Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#214. Sozialer Ausgleich mein Arsch!

| 37 Kommentare


Anzeige:
Der Freiraum-Podcast des Bremer Presseclubs diskutiert in seiner aktuellen Ausgabe mit dem Politikwissenschaftler Herfried Münkler die Frage: Wie retten wir die Demokratie? Zu hören auf FreiRaum.fm und überall dort, wo ihr eure Podcasts hört.

Links und Hintergründe

37 Kommentare

  1. Thema Postwachstum & so: Die Mikroökonom:innen haben in der letzten Ausgabe ein hoffnungsvolles Buch besprochen „Die große Transformation – Eine Einführung in die Kunst des gesellschaftlichen Wandels“. https://mikrooekonomen.de/podcast/episode/mikrobuch009-ist-die-welt-wirklich-noch-zu-retten/

  2. Rückfrage an Holgi: Mit welchem Klein-Vieh wollen wir denn den Planeten nun in die Versklavung schicken?

  3. Auch schön, Aber leider schon älter, Nico Paech diskutiert mit Harald Welzer: https://youtu.be/smUKPaS5RW4

  4. Düsseldorf: Das hat mich ad hoch an „Why cities are full of uncomfortable benches” von Vox vom 29.11.2017 erinnernt: https://www.youtube.com/watch?v=WeyLEe1T0yo

  5. Ich muss euch bei der Interpretation von Merz Worten widersprechen. Was er gesagt hat ist, dass es eine (starke) Führung geben muss. So wie ich Merz bisher wahrgenommen habe,spricht da sein absolutistischer Anspruch, nicht aber der Wille sich nach Fachpersonal und schon garnicht nach jenen die von Herrn Merzes.Was spätestens klar wird wenn es um Frau Tunberg geht. Da gibt es geringschätzung gegenüber der Leistung und der Meinung in einer Art, dass er auf Sachargumente nicht eingehen muss. Denn nach seiner Auffassung ist das ja “krank” [sic].

    • Korrektur: […]Fachpersonal und schon garnicht nach jenen die von Herrn Merzes Meinung abweichen. […]
      Denken und schreiben hat mich überfordert-.-

    • Sehe ich ähnlich, Merz’ Kritik ist systemisch und nicht inhaltlich. Eure Deutung war voller Wunschdenken. Er versucht sich als Macher zu gerieren und bastelt an seinem Image als handfester Anpacker. Er dreht Spins.

  6. beim thema brexit muss hier auch mal ein bisschen mehr spaß her:
    Brexit
    UK: Wir wollen ein Einhorn!
    EU: Einhörner existieren nicht, aber ihr könnt ein Pony haben.
    UK: Wir wollen ein Einhorn!
    EU: Wir haben doch bereits darüber gesprochen – ein Pony oder Nichts!
    UK: Wir wollen das Pony nicht!
    EU: Gut, dann eben Nichts.
    UK: Wir wollen kein Nichts!
    EU: Ihr versteht das nicht, oder?
    UK: Wir brauchen mehr Zeit darüber nachzudenken!
    EU: Über das Pony oder über das Nichts?
    UK: Wir wollen ein Einhorn!

    • Ich sage ja nicht, daß es damals keine demokratische Entscheidung für den Brexit gegeben hätte. Ich meine nur, daß wenn ich mich knapp dafür entschieden habe Fisch in einem Restaurant zu bestellen, das für Hühnchen bekannt ist, aber auch gerne Fisch serviert, wenn die Kunden das wünschen, und bisher drei Stunden gewartet habe, während derer zwei Köche, die den Fisch zubereiten wollten, gekündigt haben und der Dritte verspricht den Fisch innerhalb der nächsten fünf Minuten aufzutischen – egal ob gekocht oder roh, oder vielleicht noch lebendig – und die Kellner sich die letzten Stunden nur darüber gestritten haben, ob ich nun Backfish, gegrillten Lachs, Aal in Aspik oder Delfinkebap wollte, während große Teile des Restaurants in Flammen stehen, worauf aber niemand achtet weil sich alle über den Fisch streiten, dann würde ich wahrscheinlich doch ganz gerne noch einmal gefragt werden, ob ich den Fisch immer noch möchte.
      https://twitter.com/jayrayner1/status/1160535003899531264

  7. Was ich nicht so ganz verstehe ist, wie es sein kann, dass die Bevölkerungen in England, Italien, USA und Österreich (stellvertretend für all die Staaten in denen Witzfiguren, Populisten und Faschisten mehr und mehr das Ruder übernehmen) zu den Spinnern halten. Mal von dem Spaßfaktor abgesehen, den die Nasen zweifellos einbringen, politisch ist das alles ne Katastrophe. Aber überall sprechen die Umfragen für die Bekloppten – oder besser, die bekloppte Politik. Ich fange an, an der Demokratie zu zweifeln. Liegt das echt nur an der Angst davor, dass man ihnen was wegnimmt? Ist es der “Hauptsache” ne andere Partei – Faktor oder ist das eine Folge des Globalismus in dem man einfach immer mehr das Gefühl hat, hilflos den Großunternehmen und der Bürokratie ausgeliefert zu sein? Ich verstehe es nicht.

    • Vermutung:
      In Zeiten der Veränderung (die wir momentan haben z.b. Digitalisierung, Globalisierung etc. ) sehnen sich viele nach Kontinuität und Einfachheit. Richtung und Falsch, Gut und Böse, Wir und die Anderen.
      Diese “Witzfiguren” bedienen genau dieses Bedürfnis: Sie polarisieren. Ich hab recht, die anderen haben keine Ahnung. Was ich mache ist richtig, ich mache keine Fehler, Ich mache das es euch allen wieder besser geht/so wie früher als alles noch einfach war….
      Im Prinzip ist es egal welche Politik Sie vertreten, Hauptsache Sie strahlen genug Autorität aus.

  8. Zur Entfernungspauschale und den 21 Kilometern: Viel Kritik (an der Kritik an den Eckpunkten) bezieht sich meiner Wahrnehmung nach nicht darauf, dass fälschlicherweise noch angenommen wird, die Pauschale gelte erst ab dem 21. Kilometer, sondern darauf, dass die 5 Cent extra in den Eckpunkten des Klimaprogramms eben erst ab diesen 21 Kilometern (und nur für die Kilometer über den magischen 20) gelten – was weniger dramatisch ist als eine Erhöhung ab Kilometer 1 und die berechtigte Kritik an den Klimaeckpunkten minimal kleiner macht.

    Das macht Holgis Aussage nicht falsch, aber sie scheint auf etwas zu antworten, das so nicht oder nur selten angeführt wird. Zumindest wurde das so in meiner erweiterten Blase nie angeführt und auch medial hab ich das nur anders wahrgenommen. Falls es an meiner Blase liegt, ist es hoffentlich trotzdem ein wertvoller Einwand.

    So oder so hätten sie das Geld statt in diesen “Langstrecken”-Bonus lieber direkt in eine Dividende stecken sollen.

  9. Schön das Ihr das Thema Postwachstum ansprecht. Was hier mal interessant zu diskutieren wäre sind zwei Punkte, von denen ich glaube das diese entscheidend sind:
    – Wie gewähren wir in einer Postwachstum-Gesellschaft Fortschritt? Meiner Ansicht nach wird es ohne Zwang (Geld und Zins) den das bisherige Wachstum bedingt weniger Fortschritt und Weiterentwicklung geben. Der Mensch ist nun mal ein bequemes Wesen. Könnte es also in einer “perfekten Gesellschaft” ohne Wachstum, mit bedingungslosem Einkommen etc. nicht dazu kommen, dass wir stehen bleiben bzw. nur sehr viel langsamer weiter kommen?
    – Ein solches Modell kann nur gut funktionieren wenn sich alle, zumindest wichtigen Länder, daran beteiligen. Im Moment halte ich es für absolut undenkbar, dass sich auch in Jahren Kapitalismus geprägte Länder wie die USA oder kommunistisch, kapitalistische Länder wie China sich anhängen werden. Wie also soll ein solches Modell funktionieren?

    Warum der Kapitalismus das bisher beste System ist welches wir jemals hatten und warum wir Wachstum brauchen erklärt (die Achtung Grüne) Ulrike Herrmann im Buch “der Sieg des Kapitals” wie ich finde ganz gut. Dabei werden bestimmende Missverständnisse gut ausgeräumt.
    https://www.amazon.de/Sieg-Kapitals-Reichtum-Geschichte-Wachstum/dp/3492305687/ref=sr_1_1?adgrpid=71549590259&gclid=CjwKCAjwibzsBRAMEiwA1pHZrn710ERXpOqIkiaS3bMjyurDRCJfxl2l0RtVjLkxomVVQQFWINXGaxoCFfwQAvD_BwE&hvadid=353041922295&hvdev=c&hvlocphy=9042365&hvnetw=g&hvpos=1t1&hvqmt=b&hvrand=1669342815294877053&hvtargid=kwd-300281806771&hydadcr=22144_1726341&keywords=sieg+des+kapitals&qid=1569738235&sr=8-1

    Ich bin sicher kein Befürworter des aktuellen Modells und bin fest davon überzeugt dass es vor allem im Hinblick auf die großen Umweltprobleme und Ungleichheiten eine Änderung des Systems braucht. Allerdings konnte ich bisher kein alternatives System finden, welches sich auch Globale umsetzen ließe und auch weiterhin Wohlstand und Fortschritt gewährt wie wir es kennen.

    • Es ist total witzig, was dem profitorientierte Kapitalismus alles nachgesagt wird. Wenn man Profite maximieren will, dann versucht man Preise zu maximieren und Kosten zu minimieren. Der einzige Fortschritt der in einem solchem System Bestand hat ist jener, der kurzfristig Kosten minimiert oder aber zu einer Erhöhung des Profits führt.
      Grundlagenforschung ist unter solchen Bedingungen unattraktiv. Weswegen dieser Aspekt heutzutage auch überall in staatlicher Hand ist, wo angestellte Wissenschaftler mitunter deutlich schlechter bezahlt werden als in der freien Wirtschaft.
      Hinzu kommt, dass in der Wirtschaft gern Innovation kommuniziert wird, die jedoch gar keine ist. Das nennt sich dann Werbung oder aber auch “jetzt neu, mit neuer, verbesserter Rezeptur” (oder ähnlich). Ebenso wie so manch Spektakuläre Entwicklung privater Unternehmen ohne die staatlich finanzierte Grundlagenforschung die 10-50Jahre vorher stattgefunden hat nie möglich gewesen wäre.
      Ebenso setzt diese Profitmaximierung Anreize dazu, Entwicklung zurück zu halten. Es ist ja nur nötig, etwas besser als die Konkurrenz zu sein. Es ist schlicht nicht sinnvoll, in Forschung und Entwicklung über diese geringe Hürde hinaus zu investieren. Wer schlau ist koordiniert sich mit seinen Wettbewerbern auch derart, dass keiner anfängt große Sprünge zu tun und damit einen harten, kostenintensiven Wettbewerb loszubrechen.
      ############################################
      Ansonsten Anekdötchen, ein Großteil der Blase rund um den ChaosComputerClub beweist recht gut, dass Weiterentwicklung/Optimierung ohne kommerzielle Absichten stattfindet. Wo Bedarf für Verbesserungen erkannt wird, wird eine eben Solche herbeigeführt. Schlicht weil es den Leuten Spaß macht und ihre Leben verbessert.
      Zugegebenermaßen ist es notwendig, dass die Grundbedürfnisse der entsprechenden Personen gedeckt sind.

  10. Ich frage mich ja schon seit längerem, wieso immer wirtschaftliche Begründungen für klimaschädliches Verhalten vorgebracht werden: Immerhin wäre es auch wirtschaftlich sehr praktisch, wenn man die Braunkohle, die man fördert, überhaupt in einem funktionierenden Gesellschaftssystem verkaufen kann. Ebenso soziale Begründungen: Was nützt es, wenn man zwar in einem Bereich weniger ausgibt, aber man in dieser Umgebung nicht überleben kann? Hier fand ich diesen Artikel sehr hilfreich: https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-09/klimawandel-weltrettung-menschen-bevoelkerung-nachhaltigkeit-umweltschutz. Im Prinzip ist die Kurzzusammenfassung die, dass Botschaften wie “Save the Planet” so aufgefasst werden können, dass sie ja nur Eisbären und Regenwälder betreffen und nicht mich. Es wird ja im Sommer nur schön warm, ansonsten greifen die üblichen Verdrängungsargumente. Man kann die Symptome also einfach so wegignorieren wie eh schon die Birkenstock tragenden Baumumarmer. Und die Schüler von Fridays for Future kann man gleich mitignorieren. Diese Erkenntnis hat mir das Verstehen des Sachverhalts ermöglicht.
    Ich sehe auch den Klimawandel als leider unausweichlich an: Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ewig diesseits der Kippelemente bleiben, ist 0. Ich beginne langsam, das eher fatalistisch zu sehen: Vielleicht ist es nicht besonders traurig, wenn die Menschheit ausstirbt. Das Problem ist nur: In der Menschheit gibt es ein paar Exemplare, an denen mir etwas liegt, und es steht ja nicht nur die Menschheit auf dem Spiel, sondern auch große Teile der Biosphäre, an der mir ebenfalls etwas liegt.

    • korrekt: es gibt bei diesen Demos ja das Plakat mit den Dinos (die Dinos dachten auch es sei noch Zeit).

      was daraus gelernt wird: ja es ist egal: denn wenn der grosse Komet oder Asteroid kommt gibt es sowieso keine Rettung. Es ensteht ein plötzlicher Klimawandel um 100 Grad – also durch die ghlühenden Trümmer weltweit Brände und weltweites Artensterben von Tieren udn Pflanzen.

      Aber es zeigt sich auch: Es geht danach weiter.
      Auf den nun vorhergesaten Klimawandel mit nur wenigen Grad Anstieg ist das weniger dramatisch. Auch da gibt es Artensterben. Ziemlich sicher die Menschheit in der jetzigen Form. Aber es wird danach weitergehen.

      Provokativ ist Klimaschutz etwas für sehr Konservative die nur den Jetztzustand erhalten wollen

      • Genau, die Lebensbedingungen für die Menschheit in der jetzigen Form werden sich ändern. “Es” im Sinne von “irgendwelche Lebewesen” wird ziemlich sicher weitergehen. Und wenn wir Pech haben, wird Homo sapiens bei denen nicht dabei sein. Auf jeden Fall werden die Lebensumstände für eventuell verbliebene Exemplare unserer Art komplett anders sein als jetzt. Die Frage ist auch, ob das eher ein Leben wie jetzt unter artgerechten Bedingungen sein wird, oder eher um ein Herumkrebsen an der Schwelle des Aussterbens.
        Mit “konservativ” habe ich so meine Probleme: Einerseits ist es natürlich konservativ, dieselben Umweltbedingungen wie bei den Vorvätern zu erwarten, andererseits ist der Mensch auch an diese Umwelt angepasst, was ich mit “artgerechten Bedingungen” gemeint habe, und an andere Umwelten halt nicht: Es gibt zwar Menschen in der Wüste, aber ich stelle mir das Leben dort nicht sonderlich angenehm vor.

      • @ der Holger
        Du schreibst: “Auf den nun vorhergesaten Klimawandel mit nur wenigen Grad Anstieg ist das weniger dramatisch. Auch da gibt es Artensterben. Ziemlich sicher die Menschheit in der jetzigen Form. ”
        Meinst Du damit, dass der aktuelle Klimawandel zu einem Aussterben der Menschheit führen wird? Das halte ich für extrem unwahrscheinlich. Der Mensch gehört zu den wenigen Lebewesen, das in allen Klimazonen präsent ist. Warum sollte er aussterben, wenn in Mitteleuropa Savannenklima und in der sibirischen Tundra gemäßigtes Klima herrscht?
        (Ich bin der Auffassung, dass wir schnellstmöglich versuchen sollen, den Klimawandel abzumildern. Die Weltuntergangsszenarien halte ich trotzdem für unrealistisch.)

        • Wenn die bis dahin existierenden 10 bis 11 Mio. Exemplare des “Homo Capitali” nichts mehr zu futtern haben, könnte es durchaus schwierig werden mit dem überleben.

          • Für den Einzelnen ja, für die Gattung Mensch an sich, nein. Irgendwo gibt es immer welche die, auch jetzt schon, größtenteils, autark leben und überleben werden. Ob das dann die sind, die eine menschliche Zivilisation neu gründen in der wir Stand heute dann leben wollten ist was anderes.
            Auf das Thema zweibeinige Nahrungsreserven geh ich jetzt nicht ein

  11. Vorweg: Sehr guter Podcast!. Ich freue mich jede Woche auf die neue Folge.

    Ihr habt am Anfang darüber spekuliert, warum die Bundesregierung trotz der großen und langandauernden Proteste in Deutschland ein solches Klimapäckchen plant.
    Mein Eindruck bei der Vorstellung des Klimapakets durch die Bundesregierung war, dass genau das Paket herausgekommen ist, was sich laut den Umfragen die Mehrheit der Bevölkerung wünscht: Ja, wir wollen mehr Klimaschutz, aber der darf uns auf keinen Fall mehr kosten. Da braucht es m.E.n. gar keine Verschwörungstheorie darüber, dass die Regierung oder zumindest einzelne Minister korrupt wäre, sondern sie setzt nur das um, was aus ihrer Sicht ihre Wähler von ihr verlangen. Und die anderen wählen ja sowieso die Grünen oder kleinere Parteien.

    Dazu passen diese Umfragen von ARD und ZDF ganz gut:
    https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-1749.html
    https://www.zdf.de/politik/politbarometer/mehrheit-findet-das-klimapaket-unzureichend-100.html

  12. Schöne Folge, aber kleine Korrektur wegen der CO²-Bepreisung:
    Das habt die 10 Euro ziemlich runtergemacht, es ist aber so gelaufen, dass ursprünglich angedacht war, ab 2025 mit 35 Euro einzusteigen und fertig.

    Der Preis wurde aber nicht “runtergehandelt”, sondern es wurde vorgeschlagen, schon 2021 mit 10 Euro anzufangen. So gesehen ist das sogar noch ein hochhandeln – auch wenn der Preis natürlich zu niedrig ist.

  13. Zur Strompreiszusammensetzung:

    Die Netzentgelte machen nur knapp 1/4 des Strompreises aus. Ein weiteres knappes 1/4 entfällt für Erzeugung, Vertrieb und Marge. Mehr als die Hälfte entfällt auf staatliche Umlagen, Steuern und sonst. Abgaben.

    https://www.bdew.de/media/documents/1810_BDEW_Strompreise_Haushalte.jpg

  14. Lieber Kathrin, lieber Holger,

    da merkt man wieder, dass ihr in einer Großstadtblase wohnt. Natürlich hilft die Pendlerpauschale Geringverdienern. Mindestlöhner, die ebenfalls Lohnsteuerpflichtig sind, bekommen natürlich etwas zurück. Ein Bekannter von mir finanziert sich durch die Steuerrückzahlung ungefähr die Hälfte seines Jahresticket für den ÖPNV. Fällt die Pauschale weg, wird er doppelt belastet.

    Und wer z.B. Schichtarbeiter ist und auf dem Dorf wohnt, wo ab 18:00 Uhr kein Bus mehr fährt, wird logischerweise auf den eigenen PKW zurück greifen, egal ob der Sprit 3, 10, oder 30 Cent mehr kostet. Oft ist man mit dem unzuverlässigen ÖPNV und mit der DB deutlich länger als mit dem Auto unterwegs. Die Fahrzeiteneiten können mitunter das 3 bis 4-fache betragen, Fällt der Bus oder die Bahn aus, riskiert man vielleicht auch seinen Job. Wer sich eine teure Wohnung in der Stadt leisten kann, lebt auch dort, außer man ist bevorzugt das Landleben. dadurch hat man auch einen kleineren Weg zur Arbeit. Diejenigen, die sich die teure Wohnung in der Stadt nicht leisten können, sind gezwungen zu pendeln.

    Ergo: Die Pendlerpauschale ist meiner Meinung nach notwendig und imho deutlich zu niedrig vor allem für PKW-Pendler, die noch Wartung und Verschleiß des Fahrzeugs mit einrechnen müssen. Niemand wird freiwillig aufs Land ziehen, nur um eine höhere Pendlerpauschale abzugreifen. Das ist schlicht und ergreifend Blödsinn. Ich weiß nicht, ob ihr das Interview mit Habeck gesehen habt, der nicht wusste, was die Pendlerpauschale überhaupt ist. Denn die Pauschale gilt für ALLE Verkehrsmittel.

    • Oh, jetzt bin ich aber gespannt, was das alles damit zu tun haben soll, dass ich in einer Großstadt lebe. Erklär doch bitte mal.

      • Ich bin nicht derjenige der fordert, die Pendlerpauschale abzuschaffen.

        • Die Pendlerpauschale muss komplett weg, sage ich obwohl ich vom Dorf komme. Die Leute sollen gefälligst da wohnen wo sie arbeiten. Und umgekehrt. Das Auto ist nicht die Lösung, sondern hat das Elend des verteilten Leben und Arbeiten erst erschaffen. Deswegen muss es weg und wieder ein Luxusgut werden.

    • Ich lebe auch in einer ländlichen Gegend und bin auf mein Auto zum pendeln angewiesen. Mit ÖPNV komm ich hier nicht in angemessener Zeit zu meinem Arbeitsplatz, der u.a. auch noch in einem anderem Verkehrsverbund liegt.
      Allerdings nutze ich mein Auto dann nicht um bis zu meiner Arbeit zu fahren (ca. 50 KM, Großstadt) sondern ich fahre halt nur soweit bis ich an eine sinnvolle Haltestelle des ÖPNV komme (10 KM), den Rest dann mit der Bahn.
      Es gibt keinen Grund mit seinem Auto in der Stadt bis zur Tür seines Arbeitsplatzes zu fahren. Spätestens am Stadtrand gibt es die Möglichkeit auf den ÖPNV umzusteigen, da dann auch mit einer brauchbaren Taktung rund um die Uhr.
      Daher wäre eine Abschaffung der Pendlerpauschale bei gleichzeitiger Förderung und Ausbau des ÖPNV (z.b. kostenloser Tarifbereich Innenstadt etc.) sinnvoll. Unterm Strich also Abschaffung der Pendlerpauschale gerade für PKW und Förderung aller anderen Transportmittel (Fahrrad, Bus, Bahn etc.)

      Für diejenigen die tatsächlich von Dorf zu Dorf pendeln wären dann entsprechend Ausnahmen denkbar.

  15. Das Thema Reisen fand ich leider ein wenig von oben herab. Dazu hätte ich zwei Sachen, wo ich widersprechen muss:
    1. Klar kann man sich aus anderen Quellen umfangreicher und besser über eine Region informieren. Aber ohne echten Bezug dazu, haben die wenigsten Leute Lust dazu. Mich interessieren die Proteste in Hong Kong aktuell gerade deutlich mehr, weil ich schon mal da war, ein paar Straßen wiedererkenne und dort eben auch Leute getroffen habe. Mit dem Brexit gehts mir ähnlich…
    2. Selbst mit all-inklusive sieht man etwas von Land und Leute. Man kann aus so einem 4-Sterne Hotelklotz heraus auch Ausflüge buchen und sich das Hinterland anschauen, was nach meiner Erfahrung die meisten machen, die so eine Art Urlaub pflegen. Und selbst wenn nicht: Anreise, Abreise und das Personal vor Ort allein sorgen schon dafür, dass man die Menschen vor Ort als Menschen wahr nimmt, was bei einigen Diskussionen in der Heimat sicher hilfreich ist.

    Mir ist klar, dass Reisen eines der großen Themen ist, was mit dem Bestreben nach Nachhaltigkeit stark kollidiert, aber wir sollten schon (nachhaltige) Wege finden, so einen kulturellen Austausch aufrecht zu halten.

    Ansonsten: Alles Gute nachträglich, Kadda 🙂
    Und danke für den ansonsten wie immer großartigen Podcast!

    • Ich denke da ist es wie bei vielen anderen Themen auch:
      Diejenigen die sich grundsätzlich mit anderen Menschen austauschen, sich interessieren für ihr Leben, Kultur und auch Sorgen und Nöten, müssen nicht wirklich dahin reisen um Empathie zu empfinden.
      Diejenigen die sich nicht für andere Menschen interessieren ändern Ihre Einstellung auch nicht dadurch das sie “Land und Leute” bereisen. Ob die dann das Personal vor Ort als “Menschen” wahrnehmen hab ich auch so meine Zweifel.

  16. Nochmal für alle bitte: wer sind die 5 größten CO2-Emittenten der Welt? Quelle?

  17. Mir ging es nur darum: ich hörte die 5 größten und USA und China waren nicht dabei, alles gut. 😁

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.