Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#146. Irland, Gauland, Badehose

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Erdogans einzige Opposition: Die Lira — neues Gesetz zu Krankenkassenbeiträgen — Politisches Framing – was ist das? — späte G20-Rechtsdurchsetzung für protestierende Italiener — Familiennachzug im Bundestag — mehr Mietpreisbremse für alle? — Marshmallow-Test revisited.

Links und Hintergründe

Frage an die Hörschaft: Warum stehen Franzosen immer im Weg?

28 Kommentare

  1. Bonn jour (wie der Rheinländer sagt),

    ich wohne 3 km von der französischen Grenze entfernt und kenne daher Tagestouristen und Grenzgänger aus la France aus dem Alltag. Wenn Du über der Grenze in einen französischen Supermarkt gehst, wirst Du keinen Franzosen erleben, der Dir irgendwo im Weg steht. Kommen die Franzosen aber in die deutschen Supermärkte, kannst Du davon ausgehen, dass sie mit ihren Einkaufswagen grundsätzlich direkt in der Mitte des Ganges stehen und gerne auch den Wagen quer abstellen.

    Beim Einkaufen mache ich mir einen Spaß daraus und pfeife die Marseillaise an, wenn ich ein Einkaufswagen-Mensch-Gespann mitten im Gang stehen sehe. In 80% aller Fälle dreht sich ein Franzose um und schiebt dann freundlicherweise den Wagen zur Seite. Wirkt besser als jede Klingel.

    Übrigens war meine Oma väterlicherseits Französin und sie stand auch grundsätzlich mitten im Wohnzimmer und versperrte den Blick zum Fernseher (von dem Du ohnehin nichts verstehen konntest, weil sie ihn leiser drehte, damit man sie besser hören konnte).

    Grüße

  2. Ich finde das mit dem Marshmellow-Experiment extrem interessant. Das wird ja immer so als Beispiel für Impulskontrolle genommen und alle stimmen zu. Aber Holgi bringt es auf den Punkt: Wenn Kindern nach protestantischen Gesichtspunkten Sparsamkeit und Verzicht als Ideale beigebracht wird und sie zudem auch noch die Gewissheit haben, dass es genug gibt und man in der Zukunft keinen Hunger leiden muss, ist der Fall klar.
    Wenn man aber aus einer Krisenerfahrung beigebracht gelehrt bekommt: “Iss, so lange es noch etwas gibt!” (Wie meine Grosseltern) Dann ist das Verhalten überhaupt nicht doof und impulsiv.

    Und wieder mal: Differenzierung ist alles. Und so schrecklich kompliziert 😀

  3. Thema Urlaub: Natürlich dürft ihr Urlaub machen und in dieser Zeit keine Folge aufnehmen! Wo kommen wir denn hin wenn ihr denkt durchgehend senden zu müssen? Richtig, früher oder später in die Klapse – und wenn ihr dann zufällig grad in Bayern seid, prost Mahlzeit 😉 Macht so viel und lange Urlaub wie ihr wollt und es euch leisten könnt. Im Anschluss seid ihr frisch und habt was zu erzählen. Auch wenn ich schon immer etwas neidisch bin wie oft und wohin ihr so alles fahrt, und Holgi gleichzeitig noch dieses Gimmick und jene Kamera und da noch den edlen Wein usw. zum Besten gibt 😉

  4. Hallo ihr Beiden
    – Franzosen:
    tldr: ja, ist auffällig!
    Aktuelles Beispiel: Wir sind momentan in Griechenland unterwegs und haben uns gerade vor ein paar Tagen über eine Gruppe Franzosen ausgelassen.
    Wir kamen ihnen nämlich zuvor; nicht im Weg stehend aber dafür im recht spärlichen Schatten der Ausgrabungsstätte von Delphi:
    Die Reiseleitung hat uns (inkl. Baby in der Bauchtrage) quasi weggeschoben, irgendwas auf französisch gemurmelt und Platz für die eigene Gruppe gemacht. (Vermutlich hatten sie den Schattenplatz online reserviert)
    Und was mir auch immer wieder auffällt: egal in welchem Land, Franzosen erwarten immer, dass man sie versteht und labern einen in ihrer Landessprache an. Englisch ist nunmal leider Weltsprache und somit zweite Wahl nach der Landessprache.

    – Urlaub
    Natürlich solltet ihr euch einen aufnahmefreien Urlaub gönnen. (Andererseits: Das Interview von Holger mit Martin vom Parlour hat mir sehr gut gefallen. :-))

    Viele Grüße
    Jan

    • Calais vor zig Jahren, Abends …

      Ich so (in gebrochenem Französisch): Exküseh moi, u ä la gar?
      Franzose so: Oui, la station est blablablabla …
      Ich so: öhm
      Franzose so: Dü you priför Inglish?
      Ich so: 🙂

      • Mir geht es auch oft ähnlich.
        Da will man nett sein und sein Französisch präsentieren und dann legen die Franzosen los, als wäre man ein Landsmann 🙁
        Dann muss ich peinlicherweise auch immer nach Anglaise fragen.
        Ich komme seit über 30 Jahren nach Frankreich und muss zur Ehrenrettung sagen, dass sich viel getan hat. Mittlerweile wird man auch oft direkt auf deutsch angesprochen. Früher quasi undenkbar. Englisch war damals schon eine Zumutung

  5. Ich fände Urlaubspausen auch okay – jeden Freitag verlässlich eine neue Wochendämmerung im Player zu haben, ist natürlich super, aber zu wissen, dass ihr es euch gerade irgendwo gut gehen lasst und an etwas anderes denkt als die Arbeit ist ein noch schönerer Gedanke – und sichert uns Hörern langfristig eine frische, interessante und kluge Wochendämmerung 🙂

  6. Macht doch ruhig mal richtigen Urlaub so mit ohne Podcast. Man arbeitet doch um sich ab und zu das Faulenzen leisten zu können 😉

  7. Vielen Dank für Eure Arbeit und eine schöne Zeit in Irland! 😉

    Aber ich hätte zwei Fragen (als Sozialdemokrat): Lieber Holger. (1) Welche Partei hat in ihrer Vergangenheit keinerlei Fehler begangen? (2) Wie kann die SPD Fehler im Kontext der Agenda 2010 Deiner Ansicht nach glaubwürdig korrigieren bzw. davon Abstand nehmen?
    Die Äußerung (sinngemäß), “Wir vergessen Euch eure Fehler niemals.”, halte ich mit Blick auf die genannten Fragen für problematisch. (Und als Sozialdemokrat schwer verdaulich – aber das nur am Rande) Einfach alles abzulehnen, was von der SPD kommt, mit dieser Begründung, die immer wieder Rückbezug auf die Agenda 2010 nimmt, halte ich bei aller berechtigten Kritik an der Umsetzung dieser Reform für platt und undifferenziert.

  8. Auf keinen Fall sollten die Sozialkassen um Geld schwimmen, genauso wenig wie es der Staat tun sollte.
    Man kann nämlich fast ausnahmslos beobachten, dass die Anteil unsinniger Aussagen immer stärker steigt, je mehr Geld zur Verfügung steht. Außerdem führt es dazu, dass Anpassungen (Reformen) an gesellschaftliche Entwicklungen hinausgezögert und dann umso extremer durchgeführt werden müssen.

    Der Staat nimmt seit 1995 inflationsbereinigt jährlich rund 100 Mrd. € (in Preisen von 1995) mehr ein und dennoch haben wir eine bröckelnde Infrastruktur, immer weniger funktionierende Verwaltung und allgemein das Gefühl, dass der Staat immer weniger seinen Aufgaben nachkommt. Obwohl 1995 der Aufbau Ost noch in vollem Gange war, frage man sich, wo das Geld hingeht. Die Antwort ist im Wesentlichen Bedienung der zahlreichen Klientelgruppen, die das System stützen.

    Kann eine Stadt wie Berlin wirklich an einer wirksamen Mietpreisbremse interessiert sein? Wäre es nicht viel besser für die Stadtregierung und deren Einnahmen, wenn sich nur noch wohlhabendes, steuerzahlendes Klientel die Stadt leisten könnte.
    Es gibt den schönen Satz, der Grund für die meisten unsinnig erscheinenden Entscheidungen lautet: Geld.

    Es gibt auf Youtube von CGPGrey ein schönes Video mit dem Namen “Rules for Rulers”. Dort wird anschaulich erklärt, welchen Mechanismen und Herausforderungen Herrschaft ausgesetzt ist. Nach Sicht dieses Videos ist zumindest mir relativ klar, warum ein umfänglich umsorgender Staat eine Illusion ist.
    Implikationen dieses Videos auf die Gesellschaft, deren Wertschöpfung immer stärker von Maschinen übernommen wird, macht mir Angst.

    • Schatzi, besagtes “wohlhabendes, steuerzahlendes* Kientel” will bestimmt auch irgendwo seinen Toast serviert bekommen, die Bälger in der Kita abgeben und eine funktionierende öffentliche Infrastruktur benutzen. Wenn die dafür notwendigen Menschen nicht mehr in der Stadt leben können, nützen Millionarios genau nichts.

      * etwa das Klientel, das sich bewaffnet mit Steuerberatern und Briefkastenfirmen regelmäßig arm rechnet?

  9. Ich finde es eher irritierend, dass ihr euch keine Auszeit von Podcasts, Twitter und Politik gönnt im Urlaub und dass ihr auch noch meint ihr müsstet uns Hörer dazu fragen 😉

    Nett fände ich, wenn es bei längeren Pausen (>1 Sendung) irgendeine Art “Urlaubsvertretung” gibt, wie es einige Blogs/Webcomics (z.B. Lawblog oder QuestionableContent) machen. Ihr habt ja z.B. schon ein paar mal Langfassungen von Interviews angehängt o.ä. Sowas könnte man sich als Hörer dann stattdessen anhören. Oder so Fan-Zusammenschnitte wie “die schlechtesten Witze der letzten 50 Sendungen” oder “die Top10 der Rants” oder sowas. Es wäre generell völlig in Ordnung, wenn das dann anderer Content ist oder ein anderes Format hat. Aber irgendein Ersatz finde ich immer nett. Also keine Ahnung ob das für euch praktikabel ist, aber vielleicht ist das eine Anregung 🙂

  10. Zum Thema “BGE für Bergleute”: Die von Holgi veranschlagten 1,5 Milliarden p.a. für die Bergleute werden schon längst verausgabt, sogar noch deutlich mehr. Im letzten Jahr subventionierte der Bund den Steinkohlebergbau mit 2,6 Milliarden Euro (hier gefunden). Das macht bei den ca. 9000 Beschäftigten der RAG (inklusive Verwaltung) etwa 280.000 Euro pro Arbeitsplatz.

    Diese Subventionen laufen Ende dieses Jahres aus (weshalb auch die letzten beiden Zechen dichtgemacht werden, lohnt sich dann halt nicht mehr). Geld wäre also mehr als genug verfügbar, man müsste es halt nur in einen anderen Haushaltstitel überführen.

  11. Es braucht gar keine bayerischen Polizeigesetze um sich als psychisch Kranker zu scheuen sein Problem irgendwo zu melden. Es gibt genug Gründe, auch jetzt schon, das nicht zu tun. Stichworte Zwangs-Betreuung, Zwangs-Medikamentierung, Entmündigung, Fehldiagnosen, Zustände in psychischen Stationen…

    • Und auch wenn man sich scheut, können Kranke nicht verhindern behandelt werden zu müssen. Man beugt wegen so einem Gesetz vielleicht weniger vor, was schlimm genug ist, aber man muss behandelt werden, wenn man krank ist. Es klingt fast so, als könnte man sich da frei entscheiden. So einfach ist das nicht, sonst wird es für einen selbst gefährlich. Dass man jetzt auch noch dafür stigmatisiert wird, wird dann zu einem weiteren Problem obendrauf.

      • Wenn der mündige Patient die Behandlung verweigert, darf der Arzt nicht behandeln. Details hier (aus Sicht des Arztes): https://www.iww.de/cb/recht/arzthaftung-was-tun-wenn-der-patient-eine-behandlung-oder-die-aufklaerung-ablehnt-f60148

        • Da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich meinte nicht die rechtlichen Möglichkeiten, die man noch hat. Ich meinte, dass die Entscheidungsmöglichkeiten mit einer akuten psychischen Erkrankung doch sehr eingeschränkt sind. Man kann in dem Moment der Krankheit nur schwer eine freie Entscheidung treffen, weil man eben verwirrt ist und weil man Hilfe dringend benötigt. Dann hätte man die Wahl, ob man lieber dem Gesundheitssystem oder der Krankheit ausgeliefert ist. Und bei allem Schlechten, was das Gesundheitssystem nun ausmacht, würde ich persönlich es doch trotzdem um einiges lieber wählen. Denn wenn man es nicht tun würde, gäbe es stattdessen zum Beispiel einen Nervenzusammenbruch, das Gefühl seine Gedanken nicht mehr kontrollieren zu können oder auch Suizidgedanken. Deswegen ,meine ich, gibt es da nicht viel zu wählen. Ich lasse mich auch ungern an so ein System ausliefern, dennoch sollte man es leider tun. Wenn man dem System nicht mehr vertrauen kann, gibt es kaum eine Hilfe mehr. Deshalb finde ich es schlimm, was in Bayern passiert.

  12. Hi ihr beiden,
    Mir stehen Chinesen immer im Weg. Die tun genau das, was Holgi beschrieben hat: bleiben mitten im Weg stehen, bevorzugt in Türen oder auch Rolltreppen, möglichst mit 2 Schrankkoffern, um sich verwirrt umzusehen und alle anderen hinter sich zu blockieren. Quod erat demonstrandum – nachdem ich die Folge gehört hatte und das Hotel verließ, ist genau das schon wieder passiert 😅
    Viele Grüße, Tina

  13. Holgi, ich finde es gut, das Du recht offen über deine Eigentumsverhältnisse hier berichtest. Trotzdem kann ich mir nicht verkneifen dein Handeln als Teil des Problems zu sehen. Als Besitzer, der explizit Wohnraum als Investition und Einnahmequelle behandelt, trägst Du leider zur Preistreiberei und der allgemeinen Finanzialiserung von Wohnraum in Berlin bei.

    Deine Renteneinnahme aus der Wohnung, ist das Geld, was dem Mieter sicherlich fehlen wird, um selber private Rentenvorsorge zu betreiben. Eher unschön.

    Wenn Du schon so viel Geld übrig hast, um nebenbei auch noch eine Eigentumswohnung abzuzahlen, warum legst Du es nicht in sinnvollere Dinge an oder sparst es einfach? Auch wenn die Zinsen momentan niedrig sind, schlecht wird Geld nicht.

    • “zur Preistreiberei”

      Woher weißt du dass Holgi die Preise treibt? Kauft er Grundstücke zu überhöhten Preisen oder vermietet überteuert?

      “Deine Renteneinnahme aus der Wohnung, ist das Geld, was dem Mieter sicherlich fehlen wird, um selber private Rentenvorsorge zu betreiben. Eher unschön.”

      Vielleicht vermietet Holgi ja Luxusappartments an Leute, die mehr als genug Geld haben. Oder vermietet so niedrig, dass seine Mieter froh sein können, dass ihnen erst das die private Vorsorge ermöglicht.

      Also keine Ahnung was Holgi genau macht oder ob das gut oder schlecht ist, aber jedem Vermieter pauschal zu unterstellen, dass er anderen Menschen schadet ist einfach in der Sache falsch…

      “Auch wenn die Zinsen momentan niedrig sind, schlecht wird Geld nicht”

      Äh. Doch. Wegen Inflation…

      • Gut, da ich zu wenig über Holgis Vermietungspraxis weiß, klammere ich ihn hier erstmal aus. Daher eher generell:

        Ich finde, das die Umwandlung einer Mietwohnung in Eigentum bereits Teil einer Preisspirale ist. Sonst würde es ja niemand machen. Jede Person, die sich an diesem Spiel beteiligt und hohe Geldsummen in den Markt pumpt, hat Interesse, das die Preise mindestens auf dem jetzigen Niveau bleiben oder noch besser steigen.

        Mittlerweile sind Immobilienpreise so stark gestiegen, das selbst aus dem Immobilien- und Bankensektor gesagt wird, das Immos “überbewertet” sind*. Und das hat auch Auswirkungen auf die Mietpreise. Daher bleibe ich bei der Bezeichnung Preistreiber.

        Wenn Leute, die in der Lage sind Eigentum zu erwerben (= mehrere Hundertausend Euro), Angst vor Inflation haben, muss ich ihnen leider irrationale Verlustängste attestieren. Das diese Ängste von Gering- und Normalverdienern durch höhere Mieten kompensiert werden, halte ich für äußerst problematisch. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist Teil der massiven Frustration, die sich im Land aufgebaut hat. Jeder, der Immobilien als Einnahmequelle behandelt, sollte sich fragen, ob es das wert ist.

        * https://www.wiwo.de/finanzen/immobilien/immobilienpreise-und-wohnungsmieten-bundesbank-warnt-vor-ueberteuerten-wohnungen-in-deutschen-staedten/20978358.html

        • “Wenn Leute, die in der Lage sind Eigentum zu erwerben (= mehrere Hundertausend Euro), Angst vor Inflation haben, muss ich ihnen leider irrationale Verlustängste attestieren.”

          Ist zweimal Unsinn. Wer Immobilien erwirbt, hat das Geld nicht notwendigerweise rumliegen – und falls doch, inflationiert es auch weg.

          • Holgi, das ist leider jammern auf hohem Niveau. Die Inflation von 0,3 bis 1,8 Prozent in den letzten Jahren sind vernachlässigbar für Leute die genügend Geld verdienen, um die eigenen Lebenshaltungskosten + Kredittilgung zu stemmen.

            Ich würde mir etwas mehr Selbstreflektion von dir wünschen. Einerseits kritisierst Du die Zahnlosigkeit der Mietpreisbremse aber gleichzeitig profitierst Du (potentiell) davon. Das geht für mich nicht zusammen.

            Was unweigerlich zum Thema ethische Geldanlagen führt*. Wohnraum gehört für mich nicht dazu. Und ich denke, das die Entwicklungen in allen dt. Großstädten das sehr deutlich macht.

            * hattest Du vor ner Weile auch bei Wrint angesprochen

          • Ich würde mir von dir Sachkenntnis und Rechenfähigkeit wünshen.

  14. Moin Moin und Grüße aus dem Norden 🙂

    Kurze Frage, warum sollten wir den Leuten die in der Kohle Industrie arbeiten, Geld geben? Soziale Verantwortung?

    Denn wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verlieren, als Folge des Klimawandels oder warum auch immer, haben wir doch das Grundsicherungsnetz mit dem tollen Namen Harz 4 / Arbeitslosengeld. Ich finde dieses System ist alles andere als Ideal, aber das ist unsere Form von Sozialeverantwortung. Jeder andere der seinen Job verliert, muss sich halt einen neuen suchen, so ist das nunmal, wir habem ja an den Schlecker Frauen gesehen, das da nicht viel rum kommt außer lange Diskussionen und Talkshows

    75.000€ für 20 Jahre, dafür würde ich mich jetzt schnell noch in der Kohle Industrie bewerben, denn Ich verdiene nur ein Bruchteil davon (und ich glaube, viele andere auch).

    • Einerseits, weil wir zu lange geschlafen haben (als Gesellschaft) und andererseits, weil es eine Region träfe, deren einziger produktiver Kern diese Industrie ist. Die Schleckerfrauen waren über die gesamte Republik verteilt.
      Im Grunde hast Du natürlich recht – mir geht es darum, das Argument “aber die Arbeitsplätze” als so schwach darzustellen, wie es tatsächlich ist.

  15. Der Hauptgrund für steigende Mieten ist das Missverhältnis aus Angebot von Wohnraum und Arbeitsplätzen. Bundesweit gibt es genug Wohnraum, aber die Arbeitsplätze haben sich in die attraktiven Ballungszentren (mit internationalen Fluhäfen) verlagert.
    Egal ob Holger oder sonst wer die Wohnung in Berlin besitzt. Die Mieten steigen solange es regional ein Missverhältnis von Arbeitsplätzen und Wohnraum gibt.

    Schönes Beispiel:
    In Aue im Erzgebirge zahlt man für eine frisch renovierte, fußläufig zur Innenstadt gelegen Altbauwohnung genausoviel Miete, wie man als Wohnungseigentümer Hausgeld an die Verwaltung für eine gleich große und unattraktivere Wohnung in z.B. Düsseldorf zahlen muß.

    Aue (Erzgebirge) Berlin Tegel = 3 1/2 Stunden
    Düsseldorf Flughafen = im Schnitt 20 Minuten

    Ich hab in meinem Umfeld einige “wirtschaftliche Leistungsträger” die im Schnitt 3x die Woche beruflich im Flugzeug sitzen.
    Und noch mehr, nach eigener Selbstbeschreibung, “Ökos” (zum Teil vegan), die jede 2.-3. Woche zum Spaß irgendwohin fliegen.
    Das ist die Realität und das erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt.

    Meine Lösung wäre:
    Neue Gewerbeflächen an neuen Wohnraum binden.
    (Auf der Genehmigungsebene. Gemeinde/Stadt)

    Dann hält sich Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht und Mieten können nicht mancher Orts so extrem schnell steigen, wie sie es grade tun. Gleichzeitig nimt das auch zumindest etwas Druck vom Wohnungsmarkt in abgelegen Regionen, wo die Mieten sinken und sich die Investition in die Immobilie nicht mehr auszahlt.

    • Das Missverhältnis zw. Angebot und Nachfrage ist nur ein Grund. Ein weiterer Grund ist, das es nach der letzten Finanzkrise billige Kredite gab. Und dieses Geld wurde in Immobilien angelegt, weil vermeintlich sicher.

      Eine Kopplung von Gewerbeflächen/Arbeitsplätzen und Wohnraum halte ich für sinnvoll. Man könnte auch vorschlagen, das Unternehmen in irgendeiner Form an den Baukosten beteiligt werden.

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