Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#170. Wir sind so populistisch wie Angela Merkel

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Kapitelmarken
0:00.000 Intro und Begrüßung (und Ausgang der Wette von letzter Woche)
0:54.755 Merz und Spahn und AKK – Populismus in der CDU
8:58.647 Das besondere an Angela Merkel und das Populismus-Quiz des Guardians
16:14.210 Innenpolitik: Marode Bahn
20:22.484 Unsere trübe Tasse von Verkehrsminister…
24:11.258 Der neue Steuerraub
28:06.272 Schlechte Klimanachrichten
28:53.429 Werbung: Klimawende – Der Greenpeace-Podcast (by hauseins)
30:24.526 5 Jahre Euromaidan – wie geht es der Ukraine?
42:58.791 Big Surprise (NOT): Arbeitslose versaufen ihr Geld gar nicht!
45:57.313 #unten
55:24.347 Mikrodosen wirken

Links und Hintergründe

Den Podcast “Klimawende”, den hauseins für Greenpeace Deutschland produziert findet ihr überall, wo ich Podcasts hört, bei spotify und bei iTunes.

Gekillte Darlings

Die Wochendämmerung ist ein hörerfinanziertes Angebot – eine Spende über steady hält das Angebot am Leben.

36 Kommentare

  1. Vielleicht schon korrigiert, dann hatte ich die erste Fassung:
    Bei den Maidan-Interviews sind 2 oder gar 3 Tonspuren übereinander.

  2. Ab Min 34:27 sind irgendwie zwei Tonspuren übereinander. Ist das nur bei mir so?

  3. Es gibt für alles ein erstes Mal. Zum Beispiel 2 Podcasts gleichzeitig hören. Es scheint das im Aufnahmeprogramm die Tonspur übergeblieben ist von dem Podcast aus dem du den Schnipsel für die Podcastwerbung geschnitten hast.

  4. Ja, hab ich auch und ist sowohl bei Apple als auch hier im Player so. Ca. ab Minute 34 ist nix mehr zu verstehen. Vielleicht ist auch einfach mein Babelfisch durchgedreht? 😳

  5. so. jetzt sind die Dateien alle ausgetauscht – eventuell müsst ihr die Folge aber neu laden.

  6. #unten hätte doch total gut in die ARD Themenwoche Gerechtigkeit gepasst. Hab keinen Überblick, ob die was Vernünftiges zu dem Thema gemacht haben.

  7. Über #unten haben durchaus mehr Medien berichtet als von Katrin angegeben. Einige Artikel findet man über Google, die SZ-Artikel z.B. aber nicht – man muss dann direkt auf deren Homepage nach “hashtag unten twitter” o.s.ä. suchen. Jedenfalls gibt es diese Artikel. 🙂
    Die Öffentlich-Rechtlichen haben mindestens im Morgenmagazin darüber berichtet, aber auch da findet man bestimmt noch mehr.

    Ich wusste das alles nicht, sondern habe beim Anhören dieser Episode gleich gedacht, dass da eigentlich keine Nicht-Berichterstattung stattgefunden haben kann – und dann recherchiert. Mir zieht sich der Magen zusammen, wenn ich höre, dass über [Thema y] niemand berichtet hätte. Kommt ja meist aus einer bestimmten Ecke. Finde ich in zumindest ähnlicher Ausführung auch von/in der Wochendämmerung problematisch. Ist wirklich nicht böse gemeint, ich wünsche mir da bloß ein bisschen mehr, naja, Vorsicht.

    • Huhu,

      danke für den Hinweis. Es ist zumindest für die SZ beruhigend, aber wenn ich mal schaue, was sie so als relevant berichten (das nämlich kommt dann auch im morgendlichen oder abendlichen Newsletter Espresso, den ich abonniert habe), so kam #unten darin nicht vor. Auch bei der Tagesschau finde ich nichts zu diesem Hashtag, der DLF hat nach allem, was ich dort auf der Seite finden konnte nur eine Sendung mit der Frage produziert, ob Hashtag-Kampagnen überhaupt etwas bringen. Aber mit dem Inhalt wurde sich nicht weiter befasst. Wenn ich das damit vergleiche, was bei #MeToo oder #MeTwo los war, kann ich nur weiter dabei bleiben: Ich finde es erstaunlich, wie wenig Debatte hier stattfindet. Dass es wirklich aufgegriffen würde, darum ging es mir. Nicht nur ein lapidares “Achja, neues Hashtag, übrigens…”. 1:21 im MoMa finde ich da auch echt dürftig. Aber ja, das hatte ich in der Tat nicht mitbekommen.

      sage ich ja aber auch so: “ich habe sonst nichts gefunden zumindest, wo das aufgegriffen worden wäre” – das ist ja nochmal ne andere Sache als: “niemand hat berichtet”.Ich passe ja auch schon auf, wenn ich was formuliere, weil ich – vermutlich im Gegensatz zu der bestimmten Ecke – meine eigene Zudoofheit immer auch mit einkalkuliere. Also vorsichtig bin.

      Bei meinem Eindruck bleibe ich: Es erstaunt mich, wie wenig die Debatte aufgegriffen wird im Vergleich zu den vielen Geschichten auf twitter, die dazu gepostet werden.

      • Ein spätes Huhu zurück, und danke für die Rückmeldung.

        Allein schon aus persönlichen, quasi egoistischen Gründen würde ich eine umfangreichere Berichterstattung über die Armuts- bzw. Mangelerfahrungen von Betroffenen begrüßen. Da wäre abseits von Twitter noch mehr möglich gewesen, da sind wir uns einig. 🙂

  8. Thema Bahn.

    Arbeitsplatz Angst wegen Automatisierung hat hier keiner, wer soll DAS auch bezahlen, hier steht teilweise noch Signaltechnik aus den Nachkriegszeiten an der Strecke und wir haben noch Schrankenwärter! Mehr ist es die Angst das die Strecken um den Wohnort an einen Privaten Betreiber gehen und du dann für 25%weniger Geld bei einer Französischen Aktiengesellschaft arbeitest – oder eben umziehst um bei der DB zu bleiben.

    Bzgl Lokführer Einstellung, bei uns ist es so das kaum neuen Kollegen eingestellt werden weil auf dem Papier noch genug da sind. Karteileichen, schon lange nicht mehr Fahrdiensttauglich oder schon lange ins Büro gelobt. Und so habe ich mittlerweile Resturlaub von knapp 60 Tagen angehäuft.

    Achso, geschrieben hab ich vom Führerstand aus, ich hätte dieses Wochenende eigentlich frei… Eigentlich.

  9. Ich bin mir recht sicher, dass Moss the Techie sich auf The IT Crowd und nicht auf LaTeX bezieht 😉

    https://www.youtube.com/watch?v=nWWB_WFtqRg

  10. Auch von mir ein Kommentar zum Thema Bahn.

    Ich arbeite seit diesem Jahr als Facharbeiter im Bereich Instandhaltung bei DB Netz und muss sagen es ist deprimierend. Wir alle reißen uns täglich den Hintern auf und trotzdem wird der gesammte Konzern jeden Tag ein bisschen schlechte. Hier ist sowohl von Seiten des Verkehrsministeriums als auch von Seiten der internen Organisationseinheiten ein radikales Umdenken notwendig. Für mich kommt hinzu, dass ich bei Industrieunternehmen in der Umgebung für weniger Anstrengung 1000€ mehr netto im Monat haben könnte. Ich kann also gut verstehen, wenn sich Fachkräfte für eine Stelle in der Industrie entscheiden und so Arbeitsplätze bei der Bahn unbesetzt bleiben.

    • Holger erwähnt bei Minute 38:40 das Feature mit dem einsamsten Radio-Diskjockey der Welt. Sehr empfehlenswert in der stimmungsvollen Art, wie Autor Patrick Banush eine Geschichte aus Rumänien zwischen West und Ost erzählt. Für die Shownotes: „Lost in Music – Die Cornel Chiriac-Story“.

      https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/feature/lost-in-music-die-cornel-chiriac-story/-/id=659934/did=22037682/nid=659934/6te6ga/index.html

      ——–

      Zum Thema „Kindergeld kommt bei Kindern an“ eine drei Jahre alte Meta-Untersuchung in Sachen Universal Basic Income und dessen Einfluss auf Ausgaben für lasterhafte Drogen:

      https://www.inquisitr.com/3784327/collected-basic-income-studies-show-people-given-unrestricted-handouts-spend-less-not-more-on-alcohol-and-tobacco/

      “… the money was usually given to women. Other studies have shown evidence that, when given money, women heads of households are more likely than men to spend it on food and things that help children or the family.”
      (Da erhält *toxische* Maskulinität eine weitere Bedeutung…)

      Und: “In all of the studies that the researchers looked at, the money came with some sort of verbal ‘label’ – recipients were told that the money was to improve the lives of their children, or for the family’s welfare, or to improve their business. And while they weren’t forced to use the money for any specific purpose, ‘if you tell people money is for a certain thing, then they’re much more likely to spend that money on that thing.'”

      Psychologisch vertrackt insofern: Wenn man zwar den Kinderfreibetrag erhöht bzw. mehr Kindergeld ausschüttet, aber zugleich sagt, „ach, das rechnen wir komplett auf euer AlgII/Sozialgeld an, denn eigentlich seid ihr zu arm und unwürdig für noch mehr Geld“… welches Signal sendet das etwa an vaterlos aufwachsende Kinder? — Da könnte man umgekehrt womöglich was draus machen, indem man den Nationalen sagt, das BGE ist das Deutschlandgeld; den Ferengi: Freiheitsgeld; den KonServativen: Traditionsgeld; den Fortschrittlichen: Zukunftsgeld; usw.

    • Warum machst du den Job? (ernst gemeinte Frage)
      Ich wäre recht schnell weg. Nebenbei frage ich mich gerade, ob ich eigentlich den falschen Job habe. Du kannst es dir scheinbar leisten, auf 1000€ im Monat zu verzichten. Ich könnte es schwer ertragen.

  11. Holgi, wie kann man sagen, dass man sich irgendwann Merkel zurückwünschen wird, um dann sechs Minuten später einen Rant über die wiederholte Ernennung von Autolobbyisten ins Verkehrsminister abzufeuern?

    Ich werde dieser Frau keine einzige Träne hinterher weinen, wenn ich sehe, was schon in dem Bereich Verkehr, Infrastruktur, Digitales unterirdisch läuft.

  12. Merkel ist einfach deshalb praktisch null populistisch, weil ihre Taktik der Alternativlosigkeit ja suggeriert, dass gar kein Spielraum für Entscheidungen ist.

    Wenn man keine Alternativen hat, dann ist egal was man will und folglich spielt es auch keine Rolle was “das Volk” will.

    Ist auch eine gewisse Art und Weise auch extrem undemokratisch, nur halt auf eine ganz andere Art und Weise…

  13. Holger rantet im Zusammenhang mit der Bericht über die Bahn ein wenig über Schröder ab. Kann man machen, unseren Gas-Gerd braucht man nicht verteidigen.

    Aber bei dem Satz “…das haben die Verkehrsminister der letzten 15 Jahre total ignoriert…” lohnt auch mal ein Rückblick wer denn in der Periode alles Verkehrsminister war…

    Tiefensee (SPD) bis 2009, Ramsauer (CSU) bis 2013, Dobrindt (CSU) bis 2017, Schmidt (CSU) bis 2018, Scheuer (CSU) amtierend. Eigentlich kann die Bahn froh sein das sie noch existiert bei der geballten Kompentenz aus dem Süden.

  14. Zum Thema #unten, Klasse/ Schicht und Armut musste ich an folgenden Artikel denken, den ich die letzten Tage gelesen habe. Der Autor reflektiert sein Verhältnis zu Kleidung und was die Erfahrung des “das können wir uns nicht leisten” mit ihm gemacht hat. Ich fand das sehr eindrücklich.
    Hier der Artikel: http://kleinerdrei.org/2018/11/kleider-machen-leute-wenn-der-volksmund-ploetzlich-recht-hat-aber-anders-als-erwartet/

    passt nur ganz am Rande zur Sendung aber vielleicht möchte jemand ja mal reinlesen.

    Liebe Grüße

    Rebekka

  15. “Politiker sollten immer genau zuhören, was für Probleme die Menschen haben.”
    – eher nicht

    “Politiker müssen nicht soviel Zeit mit normalen Leuten verbringen, um einen guten Job zu machen.”
    – eher nicht

    “Sozialismus”
    – eher gut

    Der Konservative hat nicht nur einen relativ geringen Abstand seines eigenen Lebensstil zu seiner gesellschaftlichen Utopie, er weiß auch, dass der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert ist.

  16. Wenn ich mir Scheuers Erklärungsvideo* anschaue (bis zum Ende und nicht nur den ironischen Anfang mit der Aussage “Ich wußte gar nichts von einem EU-Gipfel”), dann komme ich zu dem Schluss, dass hier mal ausnahmsweise nicht Scheuer der Depp ist. Wenn er schon vor Monaten eingeladen wurde und er schon vor Monaten abgesagt hat, dann kann man wirklich nicht sagen, er hätte den EU-Gipfel platzen lassen (siehe auch
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/scheuer-dieselgipfel-103.html).
    *) https://youtu.be/5OpxuCSzOfQ

  17. Bzgl. #unten: Die allerwenigsten sind arm, weil sie faul oder blöd sind, sondern ganz allein nur, weil es den Mächtigen egal ist oder sie es sogar so wollen. Ich habe kein Verständnis mehr dafür, das Politiker und Mittelschicht es ausblenden oder einfach nicht verstehen und wenn es erst extreme Parteien braucht, damit mal über Ungerechtigkeit nachgedacht wird, dann seid ihr, sind wir, leider selbst Schuld. Alles was hier an Populismus gerade passiert, ist von Politik und Medien selbst provoziert. Es könnte allen Menschen in diesem Land gut gehen. Ist nicht gewollt? Okay, dann muss eben alles brennen. Klingt extrem? Wenn man in der eigenen Stadt keine Wohnung mehr bekommt, Eltern Flaschensammler werden und gefühlt jeder zweite Depressiv ist und Angst vor der Zukunft hat, ja sorry, dann ist es einfach schon viel zu spät.

  18. 🤔
    Wenn Lindner Ferengi ist, ist dann Merz Kazon?
    🤔
    Andererseits ist Gauland definitiv ein Magog…

  19. Hallo und guten Morgen,

    bislang habe ich mich noch nicht viel mit Politik auseinandergesetzt aber euer Podcast wurde mir empfohlen und ich bin jede Woche begeistert, dass er erscheint. Ihr seid sehr unterhaltsam und klärt mich wöchentlich immer weiter auf. Nun wollte ich mir sogar so etwas wie eine Wochenzeitung abonnieren, die nicht nur politisch objektiv ist, sondern auch wissenswertes beinhaltet. Ich möchte also nicht nur informiert werden, sondern auch etwas lernen.

    Habt ihr da einen Tipp für mich?
    Besten Dank für diesen tollen Podcast

    • Hallo Paul,

      das ist eine schwere Frage. Wir haben zusammengenommen mehrere Abos, teils kaufe ich auch Einzelausgaben. Ich kann dir empfehlen, dir erst einmal zur Probe ein paar Zeitungen anzusehen und dann erst zu entscheiden, welche du am besten findest und tatsächlich abonnieren willst. Wie gesagt: wir haben einen starken Medienmix. Und zwar aus:
      – Spiegel
      – ZEIT
      – taz
      – Süddeutsche Zeitung
      – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
      – Financial Times Weekend

      Hintergründe zu verstehen, dabei hilft ein Abo der Krautreporter;
      Um Medien kritisch zu lesen die Übermedien.
      Und eine immer gute Quelle, die rein gar nichts kostet, ist tagesschau.de

      Liebe Grüße,
      Katrin

  20. Also, ich finde, wenn Holger die FDP (Ferengi Demagogische Partei) jetzt nur noch Ferengi nennt, sollte er auch nur noch von dem Großen Nagus Lindner reden…

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