktsperre für die Kinder untereinander aufheben. Die Kinder können tagsüber toben, die Eltern haben ihre Ruhe. Das ist natürlich vor allem für die Privilegierten eine Hilfe, die zu Hause arbeiten können. Und dem Personal in den Kitas hilft das auch nicht.

    • Genau so macht man aus einem Infizierten gleich 100, indem die Kinder die Infektion (womöglich sogar symptomfrei) nach Hause tragen.

  3. Der Eurofighter kann noch keine elektronische Kriegsführung. Das müsste erstmal entwickelt werden. Irgendwo (ich glaub es war https://augengeradeaus.net) hab ich gelesen, dass das nicht vor 2030 fertig wäre.

    Zur besseren Luft:
    https://www.mdr.de/wissen/corona-stillstand-bessere-luft-stickoxide-feinstaub-100.html
    Hat deswegen natürlich schon die erwartbaren Kommentare gegeben, dass Dieselfahrverbot wegen Feinstaub unsinnig wäre.

    Holgi, Du weißt doch warum wir auf Dividenden, etc keine Rentenbeiträge zahlen. Das Kapital ist ein scheues Reh…

  4. Ich wäre auch nicht darauf gekommen, dass Anwält*innen systemrelevant sind. Mein Partner und Strafrechtler sagte mir da sinnvoll: die Justiz ist systemrelevant und Justiz besteht aus Richter*innen, Staatsanwaltschaft und Anwält*innen. Jeder Mensch hat weiterhin Recht auf Verteidigung. Im Vorfeld, vor Gericht und auch im Knast.

    Liebe Grüße und bleibt gesund!

    • Oder wie ich bei der Bemerkung dachte: Auf die Frage, warum Anwält_innen systemrelevant sein sollen, kommt man wahrscheinlich exakt solange, bis man einen braucht.

      Und das betrifft übrigens nicht nur das Strafrecht. Die Demo ist verboten, die Mietwohnung gekündigt, das Auto stillgelegt, der Unterhalt wird nicht bezahlt und die Überstunden nicht ausgeglichen. Wen rufst Du an? Die Ghostbusters schon mal nicht.

      Oder makaber betrachtet: In der Rentnerrepublik werden die Erbrechts-Anwälte in der Pandemie schnell wichtiger als die Bestatter.

      Ich muss aber dazu sagen, ich habe bei einigen Anwälten die Praxis gesehen, Termine in der Kanzlei nur noch in absoluten Ausnahmefällen zu vergeben und die gesamte Mandantschaft auf Telefon, E-Mail, Fax zu verweisen. Keine Ahnung, ob das ein Ding ist oder nur meine 1-Personen-Statistik.

  5. Zur Tornado Geschichte ein paar Anmerkungen.

    Es gäbe noch ein weiteres Flugzeug was Atomwaffen tragen könnte und schon Zertifiziert ist, die Französische Rafale. Natürlich keine Amerikanischen W61 sondern nur Französische ASMP. Wäre sowohl für Frankreich wie auch
    Deutschland Innenpolitisch schwierig und vermutlich der tot der NATO aber für die Selbständigkeit von Europa ein extremer Zugewinn.

    Irgendwie will aber derzeit niemand überhaupt die Diskussion über die Nukleare Teilhabe, in der jetzigen Form, führen und das weder Politisch noch Militärisch. (Auch schon vor Corona). Politisch kann ich sie mir ja noch schönreden (und ich bin was Militär und Sicherheitspolitik betrifft alles andere als Links). Aber Militärisch macht die in der jetzigen Form absolut keinen Sinn. Die W61 ist eine Freifallbombe, sprich das Flugzeug muß mehr oder wenige Direkt über das Ziel fliegen. Etwas was, wenn man dabei ist einen Krieg zu verlieren, schwierig ist. Wenn man dabei ist den Krieg zu verlieren wird man sowieso keine A-Waffe einsetzen.

    Noch was ganz anderes.
    Ist beim Kapitalismus nicht jeder Job Systemrelevant? Wenn er nicht nötig=Systemrelevant ist dann kann man ihn auch weglassen und die Kosten sparen.

    • “Noch was ganz anderes.
      Ist beim Kapitalismus nicht jeder Job Systemrelevant? Wenn er nicht nötig=Systemrelevant ist dann kann man ihn auch weglassen und die Kosten sparen.”

      Ja, da es darum geht das jeder sein Unterhalt damit verdient, bzw. das Motto gilt: “Wer nichts arbeitet soll auch nichts essen”
      Wenn man sich anschaut ob die ausgeführte Tätigkeit wirklich “wichtig” im Sinnes eines gemeinschaftlichen Systems ist, sieht es schon anders aus. Es gibt Arbeitsplätze die sind, mehr oder weniger, nicht mehr als “Beschäftigungstherapie” damit man eben eine “Arbeit” hat und nicht den Makel der “Arbeitslosigkeit”. Obwohl man mit der Zeit vielleicht was sinnvolleres, aber leider halt nicht bezahltes, anfangen könnte. Ehrenamt z.b.

  6. “langes Papier” zum Thema Cannabis, höhö

  7. Hallo Katrin, Hallo Holger,

    hier noch ein paar Gedanken zu unserer momentanen Bildungskonflikt,
    mir scheint es ziemlich kurzsichtig zu sein jetzt den Schulbetrieb wieder aufnehmen zu wollen und das nicht nur aus gesundheitlichen Gründen.

    Ich sehe hier ein großes Risiko von „verlorenen“ Schulabgängern. Die Perspektiven für die Schüler, die zum Sommer Ihren Abschluss machen sind denkbar schlecht. Die Unis sind momentan geschlossen, potentiell ausbildende Firmen haben ihren Betrieb runtergefahren.
    Werden denn die Unternehmen, welche jetzt Ihre Stammbelegschaft nicht beschäftigen können im Herbst neue Azubis einstellen, ich denke eher nicht. Ähnlich wird es wohl auch an den Universitäten sein, den Ausbildungsrückstand bei den jetzigen Studierenden nachzuholen und gleichzeitig neue in die Unis aufzunehmen wird sich wohl auch als Herausforderung erweisen.

    Vielleicht sollten wir unserer gesamtes Bildungssystem „einfach“ um ein Halbjahr verschieben, in der Hoffnung, das wir es bis dahin schaffen uns neu zu organisieren, um ebenso die Überlastung des Bildungssystems du verhindern.

    Wir werden nicht zur „Normalität“ zurückkehren können, denn der „Lockdown“ und all seine Begleitumstände sind jetzt die Normalität. Lernen wir damit umzugehen in dem wir z.B. ausgleichende Mechanismen schaffen.

    Warum sollten wir auch in eine Zustand zurückkehren wollen, der uns beim nächsten mal genau wieder dahin führt, wo wir auf gar keinen Fall hinwollten?

    Vielen Dank,

    Daniel

    PS: „Das hier sind zwar meine Worte, aber es ist nicht meine Sprache.“

    • > Die Perspektiven für die Schüler, die zum Sommer Ihren Abschluss machen sind denkbar schlecht.

      Das tut mir leid, aber Krisen gehören zum Leben. Da muß man durch. Doch ehe ich mir die Finger mit etwas fusselig schreibe was schon jemand anderes besser formuliert hat, hier ein kurzer Link (Rubrik: Opa erzählt vom Krieg):
      https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/ein-bisschen-resilienz-liebe-abiturienten-gutsch-li.81408

      Wir können gerne diskutieren, ob und wie die Prüfungen organisiert werden können, um die Ansteckungsgefahr so gering wie nur möglich zu halten. Aber daß das für die Lebensplanung gerade nicht so super optimal ist? C’est la vie.

      • Hallo Norbert,

        bitte versteh die hier folgenden Worte nicht als Angriff auf dein Person, denn das solle es auf gar keinen Fall sein!

        Einer der ersten Gedanken die mir beim Lesen dieses Artikels durch den Kopf ging war: „Ich könnte kotzen“.

        Im Grunde genommen kann man diesen Artikel auf einen einzigen Satz runter reduzieren :
        „Ich habe es auch geschafft, also stellt euch nicht so an!“
        Das ist Sozialdarwinismus in Reinkultur. Einflussfaktoren wie Glück, Zufall, Start- und
        Randbedingungen werden hierbei völlig außer Acht gelassen, insbesondere im Vergleich zu denen, die es nicht „geschafft“.
        Unsere gemeinsame Aufgabe als Gesellschaft sollte es doch sein die genannten Einflussfaktoren auszugleichen und sie nicht noch zu verstärken. Mal ganz abgesehen davon, das wir den „nicht Bevorteilten“ auch noch die Schuld an ihrem Versagen geben.
        Das ist für mich kein Model für ein Leben in Gesellschaft.
        Und bevor hier irgendjemand mit Chancengleichheit kommt, möchte ich gerne Alexandra Tobor zitieren, nicht wörtlich, aber inhaltlich:

        „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, aber nicht jeder hat den selben Hammer, oder Amboss oder überhaupt etwas von beidem“

        Nachzuhören in irgendeiner Wrintheit, vielleicht können sich ja Holgi oder Alex daran erinnern.

        Die Momentane Krise zeigt doch ganz deutlich, wo die Schwachpunkte unseres Wirtschaftssystem liegen und wo wir Verbesserungsbedarf in Sachen Zusammenleben in Gesellschaft haben. Sehr schade, das wir diese Gelegenheit nahezu ungenutzt verstreichen lassen werden.

        Norbert, coole Sache, dass du dich mit meinem Kauderwelsch beschäftigt hast.

        Daniel

        PS: Holgi, Soljanka ist kein adäquater Karpernersatz

        • > Im Grunde genommen kann man diesen Artikel auf einen einzigen Satz runter reduzieren :
          > „Ich habe es auch geschafft, also stellt euch nicht so an!“

          Das ist nicht ganz was da steht. Das sind die Zeilen eines Jammerossis, der sich über das plötzliche Aufschreien wundert, wenn der Weg mal etwas rauer wird. Kontext.
          Und Sozialdarwinismus? Was denkst Du denn, in was für einer Gesellschaft Du lebst? (Musst Du nicht beantworten, steht ja schon da)

          • grundsätzlich Zustimmung – nur der Bezug auf “ossi” passt nicht.

            es gibt im osten, westen, norden und süden Jammerlappen.
            Es gibt geradezu in jeder Gesellschaftsschicht Jammerlappen.
            In jeder Altergruppe und jeder _Menschengruppe_ ganz allgemein.

            Hat wohl nicht pauschal was mit dem Neid auf die anderen zu tun. “aber die haben es besser, einfacher, schöner”

            Wichtig ist nur: dass in jeder Vergleichgruppe jeder diesselben Chancen hat

          • Jammern ist ja eine der größten, wenn nicht sogar die größte “Tugend” der Deutschen. Zumindest kommt es mir so vor. Menschen denen es gut geht und das sogar noch zeigen sind suspekt. Die “richtige” Antwort auf “Wie geht es dir?” lautet “Geht so” oder “Muss halt”. Schau dir nur mal die Blicke an wenn du antwortest “Super, mir könnte es nicht besser gehen” 🙂

            “Wichtig ist nur: dass in jeder Vergleichgruppe jeder diesselben Chancen hat”
            Zustimmung wenn die Anzahl der Personen in der Vergleichsgruppe nicht größer 1 ist. Tatsächlich sind die Chancen in einer willkürlichen Vergleichsgruppe (z.b. einer Schulklasse) sehr unterschiedlich, abhängig u.a. vom Elternhaus und der persönlichen Veranlagung. Die wesentlichen Merkmale der Vergleichsgruppe (einer Schulklasse) sind Alter und Wohnort.

            Richtig ist, das jeder die gleichen Chancen bekommet. Dazu benötigt es Unterstützung und Förderung. Gezielt für das Individuum, um Schwächen auszugleichen.

            Jeder hat Stärken und Schwächen. Aber die gleichen sich nicht gegenseitig aus. Da kommt nicht am Ende bei jedem null raus. Manche sind in mehr Bereichen besser als andere. Es gibt keine gerechte Welt. Es gibt kein Ausgleich der eigenen Schwächen durch “dafür kannst du was anderes besser”

  8. Ich bin ein wenig irritiert über eure Doppelzüngigkeit; auch wenn ihr selbst schon gesagt habt, dass es ein Dilemma ist:

    Eltern, die mit ihren Kindern (und der Situation) überfordert sind, sollen also ihre Kinder ebenfalls in die Kita bringen können.
    Ihr verlangt also von Menschen mit systemrelevanten Berufen (Ärzte, Pflegepersonal), dass sie für ihre Kinder und ihre Haushalte dieses erhöhte Risiko in Kauf nehmen. Würdet ihr das tun? Welches Opfer wärt ihr im Familienkreis bereit zu bringen, damit mehr Kinder in die Kita dürfen? (Um mal Holgers Maßstäbe anzusetzen.)

    Die Öffnung der Kita ist eine Lockerung und damit ein gesellschaftlicher Kompromiss; wie jeder andere auch. (Und ja; natürlich ist dieser Kompromiss sinnvoller als die Öffnung von Möbel- oder Autohäusern.)

  9. zu der Pandemie-Versicherung des Gastronomen:

    Natürlich kann so eine Versicherung nicht wirklich funktionieren.
    Eine Versicherung ist kein Sparbuch, auf das man einzahlt und im Bedarfsfall ausbezahlt wird. Eine Versicherung lebt davon, dass stets nur ein Teil der Versicherungsnehmer betroffen ist und Ansprüche geltend macht. Deshalb funktioniert eine Brandschutzversicherung; eine Pandemie-Versicherung ist jedoch in dem Moment des Schadensereignisses quasi sofort zahlungsunfähig.

    • Klingt zwar nachvollziehbar, aber dann kann man ja auch keine Hochwasserschutzversicherung abschließen. Diese wird ja auch nur in Gebieten abgeschlossen, in denen ein Hochwasserrisiko besteht, also muss ja Im Versicherungsfall dann auch an Alle ausgezahlt werden. In der Vergangenheit hat man gesehen, dass es dann sehr viele auf einmal betreffen kann.
      Aber zu etwas anderem. Da hier ein Beispiel aus Bayern herangezogen wurde, hier ein Beitrag vom BR:

      https://www.br.de/mediathek/video/betriebsschliessung-versicherer-zahlen-nicht-av:5ea0c92ca19b6500131b8ffc

      In diesem wird berichtet, dass die Versicherer zunächst alle zahlungswillig waren bis nach einer Verhandlungsrunde im StmWi mit dem Wirtschaftsminister, dem Hotel und Gaststättenverband sowie den Versicherern. Danach hieß es, dass die Betriebe mit finanziellen Unterstützungen und Kurzarbeit ausreichend Unterstützung bekommen, so dass 10% bis 15% der Versicherungsleistung genügen.

      • Es treten aber nicht alle Flüsse gleichzeitig über die Ufer. Somit kann ein großer Versicherungskonzern solche Risiken über seine verschiedenen Regionen besser ausgleichen.

    • Dann hat sich der Versicherung eben verkalkuliert, Pech gehabt! Die Wahrheit ist offenbar dass die Versicherungen zum Wohle ihrer Aktionäre keine Lust die Leistungen der Rück in Anspruch zu nehmen. Neokapitalismus in Reinform: https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/corona-und-versicherungen-die-wut-der-gastronomen-a-d01971f6-2286-4bec-86fc-34ca897a61af

      • “Die Versicherung hat sich verkalkuliert, Pech gehabt” bedeutet im Extremfall, dass sie zahlungsunfähig wird und daher trotzdem niemand sein Geld sieht. Und auch der Trick über die Rück funktioniert halt nur solange, wie diese zahlungsfähig bleibt. Würde ich bei einer Pandemie auch mal in Frage stellen.

        • Dann ist das so. Und weiter? Andere Unternehmen gehen auch Pleite, dafür haben wir die Regelinsolvenz. Genauso könnten auch die Krankenversicherungen pleite gehen (die Privaten kratzen zumindest daran) wenn plötzlich eine Pandemie… Oh, warte…

    • “Eine Versicherung ist kein Sparbuch, auf das man einzahlt und im Bedarfsfall ausbezahlt wird”

      Im Grunde ist die Versicherung aus Perspektive des Einzelnen genau das. Wenn mir mein Fahrrad geklaut wird und ich habe eine Versicherung dafür, dann erwarte ich am Ende des Tages ein neues Fahrrad. Dafür zahle ich ja jahrelang ein. Das ganze ist freilich ein Spiel mit Risiken: Der Versicherer hofft, dass es niemals zum Versicherungsfall kommt, damit er durch meinen Zahlungen einen Gewinn einstreichen kann und andere (in diesem Fall) Diebstähle bezahlen kann. Da freilich niemals jedem Fahrradbesitzer zum selben Zeitpunkt das Fahrrad geklaut wird geht das Spiel auf.

      Bei einer Pandemie ist das anders. Diese betrifft im Worst Case das gesamte Land und damit jeden einzelnen Versicherungsnehmer zum selben Zeitpunkt. In der Risikoanalyse muss der Versicherer also vorab klären, ob unter diesen Voraussetzungen das Produkt angeboten werden kann. In diesem Fall kam man zu dem Ergebnis: Man kann. Man ist also entweder davon ausgegangen, dass der Versicherungsfall niemals eintreten wird oder dass man das dann finanziell stemmen kann.

      Mein Mitleid mit einem so agierenden Versicherer hält sich in Grenzen. Am Ende durfte das falsche Spiel der Versicherungsnehmer bezahlen, denn dieser hat akzeptiert, dass der Versicherer sich nicht vertragsgemäß verhält.

      • Volle Zustimmung zu deinem letzten Satz; das kommt vielleicht aus meinem Beitrag nicht so heraus.
        Der Versicherungsnehmer hätte allerdings mal darüber nachdenken können, ob es so clever ist, für eine Versicherung zu zahlen, die im Bedarfsfalls schnell zahlungsunfähig wird.

  10. Als angehende Lehrerin möchte ich einen Kommentar zu dem Umfang der Schulaufgaben machen.

    Ich denke nicht, dass jede Aufgabe so gestellt werden sollte, dass sie niemanden überfordert, denn damit unterfordert sie auch viele. Jede Aufgabe sollte so gestellt werden, dass sie zu dem / der Schüler*in passt. Eigentlich sollte das Prinzip der Differenzierung so langsam in den Schulen angekommen sein: Es ist der Job einer Lehrkraft, die Themen auf verschiedenen Niveaustufen anzubieten und die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen zu berücksichtigen. Das bedeutet nicht, dass jedes Kind eine andere Aufgabe bekommen soll. Die Wahl zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Herangehensweisen reicht meist völlig aus. Auch die Kinder können kreativ werden und sich beispielsweise gegenseitige Erklärvideos schicken o.ä.

    Es gibt sicherlich viele Lehrkräfte die dies schon engagiert umsetzten, jene die es nicht tun, kommen meiner Meinung nach ihrem Bildungsauftrag nicht nach. Zudem ist es diskriminierend, einige Schüler*innen gar nicht mit digitalem Material zu versorgen, weil man davon ausgeht, diese könnten damit eh nichts anfangen (z.B. Förderschüler*innen)

  11. Meines Wissens überträgt die Spark App die Zugangsdaten deines E-Mailaccounts zum App-Anbieter und speichert sie dort. Ob man das evtl. abstellen kann, indem man bestimmte Funktionen deaktiviert, weiß ich nicht, ich meine aber nein. Bei den allermeisten E-Mail-Apps für iOS sieht es leider ähnlich oder noch viel schlimmer aus :/ Da muss man wohl auf ein zeitnahes Update hoffen.

    • Readdle speichert bei Spark sogar die Inhalte der Emails. Und das bis 3 Monate nach Löschung des Accounts:
      https://helpspot.readdle.com/en/index.php?pg=kb.page&id=1285

      Auf der Suche nach Alternativen unter iOS habe ich um die 15 Apps ausprobiert und bin schließlich bei Canary Mail gelandet. Die ist nicht billig (einmalig 22€ – kostenloser Testmonat) und die deutsche Übersetzung ist echt mau, aber mir gefällt die Funktionalität (z.B. terminierte Wiedervorlage einer Mail) und der datenschutzfreundliche Ansatz. Vielleicht hilft das jemandem weiter…

      • Bei Canary muss man leider auch aufpassen und unbedingt die Push-Funktion deaktivieren. Sonst werden nämlich auch da Zugangsdaten und E-Mail-Infos extern gespeichert. Was auch eher unsympathisch ist: Standardmäßig sind sog. Read Receipts aktiviert, für die die App einen Tracking-Pixel in ausgehende E-Mails einbettet. Man kann dann sehen, wenn eine E-Mail geöffnet wurde. Der Empfänger bekommt das in der Regel aber nicht mit. Das ist mindestens unhöflich. Immerhin: Kann man alles deaktivieren.

  12. Ich oute mich heute ausnahmsweise auch einmal als Lehrerin – in NRW an einem Gymnasium mit einem Hauptfach und einer Naturwissenschaft.
    Zu dem „geringen“ Arbeitspensum der Schülerinnen und Schüler (SuS): Ich vermute, dass weniger die Schwierigkeit der Aufgaben, sondern eher ihre „Relevanz“ für – zumindest einige – SuS hier zum geringen Arbeitspensum führen könnte: Zumindest in NRW dürfen die Aufgaben nicht bewertet werden und zwar auch nicht, wenn die Aufgaben überhaupt nicht (!) bearbeitet werden.
    Mit dem „Homeschooling“ habe ich in diesem Zusammenhang sehr unterschiedliche Erfahrung gemacht. Wenn Holgi sagt, dass Lehrer sich nach dem Stellen der Aufgaben nicht melden, trifft mich das persönlich etwas. Natürlich gibt es – wie in jedem Beruf – schwarze Schafe, die einmal wöchentlich (oder sogar seltener) Aufgaben „reinwerfen“ und die SuSdamit allein lassen. Es gibt aber auch genug Kollegen, die individuelle Rückmeldungen geben, Chats anbieten, Videokonferenzen mit Kleingruppen abhalten etc.
    Auf der anderen Seite (nämlich der Seite der SuS und Eltern) gibt es allerdings auch beides: Ganz tolle, motivierte SuS, mit denen ich viel schreibe, telefoniere, chatte etc. – und das Gegenteil.
    Drei Beispiele:
    – Ich habe für einen Teil (etwa 60) meiner SuS zu den Unterrichtszeiten neben einer Website mit verschiedenen Hilfsangeboten, Videos, Simulationen von Experimenten etc. verschiedene Chats als „Sprechstunde“ angeboten. Im ersten Chat sind zwei SuS gekommen, in meinem Oberstufen-Kurs (Abi im nächsten Jahr!) niemand. Jetzt stelle ich dieses „Angebot“ ein.
    – Da ich eine Naturwissenschaft unterrichte, bieten sich natürlich viele kreative Möglichkeiten außerhalb von „bearbeitet die Aufgaben im Schulbuch“. Ich bin also (vielleicht etwas übermotiviert) an die Sache herangegangen und habe mir eine Aufgabe ausgedacht, in der SuS ein eigenes Erklärvideo drehen sollten. Dafür sollten sich meine SuS allerdings eine App auf ihre Smartphones laden. Ich habe damit schon mehrfach gute Erfahrung gemacht und bin davon ausgegangen, dass die SuS das auch alleine Zuhause gut bewältigen. Natürlich habe ich auch Hilfsmaterial zur Verfügung gestellt und alternative Apps zugelassen; und für den Notfall eine alterative Aufgabe mit „Stift und Papier“.
    Es gab genau eine Rückmeldung einer Mutter, die sich für die tolle Aufgabe bedankte. Mehrere Eltern haben sich wegen der Überforderung bei der Schulleitung oder in der Eltern-WhatsApp-Gruppe beschwert, aber niemand (!) hat sich bei mir persönlich gemeldet oder auch nur nachgefragt. Am Ende hat 1/3 der Klasse gar kein Video erstellt. Jetzt mache ich wieder „normale“ Aufgaben.
    – Mehrere meine SuS sind „verschwunden“. Ich verbringe also auch viel Zeit am Telefon, um nach ihnen zu fragen. Dabei geht es mir gar nicht so sehr um die Aufgaben, sondern um die Situation Zuhause. Und da mache ich mir bei dem ein oder anderen schon Sorgen.
    Von dem allen abgesehen, habe ich hier auch noch ein Kleinkind Zuhause. Zum Glück ist auch mein Mann daheim, sodass wir uns mit dem Arbeiten abwechseln können. Wäre ich alleine Zuhause, könnte ich das wohl so nicht leisten und würde auch nur „Aufgaben reinwerfen“.

    • Schule scheint wohl auf allen Seiten durchwachsen zu sein:

      “Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest, an dem die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und die Medienanstalt Rheinland-Pfalz beteiligt sind, hat in Zusammenarbeit mit dem SWR Jugendliche gefragt, wie sie die Zeit der Schulschließungen erlebt haben. Die wichtigsten Ergebnisse:

      30 Prozent der Schüler und Schülerinnen berichteten, dass sie zu Beginn Arbeitsaufgaben erhalten hatten und danach kaum noch Kontakt zu den Lehrkräften bestand.

      Mehr als die Hälfte der Jugendlichen (56 Prozent) erhielt regelmäßig Aufgaben per Mail.

      Immerhin jeder zehnte Jugendliche bekam die Aufgaben per WhatsApp zugeschickt.

      Als Live-Kommunikationsmittel wurden vor allem Klassenchats (26 Prozent), Schulclouds (22 Prozent) und Videokonferenzen (16 Prozent) genutzt. Rund zehn Prozent der Schüler wurden auch von ihren Lehrkräften angerufen.”

      https://www.spiegel.de/panorama/schule-im-corona-modus-die-haben-zum-teil-zwei-wochen-nicht-geantwortet-a-1fdb4e5d-072c-41b7-b532-5731d65fb03a

  13. Zu den Kampfflugzeugen:
    Vorne weg, Krieg ist blöd, Atomkrieg ist noch blöder. Sollten wir nicht mitmachen. Und wenn wir doch Geld dafür rauswerfen, dann doch bitte wenigstens sinnvoll…

    Um die nuklearen Teilhabe geht es auch in dem neuesten Sicherheitshalber, ist recht interessant:
    https://augengeradeaus.net/2020/04/sicherheitshalber-der-podcast-folge-26-russlands-sicherheitspolitische-faehigkeiten-ambitionen/

    Zur F/A-18E/F ist der englische Wiki-Artikel besser:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Boeing_F/A-18E/F_Super_Hornet#Specifications_(F/A-18E/F)

    Unter dem Namen “F/A-18” gibt es quasi zwei Flugzeuge, die fast nur den Namen gemein haben. Die F/A-18E/F ist aus den 90ern, die neue Block III aus 2008 (?), also recht moderne Technik und fast neuer als die F35 (Erstflug Dezember 2006).

    Die F35 ist auch nicht gerade für reibungslose Entwicklung bekannt, eher im Gegenteil:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Lockheed_Martin_F-35_Lightning_II_development#Concerns_over_performance_and_safety

    Die F35 ist von der Rolle als Jäger auch eher im Gebiet Eurofighter unterwegs als im Bereich Jagdbomber, wie der Tornado und die F/A-18. Also vielleicht der falsche Flieger.

    Zusätzlich war der Tornado ECR im Bereich elektronische Kampfführung unterwegs, das kann die EA-18G Growler auch, die F35 nicht. Da macht es vermutlich auch Sinn, mit der “F-18” beides abzudecken, statt einen dritten Typ zu unterhalten.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Boeing_EA-18G_Growler

    Thema Tornado, die omegatau-Folge zur britischen Jägervariante des Tornados ist recht interessant:
    https://omegataupodcast.net/212-the-tornado-adv/

    Bleibt alle gesund!

  14. Ich finde es super, dass Holger gesagt hat, dass #Coronaeltern bislang gar nicht in seinem Horizont war. Ich glaube wir Eltern können uns das gar nicht vorstellen, dass es nicht jeder sofort sieht wie es einem geht. Danke, dass du mir auch mal eine andere Sichtweise dazu gegeben hast.

    Wir, 2 Kinder (3 und 6), beide berufstätig, je 50% im Homeoffice:

    Ich glaube keiner hat den Wunsch oder die Erwartung, dass jetzt (oder innerhalb der nächsten Monate) wieder alles wie vor 6 Wochen weitergeht. Aber zu sagen, wir lassen die Kinderbetreuung zu, weil wir nicht so weiter machen können wie zuvor ist ungefähr so wie: Lieber gar nicht regieren als falsch regieren.

    Es gäbe sicherlich viele innovative Konzepte wie man mit der Situation gut umgehen kann: z.B. immer die 5 gleichen Kinder mit einer Betreuung zusammen. Wenn der Platz nicht ausreicht: Hier sind gerade alle Turnhallen frei. Alles nicht so einfach umzusetzen, ja. Aber lieber eine Betreuung von 8 – 12 Uhr als gar keine.
    Wenn ich allerdings letzte Woche in der PK vom Söder höre, dass jetzt (!) angefangen wird ein Arbeitskreis zu dieser Thematik zu bilden frage ich mich schon was die letzten 6 Wochen eigentlich gemacht wurde…

    Wenn auf Dauer eine Kinderbetreuung nicht möglich ist, sollten die Eltern ihre berufliche Arbeitslast reduzieren dürfen. Ich glaube, es wird derzeit an Konzepten dazu gearbeitet. Vor Allem bei Alleinerziehenden gibt es ja große Fortschritte. Wichtig wäre nur zu erkennen, dass Homeoffice keine vollwertige Kinderbetreuung ist. Wer das denkt hat entweder Homeoffice oder Kinderbetreuung nicht verstanden. Aber auf Dauer zermürbt einen die Doppelbelastung schon sehr.

    Leider habe ich zu der aktuellen Lage auch keine Lösung parat. Aber ich denke mit ein paar innovativen Ansätzen in allen Bereichen geht das Stück für Stück vorwärts.

    Grüße aus Bayern und G’sund bleiben 🙂

    • > dass jetzt (!) angefangen wird ein Arbeitskreis zu dieser Thematik zu bilden frage ich mich schon
      >was die letzten 6 Wochen eigentlich gemacht wurde…

      Ja. Nichts wurde gemacht. Mitte März haben sie im Eilverfahren alles in einer Woche durchgehauen und waren danach so erschöpft, daß sie in die Osterferien gegangen sind. Nein, ich meine das nicht so bissig, aber der Eindruck ist halt so.
      Und als diese ganzen Maßnahmen beschlossen wurde, kamen ja schon die Diskussionen, _wie_ soll das denn wieder zurückgenommen werden (NICHT WANN!). Das wurde immer alles weggebügelt, zum 20. April fangen wir wieder damit an. Und es ist eben genau so in der Zeit passiert, wie vermutet… nämlich nichts. Verlorene Zeit.
      Ich hätte mir schon eine Art Regelkatalog gewünscht, in welcher Reihenfolge (welches Bundesland, kann gern unterschiedlich sein) vorgegangen wird, was zuerst gelockert wird, was gar nicht. Nein nochmal: nicht mit konkreter Datumsangabe, aber halt wie.

      Irgendwie ist es immer lästig, wenn man hinterher “told you so” sagen kann. Ich hätte gern auch Unrecht gehabt.

  15. Wing Commander Lord Flashheart’s Gedanken zum Thema Tornadoersatz:

    Wenn wir davon ausgehen, dass wir die nukleare Teilhabe (und damit unsere Stimme bei der nuklearen Verteidigungsplanung der NATO) erstmal beibehalten wollen, brauchen wir ein Trägerflugzeug.

    Die zweite Frage ist, ob wir weiterhin selber in der Lage sein wollen, solche Flugzeuge herzustellen, oder uns wieder dauerhaft an die Amerikanischen Produkte binden wollen. Die “leider, leider” sehr komplizierte Zertifizierung des Eurofighters gegenüber der F-18, lässt mich zweifeln, ob das eine gute Idee wäre. Aus diesem Grund scheidet die F-35 aus. Denn mit dieser würde FCAS überflüssig werden.

    Weitere Gründe, die gegen die F-35 sprechen sind:

    Sie befindet sie sich noch in der Einführung und wie eigentlich jedes neue militärische Flugzeugmuster der letzten 40 Jahre müssen erstmal massive technische Probleme überwunden werden, bis auch nur die Basisfunktionen richtig einsetzbar sind. Die 18 und die 15 sind hingegen gut abgehangen und würden sofort vom Tornado übernehmen können.

    Das Flugzeug stützt seine Überlegenheit nicht so sehr auf die klassischen Fähigkeiten wie Geschwindigkeit, Reichweite oder Manövrierfähigkeit, sondern zu einem noch nie dagewesenen Teil auf Software und Sensoren. Wenn es funktionert, bringt das wirklich beeindruckende Ergebnisse. Leider muss man natürlich darauf vertrauen, dass man auch in 30 Jahren noch die beste und bugfreie Software vom Hersteller bezieht.

    Zu guter letzt ist die 35 natürlich eine ganze Ecke teurer als die beiden anderen Muster. Und da diese von Boeing hergestellt werden, kann man angesichts der Lage, in die sich die Firma manövriert hat, sicherlich noch einen Sonderpreis aushandeln.

    Dann noch ein Wort zum Alter der Maschinen: Es wird in mehreren Generationen (“Block” bei den Amerikanischen Mustern, “Tranche” beim Eurofighter”) produziert, die sich teilweise in den Fähigkeiten erheblich voneinander unterscheiden, ohne dass man es von aussen sehen könnte. Ein Eurofighter von 1990 ist nicht zu vergleichen mit einem von 2020. Bei der F-18 geht es noch weit darüber hinaus. Die aktuelle Superhornet ist eigentlich eine komplette Neukonstruktion und hat nur eine optische Verwandtschaft zur legacy Hornet. Auf dem Papier ist sie damit ein moderneres Muster, als der Eurofighter. Besonders die Growler genannte EloKA Variante hat einen sehr guten Ruf. Es spricht auch nichts dagegen, dass Airbus zusätzlich entsprechende zusätzliche Aussenlastbehälter produziert. So hat man das bei der EloKa Variante des Tornados auch gemacht.

    Keep the blue side up!

    p.s.: Mit dem Kauf der F-18 als Trägergestütztes Flugzeug müssen wir jetzt natürlich auch über den Kauf eines Flugzeugträgers nachdenken. ?

    • Zum Flugzeugträger dann die wichtigste Frage zuerst: Wie soll er denn heißen? “Canaris”? Oder eher “Blaubär”? 😀

  16. Mir stellt sich konsequent folgende Frage:
    Die Vereinbarkeit von Homeoffice und der Betreuung der Kinder ist ganz klar eine starke Belastung. Das ist mir aus eigenem Erleben sehr klar. Es steht also außer Frage, dass eine Entlastung geschaffen werden muss. Letztlich leben wir in einer komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaft und jeder Beitrag ist relevant. Der Unterschied liegt vor allem in der Frage ob man zu Hause arbeiten kann oder nicht.
    Ein großer Teil der Belastung rührt also von der Doppelbelastung Kind Arbeit her. Was ich nicht verstehe ist, warum die Lösung immer die Reduktion der Belastung Kinder sein soll? Warum wird das als quasi alternativlos gesehen. Warum kann nicht z.B. für Eltern eine Reduktion der Arbeitszeit mit staatlichem Lohnausgleich geschaffen werden. Dies würde die Last auch reduzieren und zwar ohne erhöhte Ansteckungsgefahr.
    Warum ist das Primat der maximalen Produktivität hier scheinbar in allen Köpfen alternativlos? Wir erleben eine beispiellose Zeit, warum nicht beispiellose Lösungen. Und ja in einer solchen Lösung muss die Verwirklichung beruflicher Ziele möglicher Weise weiter hinten anstehen. Es gibt also andere Möglichkeiten als die risikoreiche Reiche Öffnung der Kitas. Warum diskutieren wir diese nicht öffentlich?

    • >. Warum kann nicht z.B. für Eltern eine Reduktion der Arbeitszeit mit staatlichem Lohnausgleich geschaffen werden.

      Ich wäre ja für die Abschaffung des Kindergelds und des Kinderfreibetrags. Im Gegenzug dürfen beide Elternteile bei einem Kind bei vollem Lohnausgleich nur noch 30h arbeiten gehen, bei 2 Kindern jeweils 20h. Das muß die Gesellschaft doch leisten können.

      Und das sage ich als jemand, der nie Kinder haben will/wird.

  17. Hallo Katrin und Holger,

    zum Thema „… der Markt regelt …“ bin ich letztens auf ein interessantes Buch gestoßen – The Great Mindshift (https://www.springer.com/de/book/9783319437651). Das E-Book ist kostenlos und gibt erste Antworten auf die Fragen, wie wir unsere Gesellschaft ändern müssen.
    Die Autorin Maja Göpel (https://twitter.com/beyond_ideology) sitzt in einer einflussreichen Position im wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung globale Umweltveränderungen (WBGU). Vielleicht habt Ihr die Möglichkeit, die zu einem Interview zu bewegen? ?

    Viele Grüße,
    Lars

  18. Ich möchte noch einen Nachtrag zu den Handschuhen machen – weil mir das wichtig ist:
    Die Erklärung mit der schwarzen und weißen Seite ist in der Tat sehr anschaulich. Auch, was Euro Haus- und Hofbiologin gesagt hat, ist grundsätzlich richtig.
    Nur:
    Auch im Krankenhaus werden täglich Fehler bei der Benutzung der Handschuhe gemacht. Vor dem Anziehen und nach dem Ausziehen ist eine hygienische Händedesinfektion vorgeschrieben – weil eben die Kontaminationsgefahr zu hoch ist. Und weil halt auch im Krankenhaus so viele Hygienefehler passieren (das ist menschlich), gibt es auch so viele Krankenhausbedingte Infektionen und Todesfälle.
    In dem Sinne kann man das so machen wie Holger vorschlägt, indem er sich vor und nach Benutzung der Handschuhe die Hände desinfiziert. Man darf aber auch dabei keine Fehler machen – schaut Euch doch mal ein Youtube-Video an mit dem Stichwort “hygienische Händedesinfektion” – da werdet Ihr sehen – die Normalbürger schaffen und machen das so nicht.
    Ich selbst – als Arzt – gehe so selten wie möglich einkaufen, und desinfiziere vor und nach dem Einkauf die Hände.

    Ein Lob auf die Supermärkte, die dies von sich aus anbieten.

  19. Ich bin Lehrerin an einer Realschule und Holgis Kommentare über Lehrkräfte treffen mich ehrlich gesagt ein bisschen. Die Kollegen, die er beschreibt, gibt es, keine Frage. Es gibt aber auch viele, die mit den Klassen in gutem Kontakt stehen, per Mail, Messenger oder telefonisch. Das trifft vor allem auf Klassenlehrer zu und auf Schüler, bei denen wir wissen, dass die Situation zu Hause in irgendeiner Form schwierig ist. Diese wurden auch eingeladen, sich ab kommender Woche der ausgeweiteten Notbetreuung anzuschließen. Eltern sind aufordert, sich bei Überforderung bitte mit der Schule in Verbindung zu setzen, um eine Lösung zu finden. Schüler mit schlechter Ausstattung können sich ein iPad oder einen Laptop der Schule ausleihen. Unsere Kapazitäten sind zwar begrenzt, aber wir nutzen sie.
    Aufgaben verschicke ich auch nur einmal die Woche, dafür aber übersichtlich strukturiert und bei schwierigeren Aufgaben mit Hilfestellungen, so dass sie es sich gut einteilen und möglichst selbstständig damit arbeiten können. Alleine in 3 bzw. 4 Hauptfächern mehrmals die Woche Aufgaben zu verschicken würde vollends im Chaos enden. Außerdem bekommen sie jede Woche einen Brief mit ein bisschen “Small Talk” von mir, damit die normale Kommunikation zwischen uns nicht ganz einschläft. So kann ihnen auch Mut machen, ihnen sagen, wo sie Tipps finden, wo Knackpunkte liegen und dass sie sich bitte bitte melden sollen, wenn irgendwas unklar ist. Ich versuche, bis 16 Uhr alle Mails mit Fragen umgehend zu beantworten. Abends antworte ich absichtlich nicht mehr, weil auch Schüler einen Feierabend verdient haben. Ich stecke viel Zeit in meine Aufgaben und meine Betreuung, aber dazu muss ich auch sagen: Ich habe keine Kinder. Die meisten sind momentan eben auch mehr Eltern als Lehrer und stehen vor den gleichen Problemen, die andere im Homeoffice auch teilen. Dass die eigenen Kinder ihre Priorität einfordern, wird hoffentlich nachvollziehbar sein.
    Was den Stoffumfang angeht, kann ich für unsere Schule sagen, dass die meisten von uns Nebenfächer erstmal ruhen lassen. Die Situation für die Schüler und Eltern daheim ist extrem und wir alle sind der Meinung, dass zunächst die Fächer, in denen in den nächsten Jahren eine Prüfung geschrieben wird, Priorität haben müssen. Es hilft nichts, wenn sie ihre Ressourcen in Nebenfächern verballern und keine Kraft für Deutsch, Englisch und Mathe mehr bleibt.
    Was mich angeht, muss ich sagen, dass die Schüler mir rückmelden, dass sie weniger Aufgaben haben als normal, ich mit den Themen aber wesentlich schneller durchkomme. Unterricht ist eben mehr als nur Wissensvermittlung. Wo 25 Leute zusammentreffen, muss viel kommuniziert, organisiert, geschlichtet und wiederholt werden. Manche Stunden sind zur Hälfte um, ohne dass sie eigentlich angefangen haben. Aber wenn sich in der Pause zwei geprügelt haben, kann man hinterher nicht einfach Gleichungen lösen, als wäre nichts.
    Den meisten von uns liegt die Situation schwer auf dem Magen, wir kennen unsere Schüler und wissen, dass diese Zeit einige abhängen wird. Wir haben keine Ahnung, wie sich das wieder ausbügeln lässt. Wir wissen ziemlich genau, wer in der Klasse seit 6 Wochen Ferien macht und wer gewissenhaft arbeitet, ob wir was von ihnen hören oder nicht. Aber wir können sie nicht zwingen. Druck können aktuell nur die Eltern erzeugen, und die kriechen momentan auf dem Zahnfleisch.
    Viele Grüße und bleibt alle gesund!

    • Ich bin selbst Lehrerin und möchte mich voll und ganz anschließen. Auch mich traf der Kommentar zu den Lehrer, denn gerade bei euch hatte ich auf eine etwas differenzierte Betrachtung gehofft.

      Viele Eltern erleben moment den ganzen Tag lang, dass es absolut nicht einfach ist, Kindern etwas “nach Lehrplan” beizubringen oder sie sogar so zu motivieren, dass sie auch noch Spaß daran haben. Trotzdem bekomme ich seit der Heimschulzeit nicht haufenweise Dankesbekundungen, weil ich jede Stunde dreimal so lange vorbereite, damit das Material auch wirklich verständlich ist und die Kinder eben auch mal ohne die Eltern um Hilfe zu bitten lernen können, sondern unreflektierte Kritik. Weil ich die Aufgaben “erst” zwei Tage nach der Abgabe kontrolliere, keine Lernvideos aufnehme sondern nur auf welche auf YouTube verlinke, nicht einmal die Woche mit allen 150 Kindern telefoniere, zu viele Aufgaben stelle, zu wenig Aufgaben stelle, die Aufgaben über zu lange Zeiträume stelle, die Aufgaben über zu kurze Zeiträume stelle, Noten für die Aufgaben gebe, keine Noten für die Aufgaben gebe, nicht das gleiche Wie Lehrer X mache, Lehrerin Y nicht auffordere das gleich wie ich zu machen…

      Hinzukommt, dass die Schulen und Lehrer selbst, nur sehr wenig Entscheidungsspielraum haben, so dass wir ständig für etwas kritisiert werden, was die Senatsverwaltung entschieden hat und was wir jetzt irgendwie durchziehen müssen, egal wie unsinnig wir es selber finden.

      Was wir (Schüler, Eltern und Lehrer) meiner Meinung nach gebraucht hätten, wäre von Anfang an eine Entscheidung von oberster Stelle gewesen, dass wir uns etwas vor machen, wenn wir denken, dass wir die “normale” Schule einfach nach Hause verlagen können und sonst alles so bleibt wie immer.
      Beschränkung auf die Hauptfächer Mathe, Deutsch und Englisch, um den Druck auf die Schüler und die Home-Schooling-Eltern zu mindern? Durchschnittsabitur statt Prüfungen mit 8 Leuten pro Raum, die nur mit jeweils 2 Minuten Abstand die Räume verlassen und betreten dürfen? (bei 50 Leuten, dauert dass schon eine Weile bis man anfangen kann) Lehrer von Nebenfächern von ihrem Unterrichtsverpflichtungen befreien und für die Notbetreuung von Kindern nicht nur systemrelevanter Berufsgruppen einsetzten? Lehrer der Nebenfächer von der Sekundarstufe für die Betreuung von Grundschülern (oder sogar Kitakindern) einsetzen, damit man die Gruppengröße ausreichend verkleinern kann?
      Alles das wäre möglich gewesen und hätte wahrscheinlich die Situation für Schüler, Eltern und Lehrer beträchtlich entspannt.
      Aber leider gilt für die Corona-Maßnahmen das, was für alle Bildungsreformen gilt. Wir machen das Gleiche wie immer nur minimal anders. Denn, wenn nach großen Veränderungen was besser wäre, würde das ja bedeuten, dass wir es all die Jahre lang falsch gemacht haben.

  20. Wenn ich mir angucke, wie jetzt viele die Social-Distancing-Lockerungen auch gleich voll ausschöpfen, habe ich das Gefühl, das eine Cannabis-Legalisierung dazu führen würde, dass dann alle auf einmal Hash ausprobieren. Ist vielleicht nicht für jeden klug, aber ja legal.

  21. Da Katrin in dieser Folge kurz das Thema Blaumeisen anspricht, möchte ich auf die Aktion
    “Stunde der Gartenvögel” des NABU vom 8. bis 10. Mai hinweisen. Es geht darum, Vögel zu
    beobachten und zu zählen.
    https://www.nabu.de/news/2020/04/27961.html

    Vielleicht mal als eine kleine Abwechslung.

  22. Warum biedert sich der Holgi immer so an, ausführlich über brandaktuelle Themen zu sprechen? Och nee, schon wieder Corona. Wir sind in ‘ner fucking Pandemie und die Hörer hören und lieben euch, weil sie aktuelle Themen eingeordnet bekommen wollen. Ist mir auch schon vor Corona aufgefallen.

    • gerne freundlich bleiben, danke

    • Ich höre und mag die Wochendämmerung weil viele aktuelle Themen angesprochen und eingeordnet werden. Nicht nur das eine brandaktuelle Thema das überall die Schlagzeilen bestimmt sondern vor allem auch die anderen Themen die drohen unterzugehen.

      • Richtig.
        Corona finde ich schon in sämtlichen anderen Tageszeitungen, das brauch ich hier in der Wochenzusammenfassung auch nicht nochmal zu 95%. Dann würde ich aufhören.
        Es sind eben die anderen Meldungen. Und hier nochmal insbesondere Shams extra Sicht, die es schon oft geschafft hat, was gänzlich anderes “auszugraben”.
        Corona gänzlich ignorieren auch nicht, die Mischung machts. Und bisher trefft ihr es gut.

  23. Ich möchte etwas zur “Corona-Empathie” beitragen:

    Als dieKadda das Thema anschnitt, fühlte ich mich an eine etwas andere Variante von Empathie erinnert, für die ich seit einigen Wochen werbe:
    In der Corona-Empathie, die in dieser Episode besprochen wird, geht es ja darum sich in Leute hinein zu versetzen, deren Leben anders ist als das eigene, sie sind vielleicht arm oder Eltern oder Christen oder Transfrauen oder Kinder oder Karrieremenschen oder DJs.
    Was mir aber aufgefallen ist ist, dass ich ganz viel Gemecker über das Verhalten der anderen wahrnehme, auch von Holgi. Und je nachdem auf welcher “Seite” man steht meckert man über die, die einem nicht mehr die Hand geben wollen, weil das ja total übertrieben ist und gar nichts bringt und dann meckert man auch darüber, dass die Swingerclubs geschlossen sind. Und dann gibt es die andere Gruppe, die sich darüber aufregt, dass die Leute nicht die Straßenseite wechseln, wenn man sich auf dem Gehweg begegnet und dass es Leute wagen einem zu helfen den Kinderwagen aus dem Bus zu heben und sich einem dabei auf 1,3m nähern.

    Und mal abgesehen davon, dass wir alle in unterschiedlichen Lebenssituationen stecken, haben wir auch alle einen unterschiedlichen Informationsstand. Die Welt ist voll von Fakenews und veralterten News, von ungenauen Informationen und falschen und widersprüchlichen. Und zwangsläufig sind wir alle auf einem unterschiedlichen Informationsstand und während der eine ruft “Masken bringen nichts” sagt jemand anderes “irgendeine Maske ist besser als keine Maske” und wieder dritte sagen “Masken sind voll hilfreich, machen mir aber Angst im Alltag”.
    Und die Sache ist halt: Woher wissen wir eigentlich, dass UNSER Informationsstand gerade der richtige ist? Kann es nicht auch sein, dass wir es sind, die gerade den Fakenews aufgesessen sind oder dass unser Gegenüber, über das wir uns gerade tierisch aufregen eigentlich die neusten und richtigereren Infos hat?

    Daher plädiere ich seit einigen Wochen dafür: Seid tolerant gegenüber dem Fehlverhalten eurer Umwelt. Andere Personen haben andere Annahmen über die Welt und das führt vielleicht zu ihrem Verhalten, aber das macht sie nicht direkt zu Arschlöchern. Und es könnte sogar sein, dass sie recht haben.
    Geht einfach nicht bei jedem kleinen Verstoß gegen die Seuchen-Ettikette an die Decke, sondern bedenkt, dass es immer noch sehr unwahrscheinlich ist, dass die eine Person, die mich gerade angehustet hat jetzt gerade infektiös ist.
    JedeR möge das tun, was er oder sie gerade zum Selbst- und Fremdschutz für richtig hält und manchmal divergiert das. Aber wenn es nicht gerade unendlich dumm ist, sondern uns nur durchschnittlich dumm erscheint könnten und sollten wir das meiner Meinung nach einfach wegstecken und ignorieren “naja, die Person hat halt ihre eigene Wahrheit”.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.