Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#152. “Diese Kluft scheint mir kaum noch überbrückbar” – Interview mit Herfried Münkler

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Wenn Holgers “Lieblingsintellektueller” der in der letzten Sendung zu Wort gekommene Philosoph Richard David Precht ist, so ist Katrins vielleicht der Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Das mag daher rühren, dass sie nicht nur bei ihm die Politische Theorie und Ideengeschichte studiert hat, sondern auch drei Jahre an seinem Lehrstuhl gearbeitet. Vor allem liegt es daran, dass nur wenige Menschen einen solchen Generalüberblick über die Geschichte und die Politik haben, wie er (findet sie). Mit Münkler kann man also beinahe über alles reden (die taz hat es sogar geschafft, mit ihm über Fußball zu reden – Chapeau, Kollegen!).
In unserem Interview geht es natürlich um das Dauerthema “Krise” – wer oder was ist denn wirklich in der Krise und wie kann wer helfen, diese zu überwinden?
Münkler sieht viele Entwicklungen parallel laufen und manche Experimente, die ihm Sorgen machen und wo er sich fragt, ob sie gut ausgehen: Werden sich mehr und mehr charismatische Herrscher durchsetzen? Wird das Ego in der Politik den Kompromiss und die Verhandlungsfähigkeit verdrängen? Was folgt, wenn die Volksparteien zerbröseln?

Für alle, die sich fragen, was gerade passiert, wie das einzuordnen ist und zwar: Das GROSSE GANZE.

Links und Hintergründe

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6 Kommentare

  1. @Katrin: Deine Begeisterung für Herrn Münkler in allen Ehren, aber ich frage mich ob diese Theoretisierei irgendeinem nützt. Mir fällt kein besseres Wort dafür ein, als Elfenbeinturm. Immerhin lebt der Herr Professor von Steuergeldern. Alles was ich aus dem Interview heraus höre ist die Arroganz des Intelektuellen, der dem “gemeinen Volk” mistraut und irgendwie keine Vision für die Zukunft hat, sondern sich darin gefällt die Dummheit anderer heraus zu stellen und seine eigene intelektuelle Überlegenheit zu demonstrieren. Vielleicht bin ich ja da selbst etwas arrogant, aber dieses Interview hat meine vorher schon recht negative Meinung von Herrfried Münkler nur bestätigt. Nenn man wohl Confirmation Bias :-).

    • Dass ein Großteil des deutschen Wahlvolk nicht unbedingt den größten Intellekt besitzt, sieht man an den Wahlergebnissen. Wie anders lässt es sich erklären dass man Parteien wählt die mit einer Vielzahl von Gesetzen beweist, dass sie Politik für einen kleinen Teil der sozioökonomischen Schichten machen? Und dass man diese Parteien immer wieder wählt? Mir ist das unerklärlich und da empfinde ich es als wohlfeil wenn mal jemand auf die Deutschen einschlägt. In meiner Heimat erzählt man sich in Anspielung auf das belgisch-französische Protestverhalten und die Leidenschaft der Deutschen für Autoritäten folgenden Witze:

      Wie nennt man einen intelligenten Deutschen? Franzose!
      Was bekommt ein Deutscher der einen Intelligenztest besteht? Einen französischen Pass!

      • Mir ist auch unerklärlich wie man bestimmte Parteien wählen kann, allen voran die Afd. Allerdings ist Münkler als Lehrkraft für Politik an einer deutschen Uni angestellt und da ist mir schlichtes Wahlvolk-Bashing als Output eines Professors dann doch zu wenig. Auch wenn er mit allem soweit recht hat, sehe ich hier nicht so ganz was die großartige intellektuelle Leistung solcher Politikwissenschaftler ist.

        • Ein Interview in dem durchaus auch Meinungen abgeklopft werden ist sicherlich anders zu werten als eine Vorlesung im Hörsaal oder ein Aufsatz in der Zeitschrift für politische Theorie, deswegen geht das imho in Ordnung. Zumal gerade Münkler sehr kontrovers ist. Politische Diskussionen dürfen sein wie Holgis heiß geliebte Anstalt: Bissig und in Teilen auch äußerst schmerzhaft.

  2. Ich verstehe den Vorwurf der Arroganz und abgehobenheit erleichtert ehrlich gesagt nicht. Er sagt doch nirgends dass die Leute dumm sind. Aber die Probpeme sind einfach sehr komplex und die politische Willensbildung ebenfalls.

    Und dass die Forscher im Elfenbeinturm nicht die Lösungen haben sagt er ja selbst als er Kathrins – überraschend naiven – vlVorschlag einer Expertokratie ablehnt. Da erklärt er ja auch warum es ganz gut ist, wenn ein Teil der Leute in Elfenbeinturm sitzen und gerade nicht über praktische Umsetzung nachdenken.

  3. Was meiner Meinung nach die Politik revolutionieren würde wäre die Regelung die es auch beim Bundespräsidenten gibt: Maximal zwei Amtszeiten – und zwar für ausnahmslos jedes politische Amt.

    Das würde dazu führen, dass die Ämter viel schneller rotieren, viel schneller neue (und damit jüngere) Leute in die Politik kommen, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt, wäre dann ein zuätzlicher Nebeneffekt.
    Vor allem würden dann (in den zweiten Amtsperioden) viel mehr Ideen umgesetzt, die für das Land gut wären, weil ein Politiker sich nicht darum sorgen muss, sich die nächste Wahl zu sichern und sinnfreie Wählergeschenke zu machen.

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