Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#191. Die rote Gefahr!

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In dieser Woche kommt wohl niemand so richtig am Brand der Notre Dame vorbei. Dabei gibt es sehr viele verschiedene Perspektiven, von denen wir mindestens vier in der Sendung haben: Die Perspektive des Kulturbanausen aus Deutschland, die Perspektive des Franzosen, die der Gelbwesten und der Linken und die der Menschen aus dem Nahen Osten. Auch Sham Jaffs wöchentliche Kolumne, “what happened last week” blickt auf die Notre Dame, und zwar auf die extrem große Spendenfreudigkeit, die sich in Sachen Wiederaufbau in Frankreich zeigte.
Die Linke hat anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls einen Untersuchungsausschuss zur Treuhand ins Spiel gebracht, der von konservativer Seite abgelehnt wird, weil der Vorschlag von der Linken kommt. Weshalb die Idee aber gut ist und warum wir aufhlren müssen, so zu tun, als sei die Linke eine böse Partei – das hört ihr in dieser Sendung.
Weitere Themen sind: In Großbritannien legt die Bewegung “Extinction Rebellion” die Infrastruktur lahm; in Wales kriegen Mädchen jetzt kostenlos “Hygiene-Artikel”, der Mueller-Report liegt (mit Schwärzungen) vor und die USA müssen nun handeln, aber es fragt sich: Schaffen die das? Aktuelle Zahlen aus Deutschland zeigen: Elektromobilität ist machbar, außerdem könnten wir die Besteuerung der Treibhausgas-Emissionen nutzen, um die ganze Welt Klima-neutral aufzustellen und: Das neue “Jahrbuch Sucht” zeigt wieder einmal, dass die Deutschen zu viel saufen, rauchen und spielen.

Kapitelmarken
0:00.000 Intro und Begrüßung
0:31.371 Notre Dame
19:00.393 Untersuchungsausschuss zur Treuhand?
25:33.687 Ziviler Ungehorsam in Großbritannien
31:45.284 Menstruation in Wales
34:30.339 Der Mueller-Report
42:19.780 Aktuelle Zahlen aus Deutschland
48:29.038 Jahrbuch Sucht: Deutschland trinkt, raucht und spielt
57:24.385 Danksagungen und Abschied

Links und Hintergründe

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14 Kommentare

  1. Die steigenden Umsätze der Geschäfte in Madrid infolge des Fahrverbots erinnert mich an folgende Geschichte, für die ich etwas ausholen möchte. Manch ein Berliner kann sich vielleicht noch erinnern, dass ab Sommer 2012 die U6 fast anderthalb Jahre an zentraler Stelle unterbrochen war: Züge aus Norden fuhren nur bis zum Bahnhof Friedrichstr. und aus Süden kommend bis zum U-Bahnhof Französische Straße, da unter der Kreuzung Unter den Linden/Friedrichstr. ein neuer Umsteigebahnhof zur U5-Verlängerung entstehen sollte. Für die Strecke zwischen Bahnhof Friedrichstr. und U-Bhf Französische Str. wurde damals von der BVG kein (!) Schienenersatzverkehr eingerichtet, da dieser keine Chance gehabt hätte, die eigentlich kurze Distanz von ca. 600 m zwischen den Bahnhöfen im Hinblick auf die oberirdische Verkehrslage in hinnehmbarer Zeit zu bewältigen. Stattdessen mussten die Passagiere die Distanz zu Fuß zurücklegen, hierfür wurde auch ein sehr markantes Leitsystem in Form gelber Fußabdrücke auf den Gehwegen gemalt.
    Die Anrainergeschäfte in diesem Abschnitt der Friedrichstr., unter anderem ein gewisses Kulturkaufhaus und eine Filiale einer Pariser Gallerie, schrieen laut auf, durch die Linienunterbrechung würden viele Kunden ausbleiben, die ihre Wege nun anders bewältigen würden.
    Das Ende vom Lied war, dass vor Ende der Bauarbeiten und durchgehenden Wiederinbetriebnahme der U6 die Geschäfte plötzlich bei der BVG anfragten, ob die Bauarbeiten wirklich gemäß Zeitplan abgeschlossen werden müssen oder man da nicht noch etwas Verzug einbauen könnte (zumindest bis das anstehende Weihnachtsgeschäft vorbei gewesen wäre) da durch das Fußgängerleitsystem entlang der Friedrichstr. plötzlich deutlich mehr Laufkundschaft vorhanden war und auch die Umsätze spürbar gestiegen sind in dieser Zeit.
    Fußgängerverkehr und Laufkundschaft kann durch sowas halt durchaus positiv beeinflusst werden (aus Sicht der Geschäfte). Ich fand da auch die Idee eigentlich sehr gut, als der aktuelle Berliner Senat zu Beginn dieser Legislaturperiode in den Raum warf, Unter den Linden zur Fußgängerzone zu machen. Das kann ich mir auch sehr gut für die Friedrichstr. vorstellen. Die Straße ist ja nicht breit und die Bürgersteige teilweise von durchaus einladenden Kolonnaden gesäumt. Und unter den Berliner Einkaufsstraßen gilt die Friedrichstr. auch derzeit als Sorgenkind, Kunden bleiben aus und es gibt hohe Leerstandsquoten.
    Verdrängung von Individualverkehr und Förderung von Fußgängerverkehr kann daher auch insgesamt wirtschaftlich sinnvoll sein.

  2. Warum gibt es die Download-Funktion nicht mehr?

    • Hallo,
      das kam mit einem Update in Podlove und da ich erst bei Veröffentlichung der Sendung bemerkte, dass der Download-Button hops gegangen ist, ich aber auch erstmal die Zeit haben musste zu recherchieren, wieso, hat es jetzt kurz gedauert.
      Nun ist er wieder da.
      Schöne Grüße,
      Katrin

    • Ich glaube nicht, dass ein vergünstigten Steuersatz für den Fernverkehr was bringt. Das wird doch durch größere Preissteigerungen durch die DB AG in den Folgejahren schnell wieder aufgefressen. Es wäre also doch wieder nur eine Subvention eines Privatunternehmens.
      Wenn man den Laden erst verstaatlicht, kann man nochmal darüber sprechen. Aber dann bräuchte man das auch nicht mehr, weil man dann einfach Politisch entscheiden kann, dass die Preise z.B. nicht mehr steigen dürfen.

  3. Dass man heutzutage seinen Arsch hochkriegen muss, um Sitzstreik zu machen…

  4. Zum Jahrbuch Sucht-Thema zwei Anmerkungen:
    Die höheren Zahlen bei Zigarren und Pfeifentabaken könnten auch daher rühren, dass diese Tabakwaren anders (günstiger) besteuert werden als Zigaretten.
    Warum sollte eine Beschränkung oder ein Verbot von Glücksspiel besser funktionieren als ein Verbot von Drogen? Das Glücksspiel ist eine uralte Menschheitsbeschäftigung und dürfte sich daher, ebenso wie Drogenkonsum, in die Illegalität flüchten, wenn es keine oder weniger legale Angebote gibt. Und dies wird (insbesondere für die süchtigen Spieler*innen) bestimmt keine Verbesserung darstellen.

    • Ganz verbieten kann man es auch nicht. Aber die Einstiegshürden erhöhen, die mit den Spielotheken extrem niedrig sind.

      • Genau dasselbe denken die Konservation halt über Drogen. Ganz weg bekommt man sie nicht, aber man kann die Einstiegshürden erhöhen, die durch Legalität extrem niedrig wären…

        Ist doch eine interessante Frage: Weshalb sollte Legalisierung von Drogen besser funktionieren als die Legalisierung von Glücksspiel?

  5. Kostenlose Hygieneartikel für junge Frauen:
    Das erste BHGE (Bedingungsloses hygienisches Grundeinkommen)
    <3

  6. Noch was zum Thema Wien und wohnen.
    Ein Genossenschaftsanteil kostet da aber auch mal gerne mehr als 2000 € je qm.
    Da sind 15.000 € für eine uralte unsanierte Wohnung schnell zusammen.
    Grundsätzlich finde ich es aber super wenn sich Städte große Bestände an Wohnraum halten.

  7. Als bei dem Thema “Notre Dame und Naher Osten” von durch den IS zerstörte “bis zu 1500 Jahre alten Kulturschätzen” die Rede war, habe ich mich etwas geärgert. Bei 1500 Jahren reden wir von mittelalterlich oder jünger. Der IS hatte um ein Vielfaches ältere Kulturschätze in Reichweite, und hat vieles davon auch zerstört.

  8. Ich hab leider kein Kontaktformulier gefunden deshalb hier: Ihr hattet mehrmals im Podcast und den Kommantaren über ethische Geldanlagen gesprochen. Über Good Event kam gerade folgende Veranstaltung rein, die im Mai in Frankfurt und im Oktober in Berlin stattfindet und zum Thema passt: https://www.goodevents.eu/de/events/4th-esg-investments-sustainable-finance-forum-series-2019

  9. Gewinne, Gewinne, Gewinne!*

    *Ich höre eure Sendungen immer bis zum Schluß.
    Vielleicht, weil ich zu viele Marvel Filme gesehen habe & eine Post-Credit Szene erwarte oder weil ich zu faul bin, das Phone aus der Tasche zu holen & es mit der nächsten Folge eines anderen Podcasts ja im Anschluß direkt weiter geht ; )

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