Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#207. Jan Fleischsteuer und der König der Schweine

| 12 Kommentare


Wie man in Europa klimafreundlich reisen kann; was der Unterschied zwischen rechtsextrem, rechtspopulistisch und rechtsradikal ist (mit Dr. Matthias Quent); warum Rassismus in Deutschland noch immer durchgeht; warum die Fleischsteuer den Tieren nichts bringen wird; was der aktuelle IPCC-Bericht warnt; warum die Toilettensituation auf Festivals vermutlich nicht besser wird; warum wir Angst vor einer Bärtierchenkalypse haben könnten; warum in Kaschmir die Autonomie vorbei ist; wie El Paso nach der Massenschießerei Donald Trump empfängt.

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Hintergründe und Links

12 Kommentare

  1. moin moin
    was noch beim kostenvergleich bahn — flugzeug zu berücksichtigen ist: wenn deine kinder älter werden (aber eben immer noch kein einkommen haben), wird es deutlich teurer mit der bahn! im flieger habt ihr drei gleiche tickets für euch zu erwerben. bei der bahn sind deine kinder bis 14 kostenlos dabei, d.h. der bahnpreis ist für eine erwachsene person, nur momentan dürfen deine kinder noch kostenlos mitfahren.
    meine kinder sind älter, gehen noch zur schule, aber zählen oft schon als erwachsene. da dreht sich die kostennummer nochmal massiv!

    • Da sprichst du was an! War nun schon bei Interrail so, dass der 12-Jährige zahlt. Auch die Bahnreise wäre ohne ihn billiger (weil ja internationale Strecken).
      Aber da kommt dann man zweites Argument ins Spiel: man darf die Kosten eigentlich nicht nebeneinander halten. Denn sie sind geschönt, in dem Sinne, dass unsere Gesellschaft die Umweltfolgenkosten auf Kosten der nächsten Generation unterschlägt. Und wer wird die dann bezahlen müssen? – Genau: diese beiden Kinder.
      Da zahle ich lieber heute schon mehr.

      • na klar, aber das preisthema wird trotzdem immer wieder angesprochen, letztlich ja auch bei euch. davon mal abgesehen, mit 12 zahlt dein sohn in d nichts, aber dafür in den anderen ländern; einen jugendtarif, soweit ich weiß, der dafür über die 14 lebensjahre hinausgeht. gleicht sich im laufe des lebens hoffentlich aus 😉
        bei der bahn.de bist du ab 15 erwachsen und es kommt hinzu, dass ich oft wg der ausländischen züge keine preisauskunft bekomme, das hingegen geht bei trainline.
        am ende ist das ganze auf jeden fall schon aus gründen des planungsaufwands verbesserungswürdig.
        godspeed

  2. Hi,
    Katrin hat ja angesprochen, dass es häufiger dazu kommen sollte, dass Landwirte sich äußern und man ihnen zuhört. Genau um Einblicke in diese Welt zu bekommen folge ich schon einige Zeit einem recht aktiven Youtuber. Er ist konventioneller Schweinebauer bei dem man wirklich merkt, dass er sich Mühe gibt.
    Er nimmt da zu vielen aktuellen Themen Stellung. Sein aktuelles Video spricht auch die Fleischsteuer an. Das hat jetzt nicht das beste Format und ist auch sehr aufgeregt aber gebt ihm eine Chance und schaut auch mal seinen Kanal an. Auch Videos zur Ferkelkastration fand ich sehr interessant. Lasst euch vielleicht auch nicht von der Grünen-Schelte abschrecken. Ich halte den wirklich für einen rationalen Typ und es ist nicht alles haltlos was er in vielen Videos vorbringt. Wenn ihr einen Einblick in die Welt der Landwirte wollt gibt er sich jedenfalls große Mühe euch einen Einblick zu geben.
    Genug der Vorwarnung hier das Video mit Bezug zu dieser Wochendämmerung
    https://youtu.be/iUKuC2XvII4

    Auch interessant sind die Videos in denen er die Haltung der Schweine erklärt und zeigt was sie im Rahmen der Haltungsmöglichkeiten ausprobieren. Man sieht einfach mal dass da Menschen arbeiten denen es auf jeden Fall um das Wohl ihrer Tiere geht. Deutlich mehr als vielen Verbrauchern die nur schimpfend über das Fleischangebot im Supermarkt stehen. Vielleicht eignet er sich ja sogar Mal als Interviewpartner.

    • Vieles davon kann man natürlich nachvollziehen wenn man mal aus unternehmerischer Sicht auf das Thema blickt. Landwirtschaft ist aber eben kein unternehmerisches Handeln, bzw. darf es nicht sein. Es muss anders gehen und im Zweifel muss man (der Gesetzgeber) das eben einfach von oben durchsetzen. Wenn die Richtlinien von Demeter oder Bioland per Gesetz gelten würden, wäre das eben so. Wenn dann Landwirte ihre Bude zu machen, ist das deren gutes Recht. Ich gehe jede Wette ein dass sich jemand findet der das Geschäft übernimmt – und wenn es Nestle ist.

      • Demeter ist ganz kritisch – weil anthroposifisch. Wie alle anderen Wunder- und Verschwörungsdispzplinen wie voodoo, Homöopathie usw.

        Landwirtschaft geht immer ans Leben anderer Lebewesen. Tiere werden gezüchtet um sie zu töten. Pflanzen exakt genauso. Es geschieht menschliche Auslese im Gegensatz zur Auslese in freier Wildbahn.

        Ohne den Menschen gibt es einfach Nutztiere und -pflanzen nicht. Durch Zucht (aber auch die genetische Änderung) wird auch über jahre die DNS der Lebewesen geändert.
        Selbst ich als Laie kann eine Wildsau vom Hausschwein unterscheiden.

        • Das Voodegedöns kann man natürlich weglassen. Die Einstellung zur Umwelt und zum Leben als Leben an sich, statt als Produkt, ist imho dennoch recht vorbildlich.

  3. zum Thema Rassismus von Tönnies.

    Korrekt ist dies als rassismus zu bezeichen. Eben weil es auf Afrikaner als Bewohner von Afrika beschränkt ist.
    Zumal das Problem mit Geburtenrate unter diesen schlechten Lebensbedingungen überall auf der Welt so auftritt völlig ohne Bezug speziell zu Afrika.

    Unkorrekt ist das Problem der Überbeölkerung auszublenden.
    Wenn die Aussage von Tönnies in etwa so gelautet hätte:
    “In Afrika muss Infrastruktut aufgebaut werden, damit dort auf Umweltschutz geachtet werden kann und die Geburtenrate auf ein sinnvolles für das Ökosystem geringes Mass sinkt” hätte es wohl keine Empörung über die Aussage gegeben.

    Es gibt derzeit etwa 8Mrd. Menschen. Das ist nicht nur in bezug Kohlendioxid zu viel. Auch die Ökosysteme, also Lebensraum für Wildtiere und -pflanzen leiden darunter.
    Wer ernthaft Klima- und Umweltschutz betreiben will muss dafür sorgen dass die Geburtenrate erheblich sinkt.

    jaja: 1-Kind-Politik wie damals in China?

  4. Zwei Gedanken zur letzten Sendung:

    1. Eine Alternative zum Reisen mit dem Flugzeug wird gerne vergessen: Weniger reisen. Reisen wieder zu etwas besonderem machen. Reisen, um Länder wirklich intensiv und lange kennenzulernen – und weniger, um sich “mal eben” den Sommer zu versüßen und Zerstreuung zu suchen.

    Denn: Auch eine weite Zugfahrt ist zur Zeit nicht klimaneutral – selbst wenn die Technik es theoretisch hergibt: Derzeit ist das de facto nicht so. Natürlich ist es wichtig, die Welt zu sehen – aber muss es jedes Jahr sein oder sogar noch mehrmals im Jahr?

    2. Ich frage mich in letzter Zeit oft, warum in der Diskussion Fleisch so verteufelt wird – aber Milchprodukte ignoriert werden. Dabei sind beides tierische Produkte und beide sind nicht ohne. Für eine Scheibe Käse wird u.U. doppelt oder dreimal so viel CO2 erzeugt, wie für manche Geflügelwurst. Selbst hinter der Produktion von Eiern steckt mehr CO2, als man so denkt. Und die Tierhaltung ist in beiden Fälle oft auch nicht besser. Ist das vllt. ein bisschen magisches Denken – so nach dem Motto: Fleisch ist ja das tote Tier, also daher schlimmer, als Milch? (Bin kein Vegetarier und kein Veganer – aber ich beobachte diese Argumentation schon seit einer Weile…)

    • zu 1:
      Der normale Arbeitnehmer hat eine gewisse Anzahl von Urlaubstagen pro Jahr, die man idR auch nur sehr begrenzt aufsparen kann. Eine “längere, intensive Reise” ist dabei schlicht nicht möglich.
      Dazu kommen noch Einschränkungen durch Schulferien oder Partner, die ebenfalls Urlaub nehmen müssen.

      • Als Angestellter mit Kind kann ich deinen Punkt gut nachvollziehen: Ich hab auch früher mal den 10-Tage-Trip nach Italien mit dem Flieger unternommen, um Zeit zu sparen.

        Allerdings ist hier auch die Absurdität unserer Arbeitswelt sehr sichtbar: Anstatt, dass wir das Arbeitsleben entspannen und vllt kürzere Arbeitszeiten oder auch längere Unterbrechungen im Berufsleben zuzulassen – erhöhen wir lieber den Stress für Natur und Mensch, indem wir die „schnelle Fernreise“ als erstrebenswert bewerben. Menschen ackern sich für Hungerlöhne in der billigen Tourismusbranche ab, damit andere, ebenfalls völlig überarbeitete Leute ihren Erholungskurztripp in Spanien oder auf Bali machen können.

        Wir könnten es so viel einfacher schön haben.

  5. Zugfahren in Europa – in Berlin gibt es das Reisebüro “die Bahnfüchse”. Dort kann man auch Mails mit Anfragen hinschicken, wenn man nicht gerade in Berlin wohnt. Besonders für Reisen nach Osteuropa ist dort wohl eine sehr kompetente Mitarbeiterin. Wollt ihr nicht zufällig irgendwo so ne Bahn-Tipps-Linkliste führen? 🙂

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