Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#188. Angela Merkel ist keine Klimakanzlerin ¯\_(ツ)_/¯

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Wir haben endgültig den Überblick über den Brexit verloren und schauen deswegen lieber in die USA, wo seit einer Woche der Bericht des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller – zumindest dem neuen Justizminister – vorliegt. Was wird jetzt? Was sagt uns der Bericht? – Danach werfen wir erneut einen Blick nach Algerien – das Militär will den Präsidenten loswerden – ob das gelingt? Derweil hat die EU beschlossen die Seenotrettung zu beenden und Frontex aufzurüsten, was eigentlich mit den Geflüchteten wird, die kommen, darauf gibt es nach wie vor keine gemeinsame Antwort. Aber es gibt auch gute Nachrichten aus dem EU-Parlament, wenngleich nach der Abstimmung zu Artikel 13 Julia Reda von der Piratenpartei abrät. Am Ende: Lokalnachrichten aus Berlin, werden wir wirklich immer dümmer und die Geschichte des Slut-Shaming.

Kapitelmarken
0:00.000 Intro und Begrüßung
0:33.899 Kein Brexit – was nun?
6:00.425 USA: Der Mueller-Report und seine Folgen
15:33.700 Neues aus Algerien
17:48.579 Sophia und die Seenotrettung der EU
26:53.423 Gute Nachrichten aus dem EU-Parlament
35:39.198 Nicht Piratenpartei wählen
39:11.398 Kudamm-Raserei: Mord
44:14.244 Werden wir immer dümmer?
50:56.308 CDU-SPD- egal und eine Lesetipp: Slut-Shaming
53:43.255 Danksagungen und Abschied

Links und Hintergründe

Gekillte Darlings

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56 Kommentare

  1. Ja bei uns in einem Autombielwerk im Saarländischen Saarlois also einer vertretung eines amerikanischen Kraftfahrzeughersteller, wird eben das als grund für “Sozialverdrägliche” (Sozialverträglich ist vermutlich alles was nicht sfort Sozial-tötlich ist) Personal-reduktion behaubtet oder unterstellt.

  2. Zum Brexit und warum die da so denken und entscheiden wie sie es machen, empfehle ich die letzten drei Folgen des Klabautercast von maha (CCC, Pirat): https://klabautercast.de/

    Dreckschleuder Deutschland habe ich gestern auch schon gehört und finde das ist das beste Feature welches ich dieses Jahr gehört habe.

  3. Holger ich bin seit 6. März 50 und bin auch nicht viel früher darauf gekommen ¯\_(ツ)_/¯ es war so ungefähr vor 10 Jahren als ich meine zeit noch mit MMORPG’s verplämperte.

  4. Zu den Piraten Julia Reda und Gilles Bordelais:
    1) Julia hat ihn damals ‘angeschleppt’
    2) Auf Platz 1 der Liste steht Patrick Breyer, nicht Gilles
    3) rechtlich ist es nicht möglich ihn zu streichen
    4) es gilt die Unschuldsvermutung
    5) es gibt massig gut arbeitende Piraten

    Ich verstehe auch wenn Julia gegen Gilles ist und ihn nicht ins Parlament kommen lassen möchte. Ich verstehe aber nicht das sie der kompletten Partei den Rücken fällt. Keiner ist mit der Situation glücklich, aber wir können nichts machen. Ich finde die ganze Situation ehrlich gesagt zu heulen. Schade das ihr auch noch in euerem Podcast so einseitig auf den Piraten rumtrampelt.

    • Hallo,
      hast du das komplette Video gesehen?
      Hast du das Statement von Julia von vor ein paar Wochen gelesen?
      Es ist bestätigt und also auch offiziell, dass Bordelais eine Miterarbeiterin sexuell belästigt hat.
      Ja, es ist „dumm gelaufen“.

      • Ja, die Unschuldsvermutung ist hier wirklich eine vorgeschobene Ausrede. Dass es nicht so einfach ist ihn wieder von der Liste zu nehmen (bzw inzwischen unmöglich), kann zwar das Urteil über die Piraten positiver ausfallen lassen (wobei es nicht stimmt, dass es keine Gelegenheit gegeben hätte). Aber das ändert nichts daran, dass dieser Typ einfach nicht ins Parlament darf. Langfristig würde das den Piraten mehr schaden als eine Periode lang gar keinen Vertreter im Parlament zu haben.

      • Sry Katrin,

        ich habe sowohl Julias Video gesehen als auch die Stellungnahme der Piraten gelesen und ich muss mich der Meinung von Christian anschließen. Ich denke, dass Julia Redas Reaktion verständlich ist und von ihrem hohen Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren MitarbeiterInnen spricht, aber in so eine Abwägung spielt zumindest meines Erachtens noch andere Punkte rein. Dadurch, dass die Piraten einen Kernbereich unserer Freiheitsrechte in einer Weise bearbeiten, in der es andere Parteien nach jüngsten Beispielen nicht der Lage sind (die Grünen haben sich im Digitalen und Bürgerrechtsbereich ja in der letzten Jahren auch nicht immer mit Ruhm bekleckert, die FDP … ach reden wir nicht von der FDP und die Linke ist für manche Debatten zu weit draußen). Da scheint mir persönlich der Flurschaden durch ein Fehlen der Piraten im Europarlament doch ungleich höher zu sein, als der Schaden den Gilles Bordelais angerichtet hat.

        • Wenn ich Julia richtig verstanden habe, dürften von den 21 tschechischen Sitzen 2-5 an die Tschechische Piratenpartei gehen. Die sind dort keine kleine Partei mehr, sie sitzen in beiden Kammern des Parlaments und stellen den OB von Prag.
          https://de.wikipedia.org/wiki/%C4%8Cesk%C3%A1_pir%C3%A1tsk%C3%A1_strana
          Das soll niemanden davon abhalten, Piraten zu wählen. Aber “ohne meine Stimme sind sie nicht im EU-Parlament vertreten” stimmt halt nicht.

        • @Jonas
          Es geht doch aber bei der kommenden Wahl nicht mehr so sehr um den Schaden, den Gilles Bordelais bereits angerichtet hat – wobei auch der nicht zu verachten ist – sondern um den Schaden, den so jemand noch anrichten könnte, zöge er ins Parlament ein.
          Die Piraten könnten sich noch so sehr distanzieren, er bliebe eine willkommene Zielscheibe der Polemik gegen alles, wofür die Piraten einstehen. Und er könnte halt in dieser Machtposition noch mehr und leichter Frauen belästigen bzw. überhaupt seine Macht ausnutzen.

      • Ein jeder lese selbst ..

        https://juliareda.eu/2019/03/gilles_bordelais_sexuelle_belaestigung/

        https://www.gillesbordelais.eu/

        Und wer entscheidet jetzt wer recht hat/was wirklich passiert ist?

  5. Zum Raser-Mord: Wenn die Raser wirklich dachten sie hätten alles unter Kontrolle, dann war es kein Mord. Denn die Raser dachten dann, dass niemand dabei sterben könnte. Wenn ich etwas tue und glaube dabei stirbt niemand, dann kann das kaum Mord sein. Das Gericht hat aber wohl das als Schutzbehauptung eingeordnet und ihnen das nicht geglaubt.

    • Wenn du mit 170 über eine rote Ampel fährst, dann bedeuten alleine Sichtweite und Bremsweg, dass das Fahrzeug nicht rechtzeitig gestoppt werden kann, denn Brems- und Reaktionsweg sind knapp 200 Meter. Dann hättest du 1,5 Häuserblöcke vor der für dich von dort nicht einsehbaren Kreuzung eine Vollbremsung hinlegen müssen. Das als Schutzbehauptung zu betrachten ist deshalb vollkommen korrekt und es ist auch ein Beispiel dafür, dass diese Fahrer nicht einmal Grundlagen der Fahrphysik im Blick hatten und niemals in der Lage waren, ihre Fahrzeuge zu beherrschen.

      https://dl.dropboxusercontent.com/s%2Fv5hpujiceicsedn%2FGoogle%2520Maps%25202019-04-01%252014-30-17.png

      • Das sie die Situation nicht unter Kontrolle hatten ist völlig klar. Aber rechtlich ist mW auch relevant ob sie DACHTEN sie hätten es unter Kontrolle.

        Kann ja auch sein – wie holgi andeutet – dass sie einfach sich maßlos selbst überschätzen und den Kontakt zur Realität verloren hatten.

  6. Was die Sache mit Autos&Raser angeht:
    Wieder mal das Thema Führerschein und Eignung.

    “Professionelle” machen nicht nur den Führerschein sondern auch eine Ausbildung und, idealerweise, regelmäßige Weiterbildungen und müssen ab einem bestimmten Alter (50) alle paar Jahre nachweisen das sie noch geeignet sind ein KFZ zu führen. Ja, Berufskraftfahrer sind meistens LKW Fahrer (früher 2er, heute BCE Führerschein) die mit einem 40 Tonner durch die Gegend fahren.

    “Laien” machen einmal im Leben, meistens in Ihrer Jugend, den Führerschein und dürfen dann ihr ganzes Leben lang, rein rechtlich, jedes Auto fahren, egal wie viel PS/wie schnell. Ohne jemals auch nur irgendeine Art von Eignung noch mal nachweisen zu müssen. Nicht nur praktische sondern auch theoretische, also was geänderte Verkehrsregeln angeht (z.b. Stichwort Kreisverkehr, Grünabbiegerpfeil (zu mindestens im Westen), selbst das Abbiegeverhalten an Kreuzungen hat sich in den letzten 35 Jahren geändert)

    Ich hab vor ewigen Zeiten (also in meiner Jugend) den Motorrad Führerschein gemach (1a). Damit durfte ich nur Leistungsbeschränkte Motorräder fahren (irgendwas mit PS pro KG oder so). Erst nach 2 Jahre durfte ich dann den “großen”, also unbeschränkten “1er” machen/haben. Ich kann mich noch dunkel daran erinnern das ich eine gewisse Fahr-Erfahrung nachweisen musste um den dann zu bekommen (gefahrene Kilometer? Prüfung?)

    Warum nicht diese stufenweise Beschränkung des Führerscheins für alle Fahrzeuge? Wahlweise mit einer zusätzlichen Prüfung (haben die Fahrlehrer eigentlich keine eigenen Lobby?) oder auch nur mit einem mehr oder wenigem verbindlichem Nachweis? Und dann noch regelmäßig eine verbindliche Nachschulung/Nachweis um sicher zu stellen das wirklich alle noch auf dem aktuellen Stand der Verkehrsregeln sind.

    Rant: Dann würden keine 18 Jährige Testosteron gesteuerte Jünglinge mit 500 PS Geschossen durch die Fußgängerzone heizen und Unschuldige ummähen. (passiert nicht nur in Berlin sondern z.b. auch zuletzt in Stuttgart Anfang März) sondern jeder müsste sich das fahren von so großen Autos erst mal “erfahren”

    • Ich bin übrigens der (einsamen) Meinung das sich jeder, der unbedingt ein Auto fahren MUSS, rechtfertigen sollte warum er ein größeres Auto als einen z.b. Smart (Zweisitzer) fährt.

      Hinweis: Ich wohne auf dem Land und brauche leider ein Auto. Ich fahre einen e-Smart

      • Weil die Überlebenschance größer ist wenn man mit 80 in einen entgegen kommenden LKW oder gegen einen Baum fährt. Nicht nur wegen der größeren Masse, sondern auch weil ich den größeren Weg habe mit passiven Sicherheitssystemen die Energie abzubauen. Solange Carbon nicht der absolute Standard ist, werden Massengewichte und Knautschzonengrößen ein physikalisches Problem bleiben welches sich am besten durch “mehr davon” lösen lässt. Ansonsten sind größere Autos auch wesentlich fahrstabiler (länge läuft) beim Übergang von Haft- in die Gleitreibung.

        • Beim Fahrsicherheitstraining hatte ich nicht den Eindruck das ich schneller oder in größere Probleme kam, um die Kontrolle über das Fahrzeug zu erhalten. Wohingegen das geringere Gewicht durchaus Auswirkung hatte, z.b. auf den Bremsweg.
          Was die Überlebenschancen auf Grund der Knautschzonen angeht geb ich dir recht, auch wenn der Unterschied bei seitlichen Aufprällen eher geringer ist.
          Allerdings hängt das ganze nicht nur von der Masse ab sondern auch, vor allem, von der Geschwindigkeit. Das ist also ein Argument für mehr Geschwindigkeitsbegrenzung, nicht nur auf Autobahnen sondern auch auf Landstraßen.
          Wer nur mit 80 km/h unterwegs ist verliert nicht so schnell die Kontrolle wie mit 100 km/h und schafft es evtl. noch auszuweichen oder sogar zum stehen zu kommen bevor der Baum ins Auto springt.*

          Diese Rüstungsspirale mit immer “mehr Masse” um seine eigene Sicherheit vermeintlich zu erhöhen halte ich für falsch. Unter anderem weil es auf kosten aller anderen Verkehrsteilnehmer geht .

          *Fahrfehler können jedem passieren und tun es auch. Meistens ohne weitere Konsequenzen. Vor kurzem aber passierte hier ein Unfall. Ein Fahrer fuhr mit leicht überhöhter Geschwindigkeit (100 km/h erlaubt) von hinten auf einen rechts neben der Fahrbahn ordnungsgemäß abgestellten LKW Anhänger. Durch die Wucht des Aufpralls (Masse und Geschwindigkeit) schob sich sein Auto komplett unter den Anhänger. Zum Glück sass er alleine in seinem großen Auto sonst wären die jetzt auch alle Tot.

        • Also, ich finde, wer in entgegenkommende LKW zu fahren erwartet, sollte gar nicht Auto fahren.

          • Frontalaufprall-Unfälle kommen, insbesondere auf Landstraßen, vor. Selbst mit sehr defensiver und langsamer Fahrweise ist die Wahrscheinlichkeit in einen derartigen Unfall verwickelt zu werden durchaus vorhanden. Daher ist aus meiner Sicht die Überlebens- bzw. Verletzungswahrscheinlichkeit in einem solchen Fall mit in die Überlegung, ob und welches Auto man anschafft, einfließen zu lassen durchaus nachvollziehbar.

          • Frontalaufprall-Unfälle kommen vor, ja, aber ich behaupte das durch eine defensive und angepasste Geschwindigkeit ALLER Verkehrsteilnehmer diese so selten sind, das sie eigentlich statistisch vernachlässigbar sind.
            Wenn mir auf meiner Spur jemand entgegenkommt sind das meistens die großen schweren Autos. Das sind die, die wegen der vermeintlichen Sicherheit gefahren werden. Offensichtlich fördert genau das (ich hab ein sicheres Auto, mir kann nichts passieren) eine rücksichtslosere Fahrweise, zumindest eine sorglosere. Und das gerade diese großen Autos auch noch mehr Raum für sich einnehmen macht auch ein ausweichen schwerer.
            Auf der Landstraße an unübersichtlichen Stellen überholen auch nur die, die meinem Sie können mit ihrem PS starken Auto noch vorbeiziehen, sich also überschätzen.

            Ergo: Geschwindigkeitsbegrenzung und allgemein kleinere (Gewicht und Leistung) Autos -> weniger brenzlige Situation und weniger Unfälle.
            Wer schnell fahren will kann das auf einer Rennstrecke tun. Kostet halt etwas Geld, dafür aber nicht das Leben.

            PS: wer in einen entgegenkommenden LKW fährt tut das nur dann, wenn er selbst auf der falschen Spur ist und beim Spurwechsel diesen verflixt kleinen, unscheinbaren und extrem schnellen LKW “übersehen” hat. 😉

          • Oder Baum, oder PKW, oder Elch oder sonstwas, immerhin sterben zwei Drittel der Verkehrstoten auf den Landstraßen. Zu einem Unfall gehören auch immer zwei und ich halte es ist ehrlich gesagt für fahrlässig nicht damit zu rechnen dass einem mal einer entgegen kommt oder überholt wo er es nicht soll. Von den ganzen Arschlöchern die das Telefon in der Hand haben mal abgesehen.

          • @derRalf Nach Studienlage eher nicht:

            “Bei jedem vierten Überholunfall auf der Landstraße war die Lage so unübersichtlich, dass das Überholen wie russisches Roulette war”, fasste der Unfallexperte Siegfried Brockmann die Ergebnisse zusammen.”

            – Rund 60 Prozent der Verursacher sind unter 30
            – Bei jedem zweiten Überholunfall wird trotz Gegenverkehr(!) oder unklarer Verkehrslage überholt.
            – Die meisten Unfallbeteiligten (76 Prozent) mit einer Teilschuld führten Personenkraftwagen, 16 Prozent ein Motorrad und 8 Prozent einen Lastkraftwagen.

            https://udv.de/de/node/51251

          • Danke Titus von Unhold, die Studie bestätigt genau meine Punkte:

            Überholvorgänge auf Landstraßen sind ein enormes Sicherheitsrisiko.

            -Bei jedem zweiten Überholunfall wird trotz Gegenverkehr oder unklarer Verkehrslage überholt.
            -> Bedeutet, der Fahrer schätzt die Situation nicht richtig ein und/oder überschätzt sich (und sein Auto).

            – Die meisten Unfallbeteiligten (76 Prozent) mit einer Teilschuld führten Personenkraftwagen, 16 Prozent ein Motorrad und 8 Prozent einen Lastkraftwagen.
            -> nur 16% Motorräder? Dabei sind gerade die kleiner und wendiger und haben üblicherweise mehr Leistung pro Gewicht. D.h. mit dem Motorrad hat man eine höhere Beschleunigung und hat schneller überholt. Trotzdem so (relativ) wenig Motorradunfälle?
            Liegt das an 0% Knautschzone und der Tatsache das jeder Motorradunfall fast zwingend tödlich oder zu mindestens mit schweren Verletzungen für den Fahrer endet? Können Motorradfahrer die reale Gefahr (für sich) und die Leistung ihres Fahrzeugs besser einschätzen? Wohingegen die PKW Fahrer in ihrer vermeintlichen Sicherheit sich selbst und die anderen Verkehrsteilnehmer durch mehr Risikobereitschaft in Gefahr bringen?

            – Strecken mit Überholverboten haben ein geringeres Unfallrisiko und die Unfälle sind weniger schwer (geringere Unfallrate und Unfallkostenrate).
            – Strecken mit Geschwindigkeitsbeschränkungen von weniger als 100 km/h weisen ein noch geringeres Unfallrisiko und geringere Unfallschwere auf.
            -> Eben, meine Worte

            Ich erweitere meine Forderung nach mehr Geschwindigkeitsbegrenzung um zusätzlich mehr Überholverbote und schließe mich der Empfehlung des UDV an:

            – Überholverbote reduzieren das Unfallrisiko und die Unfallschwere.

            – Eine zusätzliche Reduzierung des Unfallrisikos und der Unfallschwere beim Überholen lässt sich durch die Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung erzielen.

            Quelle: https://udv.de/de/node/51251

            Was das Unfallrisiko nicht mindert (meine Schlussfolgerung): noch größere, schnellere Autos mit noch mehr vermeintlicher Sicherheit für den Fahrer. Von diesen Fahrzeugen (und deren Fahrern) geht eine reale Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer aus.

            Und das rund 60% der Unfallverursacher unter 30 sind stützt ja auch meinen Vorschlag den Autoführerschein stufenweise zu gestalten, z.b. mit einer Limitierung auf die Höchstgeschwindigkeit oder Leistung pro Gewicht etc. Wo ist eigentlich die Fahrlehrer Lobby wenn man sie mal braucht?

          • Das widerlegt aber dass die großen und leistungsstarken Fahrzeuge eher Unfallverursacher sind. Wenn ich bei mir auf das Pedal trete, komme ich wesentlich schneller an dem zu überholenden Vorbei als der 24 jährige in seinem 120 PS Golf. Ich schließe mich eher der Forderung meines Fahrlehrers an: Gebt den jungen Leuten wenigstens ein paar PS (150+). Denn sie werden auf jeden Fall überholen – und dann sollten sie es auch realistisch schaffen können. Das können sie mit 60 PS nicht.

            Was die Fahrzeugmasse angeht, wird sich das auch zukünftig auf wissenschaftlicher Basis klären: Der NCAP testet zukünftig auch was das eigene Auto beim Gegner anrichtet. Im übrigen lohnt sich auch in Blick in due USA: Dort wird der seitlich versetzte Frontalaufprall nicht nur mit 60 Km/h, sondern mit 72 km/h (45 Mp/h) getestet. Das hatte Daimler vor einigen Jahren mal in gehörige schwirigkeiten gebracht.

            https://www.t-online.de/auto/technik/id_85510970/das-wird-beim-neuen-crashtest-ueberprueft.html

        • Na, das ist aber auch eine ziemlich durchschaubare Ausrede. Wer kauft schon ein unnötig großes/schweres Auto, weil er Angst vor Unfällen hat. Bei Smart vs normalem PKW meinetwegen (was immer noch ein Rüstungswettlauf ist, wo man nicht mitmachen will), aber bei PKW vs SUV no way. Fühlt man sich in einem PKW unsicher?

          • Vorweg: Ich habe überhaupt kein Problem mit einer Senkung der Geschwindigkeiten und der Einrichtung von mehr Überholverboten.

            “– Die meisten Unfallbeteiligten (76 Prozent) mit einer Teilschuld führten Personenkraftwagen, 16 Prozent ein Motorrad und 8 Prozent einen Lastkraftwagen.
            -> nur 16% Motorräder? Dabei sind gerade die kleiner und wendiger und haben üblicherweise mehr Leistung pro Gewicht. D.h. mit dem Motorrad hat man eine höhere Beschleunigung und hat schneller überholt. Trotzdem so (relativ) wenig Motorradunfälle?”

            https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/FahrzeugklassenAufbauarten/2019_b_fzkl_eckdaten_pkw_dusl.html?nn=652402
            Es sind im Gegenteil sehr viele Motorrad-Unfälle: Im Vergleich zum Bestand von Motorrädern (etwa 7%) sind Motorräder fast um einen Faktor 2 überrepräsentiert. Die wahrscheinlich deutlich geringere Gesamtfahrleistung von Motorrädern im Vergleich zu PKW ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

            “Was das Unfallrisiko nicht mindert (meine Schlussfolgerung): noch größere, schnellere Autos mit noch mehr vermeintlicher Sicherheit für den Fahrer.”
            Das Unfallrisiko wahrscheinlich nicht stark (wobei evtl. Assistenzsysteme dort durchaus auch einen Einfluss haben könnten), die Überlebenswahrscheinlichkeit evtl. aber schon.

            Ich habe auch nicht zwangsläufig von SUV gesprochen, in den Kommentaren zur vorletzten Folge (glaube ich) hieß es, dass der höhere Schwerpunkt diese unter bestimmten Randbedingungen sogar unsicherer macht. Dennoch: Die individuelle Überlebenswahrscheinlichkeit hängt natürlich auch vom Typ Auto ab in dem ich sitze. Ich kann individuelle Vorteile bei meiner Überlebenswahrscheinlichkeit haben, auch wenn dieser Typ Auto im Mittel die Welt unsicherer macht. Diesen Aspekt bei der Anschaffung eines Autos zu berücksichtigen finde ich grundsätzlich erstmal legitim.

            “Fühlt man sich in einem PKW unsicher?”
            Ja, natürlich. Ich weiß, dass ich in meinem, ziemlich alten und mit vergleichsweise sehr wenig Leistung ausgestatteten, Kleinwagen signifikante Nachteile bei meiner persönlichen Überlebenswahrscheinlichkeit in Kauf nehme, beispielsweise bei einer Kollision mit einem SUV, und das wird mir im Alltag auch regelmässig bewusst.

          • Gut, das mit den Motorrädern sollte man natürlich schon ins Verhältnis setzen mit der Gesamtzahl der Verkehrsteilnehmer. Bei Motorräder würde ich, auch bei der aufgeführten Teilschuld an Unfällen, vor allem überhöhte Geschwindigkeit vermuten. Wobei, gerade beim Motorrad jede Geschwindigkeit als überhöht (also nicht angepasst) gelten dürfte die zum Unfall geführt hat. Fahrstabilität, gerade auch beim Ausweichen oder Kontakt mit anderen Gegenständen, ist quasi nicht vorhanden und führt unweigerlich zum Sturz und taucht somit in der Unfallstatistik auf.
            Was bleibt ist die im Vergleich zu allen anderen motorisierten Verkehrsteilnehmer geringere Sicherheit durch fehlendes … eigentlich fast alles: Knautschzone, Airbags, Gurte, Fahrstabilität…

            Assistenzsystem sind grundsätzlich ja erstmal nicht an die Fahrzeuggröße gebunden. Die Sicherheit steigt durch solche Systeme enorm, nicht nur für den einzelnen sondern für alle (z.b. Abstandskontrollen, Bremsassistenten). Bei einem dadurch verhinderten Unfall ist die Knautschzone egal.

            Das mit den SUVs war in einer WRINT Folge, genau die hatte ich auch im Hinterkopf. Nicht nur, aber auch deswegen rede ich ja auch von einer vermeintlichen persönlichen Sicherheit.
            Ich seh allerdings auch nicht wo mehr Leistung die Sicherheit erhöhen sollte?

            Ist der Kauf eines sicheren Autos legitim?
            Nicht nur legitim sondern Pflicht.

            Ist es legitim, für sich ein vermeintlich sichereres Auto zu kaufen, das aber im Mittel die Welt für die anderen gefährlicher machen?
            Das sollte jeder erstmal für sich selbst entscheiden. Das die Frage kontrovers ist zeigt sich ja auch hier in der Diskussion.

            Ich für mein Teil will keine unnötige Gefahr für andere sein. Also muss ich bei mir und meinem Verhalten damit anfangen z.b. bei der Wahl des Autos und bei meiner Fahrweise.
            Ich bin mir der Gefahr des Straßenverkehrs bewusst. Eine absolute Sicherheit gibt es (für mich) nicht, egal wie groß mein Gefährt ist, es gibt immer noch etwas größeres oder in der Situation gefährlicheres. Wichtig ist es Gefahrenquellen zu erkennen und anzusprechen.

            PS: Es geht hier immer um SUV gegen Kleinwagen. Wie sieht es mit anderen Verkehrsteilnehmern aus? Fahrradfahrer, Fußgänger, Kinder. Hat so ein SUV eigentlich auch einen toten Winkel wie ein LKW?

          • Anekdote aus der Jugend: Junge hat den Führerschein und sein erstes Auto ist
            a) gebrauchter ein 90 PS Golf ohne servo
            b) Fiat aka Pappkarton
            c) neuer 150+ Plus BMW mit ESP und whatever control..

            Womit schläft Mutti besser?

  7. Ihr habt leider vergessen zu erwähnen, dass die EU letzte Woche auch noch die Zeitumstellung ab 2021 abgeschafft hat. Ich bin ja für die Normalzeit (also MEZ) und was gegen die Sommerzeit spricht ziehe diesen Tweet:

    https://twitter.com/MarcHorat/status/1110886700841091073

    Man könnte aber diskutieren, ob West-Frankreich, Portugal und Spanien UT einführen sollte.

    • Wieso nur Westfrankreich? Der Meridian von Greenwich geht auch durch Paris. Wenn man die auf dem offenen Meer geltenden Zeitzonengrenze zwischen GMT und MEZ durchziehen würde, käme sie ziemlich gut auf Deutschlands Westgrenze zu liegen. Die nächste Zeitzonengrenze läge dann in etwa auf der spanisch-portugiesischen Grenze. D.h. Frankreich, Benelux und Spanien gehören eigentlich in die selbe Zeitzone, in der heute schon UK, Irland und Portugal liegen (und Portugal gehört eigentlich schon eine Zeitzone weiter). Eigentlich müssten Europas Zeitzonen so aussehen, wie hier beschrieben: https://ulaya.blogspot.com/2015/03/ewige-sommerzeit.html

      • Ja, schöne Karte. So ähnlich hoffe ich, daß es kommen wird.

        Bei Irland – gerade in Bezug auf Nordirland kann ich es aber verstehen, daß sie bei UTC bleiben wollen.
        Bei Belgien könnte ich mir vorstellen, daß es eher Richtung Frankreich tendiert, Niederlande aber eher zu Deutschland. Mal sehen.
        Für Island und Portugal wäre eine Beibehaltung von UTC eine Quasi-Sommerzeit, ich denke da werden sie nicht für UTC-1 stimmen.
        Insbesondere wird Korsika und Griechenland auch spannend. 😉 Griechenland ist jetzt schon +2.

        Lange Rede kurzer Sinn: Ich hoffe, daß die Zeitzonen sinnvoller verteilt werden, insbesondere Spanien und Frankreich. Die Aussage, daß es hinderlich wäre, wenn man von Polen nach Spanien fährt (fährt!), daß man da dieselbe Zeitzone haben soll, vor allem wirtschaftlich, ist doch blanker Unsinn. Mit England, Portugal, Griechenland und Finnland kommen wir doch auch prima klar.

        Ich bin übrigens dafür, daß sämtliche Gesetze und Regeln von Zeit zu Zeit mal wieder in Revision gehören, und man nicht einen großen Antrag/Anlauf braucht, um etwas abzuschaffen, sondern Argumente, das Gesetz zu _behalten_. Jetzt schon gibt es absurde Auswüchse von Regeln und Gesetzen; jetzt da noch weitere Sonderlocken ranzustricken gibt doch nur noch Chaos, insbesondere auch in der Steuergesetzgebung. Allein der Unterschied zwischen 7% und 19% Mwst. kann Bücher füllen.

  8. Versteh ich das richtig?
    Die Gesellschaft wird jetzt dümmer? Und daran ist die Jugend schuld, eine schrumpfende Minderheit senkt den Schnitt der alternden Gesellschaft?
    Bin ich zu dumm oder kapier ich das nur nicht?

  9. Hi, zum Thema werden wir immer dümmer gab es gerade eine Dokumentation auf Arte https://www.arte.tv/de/videos/057414-001-A/das-raetsel-unserer-intelligenz/

  10. Hallo,
    Ich wollte nur auf ein Gespräch von Gleen Greenwald bei Democrazy Now vom 25.3.19 hinweisen. Gleenwalds These, so wie ich sie verstanden habe, ist wie folgend. Die Russlandaffäre wurde von den großen Medienhäusern aufgebauscht, um sich nicht eingestehen zu müssen, vielleicht auch etwas dazu beigetragen zu haben, dass Donald Trump Präsident geworden ist. Es wurde extrem viel Aufwand dazu betrieben, über die Russlandaffäre zu berichten. Themen wie Obdachlosigkeit, Opium Krise, Rassismus, Kriegspolitik ect. wurde dadurch weniger Raum gegeben. Dadurch konnte sich in den letzten Jahre keine linke Alternative entwickeln, da die Demokraten sich zu sehr auf die Russlandaffäre stützten und sich somit nicht zu den oben genannten Themen neu verhalten mussten.
    Macht Spaß euch zuzuhören, macht weiter so.

  11. ich bin euer Fan und bitte daher um Verzeihung, aber ich finde die schnelle pauschale Verurteilung der Piraten ungeduldig und unprofessionell

    • ich bitte auch um Verzeihung, aber ich habe die Sache nun eine Weile beobachtet (Julias erstes ausführliches Statement vor ein paar Wochen, das Video, das in den Shownotes verlinkt ist, komplett angeguckt – darüber hinaus Begleitung ihrer Arbeit seit ein paar Jahren (als Beobachterin und Rezipientin) und ich bin echt die erste, die „Unschuldsvermutung“ ruft, aber wenn sogar der Ausschuss für Belästigung des EP ein solches Urteil fällt (meines Wissens eine recht seltene Sache), ist es quasi offiziell: wer Piraten wählt, wählt im Zweifel einen sexuelle übergriffigen Saboteur ins Parlament… very sorry… aber. Nein.

      • Es ist schon noch ein Unterschied, ob ich nur Julia Reda uneingeschränkt Recht gebe oder ob ich darüber hinaus auch noch die Piraten im allgemeinen schlecht darstelle (“und wieder einmal haben sie es geschafft, sich selbst zu zerlegen” sinngemäß von euch zitiert). Dass hier anscheinend ein echt übler Typ alle verarscht hat und die Piraten selbst erfolglos versucht haben, ihn loszuwerden (allen voran der Pirat auf Listenplatz 1) geht in eurer Darstellung unter, was sie dann schon ein wenig wie ein unfaires pauschalurteil gegenüber den Piraten aussehen lässt.

  12. Es würde mich nicht wundern, wenn Smartphones tatsächlich negativen Einfluss auf die Intelligenz bzw hauptsächlich auf die Konzentrationsfähigkeit haben. Die Dinger konditionieren uns dazu ständig in kurzen Abständen zu checken ob was ist. Es ist ein Problem wenn man sich nicht länger auf eine Sache konzentrieren kann, weil ständig das nagende Gefühl was zu verpassen im Hinterkopf wabert, Und auch wenn man diszipliniert genug ist dem Verlangen nicht nachzugeben ist man ja trotzdem erstmal raus.

  13. Ihr seid die Besten! Allerdings sprecht ihr den Namen von Ulf Porschard immer falsch aus?

  14. Der ehemalige Verkehrsminister M. Wissmann ist in der CDU und nicht, wie Holger bestimmt versehentlich gesagt hatte, in der SPD.
    Der war auch mal JU Vorsitzender.

  15. Bei diesen ganzen Rennen stellt sich mir immer die Frage, weshalb man eine Infrastruktur schafft, die solch eine Fahrweise überhaupt erst ermöglicht. Die neue Südosttrasse, andockend an der neuen Spreebrücke in Baumschulenweg, wird ebenfalls wieder so eine möglichst kurvenfreie Hochgeschwindigkeitstrasse werden. T30, Speed Bumps und Kurven benötigen wir, sowie an nicht derartig umgestalteten Straßen Blitzer. Dann würde es auch mal mit T30 auf der Leipziger oder T80 auf der A100 klappen. Leider sind viele nur mit solchen Maßnahmen zur Einhaltung der Verkehrsregeln zu bringen.

    • Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen halte ich nicht für sinnvoll. Vergrößert nur das Elend und auch den Schadstoffausstoß (50 kannst im höheren Gang fahren). Viel wichtiger finde ich, dass auch für die Einhaltung der Limits gesorgt wird. Und wenn sie alle 100m nen Blitzer hinstellen. Dass die Polizei nicht überall blitzt sondern nur an besonderen Orten (Unfallschwerpunkten, Schulen, etc) ist auch so eine Sache. Der Staat muss halt ein Interesse daran haben, dass die Spielregeln überall eingehalten werden und die Regeln nicht aus Angst vor Abzocke-Geschrei zu lasch kontrollieren.

      • Abzock-Geschrei ist es ja nur, weil nicht flächendeckend sondern nur an wenigen vermeintlich “lukrativen” Stellen kontrolliert wird. Andererseits, eine flächendeckende Geschwindigkeitskontrolle wäre eine Totalüberwachung. Das klingt auch nicht so toll.
        Also, mehr Kontrollen damit es nicht wie Rosinenpickerei aussieht, aber keine Totalüberwachung. Wo ist da die Grenze?

        Andererseits, was gibt es für Gründe schneller als erlaubt zu fahren? Warum nicht jede Geschwindigkeitsübertretung erfassen und bestrafen? Also z.b. Fahrtenschreiber wie in gewerblichen Fahrzeugen üblich?

        • Weil ein Fahrtenschreiber in jedem Fahrzeug eine flächendeckende Geschwindigkeitskontrolle und damit Totalüberwachung wäre. Zumal der Fahrtenschreiber auch verrät, wann das Fahrzeug nicht bewegt wurde, während der Blitzer alle 100m nur verrät, wann Du wo zu schnell warst.

          • Das es so oder so eine Totalüberwachung ist, egal welche Technik, ist klar. Und Totalüberwachung will niemand.
            Die Frage war: Was gibt es für Gründe schneller zu fahren als erlaubt? Also, warum sollte man ungestraft schneller fahren dürfen?

        • Selbst dann ist das Abzocke-Geschrei unberechtigt. Wenn die Rennleitung mich rauszieht trage ich halt die Konsequenzen meines Handelns wie ein Erwachsener. Und es darf doch keine rechtsfreien Räume geben. 😀

          Totalüberwachung ist für mich was anderes als Blitzer, die mich nur dann registrieren wenn ich zu schnell fahre.

          Naja Gründe. Was gibts für Gründe zu viel zu essen? Oder zu rauchen? Man hat halt Lust drauf.

          Mit Fahrtenschreibern werden Bewegungsprofile erstellt. Auch von Unschuldigen, die sich an die Regeln halten. Das ist eine Totalüberwachung, die ich ablehne.

          • Verantwortung für sein eigenes Handeln zu übernehmen ist eine Tugend die leider viel zu wenig verbreitet ist. Das “Abzock” Geschrei kommt ja gerade auch von denen die “erwischt” wurden. Wird ja keiner gezwungen zu schnell zu fahren.

            Um beim Fahrtenschreiber zu bleiben: Der muss ja auch erstmal kontrolliert werden (oder z.b. im Falle eines Unfalles hinterher ausgewertet werden). Ich sehe den eher als zusätzlichen Beweis bzw. Nachweis ob es tatsächlich eine einmalige Geschwindigkeitsübertretung war (soll ja vorkommen) oder ob es sich um einen notorischen zu schnell Fahrer handelt.
            Aber das Missbrauchs potential ist natürlich vorhanden, vor allem wenn die Teile automatisch ausgelesen werden.
            Daher dann doch lieber überall Blitzer.

            Wenn ich zu viel esse werde ich selber fett und bekomme gesundheitliche Probleme.
            Wenn ich rauche schädigt das meine Lunge und ich werde krank.
            Wenn ich zu schnell fahre gefährde ich unbeteiligte Dritte.
            Mag zwar alles mit “Lust” zu tun haben, aber ist doch ein gewisser Unterschied. Wer schnell fahren will kann das auf einer Rennstrecke tun.
            Ich hab auch Lust auf Dinge die aus gutem Grund verboten sind 😉

      • Wenn die Gänge ordentlich optimiert sind, wie z. B. bei den 8- und 9-Gangauotmatiken von ZF, fahre ich mit 30 genauso optimal wie mit 50. Bei getriebelosen Elektroantrieben erst recht. Dafür spare ich aber die erheblichen Energiemengen die es benötigt um von 30 auf 50 zu kommen und ich kann mehr PKW pro m² Verkehrsfläche fahren lassen. Zudem wird der Individualverkehr noch unattraktiver, was wieder die umwelt- und gesundheitsverträglicheren Verkehrsträger besser stellt.

  16. Nur meine paar Cents zum Thema CO2-Reduktion bei PKWs:

    Kann das sein, dass sowohl Öffentlichkeit, Politik als auch Automobilwirtschaft das Thema Erdgas/CNG mehr oder weniger verdrängen? Angesichts der ziemlichen deutlichen Vorteil gegenüber Benzinern und Diesel wundert mich das doch sehr stark, dass das eher ein Randthema ist bzw. geblieben ist. Ein mit Erdgas betriebener PKW produziert bei exakt gleichen Leistungsdaten 15-25% weniger CO2 und kaum Feinstaub, Nox und andere Umweltgifte. Außerdem kann er über Biomethan und Power-to-Gas auch in Zukunft eine sinnvolle Ergänzung zu E-Mobilität sein. Das wäre wirklich eine tiefenhängende Frucht zu Reduktion unserer CO2-Emissionen!

    Erdgas krankt eigentlich an drei Sachen: 1) Höherer Preis 2) Tankstellendichte und 3) Teure Reparaturen, weil teilweise unbegründete Angst bei TÜV und Werkstätten vor der Technik.

    1) Sollte ja (wenn man den wollte) über politische Anreize und Skaleneffekte machbar sein.
    2) Wenn man es politisch wollen würde, dann wäre es sicher möglich einfach mal neue 500 Erdgastankstellen zu bauen/fördern. Kann ja nicht so schwierig sein. Wird halt wahrscheinlich nichts mit Feinstaub-Andi ¯\_(ツ)_/¯
    3) Dürfte das größte Problem sein. Habe jetzt leider Rost an den Erdgastanks meines Opels. Von der Firma Opel 0,00% entgegenkommen. Ein neuer Tank soll über 1100€ kosten (es sind 3 verbaut). Der TÜV lässt nicht mit sich reden (es ist zumindest recht fraglich, ob etwas Flugrost realistisch eine Gefahr an einer Flasche mit mindestens 0,5cm Wandstärke darstellt). Von Opel gibt es sogar Gerüchte, dass die sich ganz vom CNG-Markt zurückziehen wollen und dementsprechend ihre Kunden behandeln.
    Ich werde jetzt von einer Tauchschule die Druckfestigkeit meiner Flaschen prüfen lassen und diese dann von denen neu lackieren lassen. Stellt sich nämlich raus (oh Wunder, oh Wunder): Gasflaschen sind gar kein Neuland an sich, sondern werden in den Druckbereich beim Tauchen und der Feuerwehr seit fast einem Jahrhundert betrieben. Trotzdem bleibt die Aktion mit der Tauchschule Trick 17 und kein Service-Partner/TÜV wird dir davon erzählen bzw. Kenntnis davon haben. Dementsprechend abschreckend wirkt die Möglichkeit solcher Schadensfälle auf Ottonormalverbraucher. Da könnte man seitens Politik und Autoindustrie durchaus etwas dran tun, ist aber anscheinend mal wieder nicht gewollt.

  17. Beim Thema “Berichterstattung über die Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer” hat mir der Hinweis auf WRINT 838 gefehlt, definitiv hörenswert 🙂

  18. Mei, mei, mei… So viel’ g’scheite Leut dou… Do geh’ ich lieb’r wied’r weijch…

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