Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#144. Alle auf die Straße!

| 29 Kommentare


Wir rufen euch auf, auf die Straße nach Berlin zu kommen; wundern uns über AfD-Nachläufer, lachen über den islamischen Kindergarten; erklären BDS; lesen den Koalitionstracker und visionieren Europa.

Links und Hintergründe

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29 Kommentare

  1. Holgi zur Abschaffung des Solidaritätszuschlags sinng.: nur Symbolpolitik, da spart man dann 50 EUR im Jahr.

    Ich finde, hier lohnt sich eine genauere Betrachtung des Vorhabens, da die höheren Einkommensschichten den Soli weiterhin zahlen, während besonders die mittleren Einkommen (~40k Jahresbrutto) um 300 EUR – 400 EUR pro Jahr entlastet werden sollen.

  2. Hierfür wurde die DSGVO gemacht! Da arbeiten meine Mitgliedsbeiträge mal richtig…. die ersten 8 Mrd. Euro Strafzahlungen sind heute um 00:06 Uhr angefordert worden… https://noyb.eu/?lang=de

  3. Hey-hey! Auf der Wegbässen-Demo wird es laut Reclaim Club Culture ein Wagen für Kinder geben. Zitat: “AN ALLE KINDER (und ihre Eltern) 🤾‍♂️
    Im vorderen Zugteil (an 2. oder 3. Stelle) fährt ein Lautsprecherwagen extra für Kinder – er wird leicht zu erkennen sein!
    Auch wenn die Musik dort leiser ist als bei den anderen Wägen, achtet bitte auf Gehörschutz!”

    (Hoffe mit euch am Sonntag doch feiern zu können!)

  4. Hallo. Super, wie ihr das Gewaltdilemma des Nahostkonflikts auf ein simples Bild herunterbrecht(völlig ironiefrei gemeint).
    Das Schlimme an diesem Zustand ist, die letzten, die Format und Autorität hatten ihre gespaltenen Gesellschaften in Verhandlungen zu vertreten, waren wohl Arafat und Sharon. Dass die Welt uns nicht mit nackertem A… ins Gesicht springt, sobald Europäer, speziell Deutsche, was zu Besetzung und Kolonialismus sagen … nobelpreiswürdig.
    Und wenn mir die Einstellung von jemandem nicht passt, besuche ich seine Konzerte nicht. Oder höre eben nicht deren Podcast.
    Euch höre ich weiter, trotz meines Wohnsitzes.

  5. uff. nachdem es beim aufwachen podcast gerade übel antisemitisch im forum abgeht und der podcast selber auch grenzwertig ist, freuts mich, mal eine differenziertere stimme dazu zu hören. danke für die folge!!

  6. Sanktionen gegen Israel sind schlecht, weil Regierung nichts mit der Bevölkerung zu tun hat, einverstanden. Sanktionen gegen Russland sind gut, weil…? Hmm, just saying.

    • Man muss unterscheiden zwischen Sanktionen um jemanden zu einer Handlung zu bewegen und Sanktionen als ein diplomatisches Mittel.
      Das ist eine eigene Wissenschaft für sich, da abzuwägen, was und wie sanktioniert wird.

      Und Russland und Israel sind zwei verschiedene Hausnummern.
      Auch wenn in Israel manches schiefläuft, es ist ein westlicher demokratischer Staat, der Deutschland nicht in viel nachsteht, was man von Russland jetzt nicht unbedingt behaupten kann…

    • nicht alles was hinkt ist ein Vergleich und wie schon jemand anders sagte, sind Sanktionen und Boycott zwei verschiedene Dinge – auch, was ihre politische Legitimation angeht.

  7. Zur Holgis Kritik an Jan Albrechts “arrogantem” Stil: Ich konnte in der Sendung damit nicht viel anfangen, weil ich die Person und ihren Stil nicht kannte. Ich bin aber gerade auf seinen Text zur DSGVO gestoßen und vor allem die Antwort von Sascha Lobo ist sehr interessant und erklärt vermutlich auch weshalb Jan Albrecht zumindest mal arrogant wirkt: https://www.janalbrecht.eu/2018/05/dsgvo-haeufig-gestellte-fragen-haeufig-verbreitete-mythen/#comment-11

    Zur Schulschwänzer-Polizeiaktion: Da verstehe ich euren Rant bzw. eure Argumentation überhaupt nicht. Natürlich hat die Polizei prinzipiell wichtigeres zu tun, wobei ich vermute der Aufwand hält sich in Grenzen und die Polizei hat theoretisch auch wichtigeres zu tun als zu kontrollieren ob ich ein Warndreieck dabei habe oder mein geklautes Fahrrad zu suchen…

    Vor allem irritierend fand ich aber euer Argument “In der Schule macht man doch eh nichts wichtiges (in der Zeit)”. Zum einen gilt die Schulpflicht und zwar egal ob man aktuell was wichtiges tut oder nicht. Wenn man nur in die Schule müsste, wenn man dort was “wichtiges” tut, dann könnte man vermutlich die Hälfte der Zeit weg bleiben. Abgesehen davon: Wer entscheidet was wichtig ist? Ihr als Eltern? Vielleicht seid ihr dazu sogar in der Lage, aber wenn wir das als Grundprinzip einführen, dann schicken Hinz&Kunz ihre Kinder nicht mehr zur Schule und das schadet vor allem Kindern aus bildungsfernen Schichten. Man kann ja trotzdem sein Kind freistellen lassen, aber dann hat eben die Schule was mitzureden und das völlig zu Recht.

    Abgesehen davon: Wenn man jetzt anfängt allen Kindern 1-2 Wochen vorher frei zu geben, dann kann man schon 3-4 Wochen vor den Ferien nichts “sinnvolles” machen. Vermutlich fangen die Leute dann an ihre Kinder 3-4 Wochen vorher aus der Schule zu nehmen, weil man ja nichts sinnvolles macht. Dann kann man 5-6 Wochen vorher schon nichts sinnvolles machen usw. Was ich damit sagen will: Es gibt gute Gründe weshalb alle in der Klasse zum selben Zeitpunkt frei bekommen und das nicht der Willkür der Eltern unterstellt ist.

    Übrigens: Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere, dann haben wir sehr wohl interessantes und wertvolles gemacht in dieser Zeit. Manchmal sogar spannenderes als den Rest der Schulzeit. Gerade weil der Lehrplan größtenteils durch ist (bzw. die Zeit eh nicht reicht um evtl. Lücken zu schließen). Diesen Freiraum haben viele Lehrer genutzt um abseits der normalen Pfade Wissen zu vermitteln. Wir haben Filme geschaut zu behandelten Themen und so zusätzlich eine künstlerische Auseinandersetzung zum Thema erfahren. Oder sind mit dem Biolehrer die Straße entlang und haben Käfer gesammelt was als Kind tausendmal eindrücklicher war als Frontalunterricht oder in Lehrbüchern lesen.

    Auch das Argument “Billige Flüge” ist ja völlig hanebüchen. Sollen wir jetzt die Schulpflicht auflösen, damit Familien Geld sparen? Ernsthaft? Schätzt ihr den Wert von Bildung als so gering ein, dass er ein paar Hundert Euro Ersparnis im Urlaub wert ist? Geld wichtiger als Bildung? Da hätte ich euch komplett anders eingeschätzt.

    Sorry für den länglichen Rant, aber da hat mich eure Haltung einfach überrascht. Wenn die irgendwie repräsentativ ist, dann wundert mich nicht dass Bayern in der Pisa-Studie so viel besser abschneidet als Berlin…

    • „Wenn die irgendwie repräsentativ ist, dann wundert mich nicht dass Bayern in der Pisa-Studie so viel besser abschneidet als Berlin…“

      Und wo bist Du zur Schule gegangen, dass Du derart dummes Zeug schreibst?

      • In BaWü. Das war natürlich ziemlich überspitzt formuliert, aber es geht von solchen Aktionen sehr wohl eine Symbolwirkung aus und es repräsentiert eine Haltung, die sich nicht nur an den 2-3 Tagen Unterricht/Urlaub zeigt oder bei den betroffenen Schülern/Eltern/Polizisten, sondern in der gesamten Gesellschaft und das ganze Jahr über. Und diese grundsätzliche Haltung zeigt sich auch in aktiver Politik und eben in den Leistungen der Schüler bzw. des Schulsystems.

    • Die Gefahr, dass man damit die Schulpflicht komplett auflöst, sehe ich nicht.
      So lächerlich wie Holgi finde ich das Ganze aber auch nicht. Gut, ich bin auch Lehrerkind und Vater und sehe das daher etwas anders.
      1. ist es grundsätzlich nicht fair, dass einige, die “mutig” genug sind, ihre Kinder krank zu schreiben, Geld bzw. Zeit sparen, die ehrlichen Eltern aber nicht. Da sollten Regeln dann auch für alle gelten.

      2. Kommt die Forderung, das kein Unterricht ausfallen darf (Auch wegen Karneval, Weihnachtsfeiern usw. usf) in erster Linie von den Eltern. Und da fällt das halt auch drunter.

    • Schulpflichtverstöße und Gleichbehandlung
      Vielleicht sollte man als Kontext dieser polizeilichen Initiative berücksichtigen: In Bayern – das ja ironischerweise dem Preußen der guten alten Zeit am ähnlichsten ist – hat man schon seit Jahrzehnten den Schulpflichtverletzungen den Kampf angesagt. Eigens geschulte Schulschwänzerstreifen griffen Jugendliche auf, die vormittags in Kaufhäusern und Internetcafés rumhingen.
      https://rp-online.de/panorama/im-polizeiauto-zur-schule_aid-8445965
      Man kann sich vorstellen, dass die Eltern dieser Kinder auf der sozialen Leiter nicht unbedingt den Klettermaxe rausgekehrt hatten (um eine Formulierung von Max Goldt zu verwenden.)
      Ist es da nicht nur gerecht, auch den besser situierten Familien auf die Finger zu klopfen, wenn diese die Schulpflicht missachten?
      Dass am letzten Tag vor den Ferien regelmäßig nicht mehr so wichtiger Stoff vermittelt wird, kann ja die Schule bei der Entscheidung über einen Befreiungsantrag berücksichtigen. Aber daraus einen Freibrief abzuleiten, dass die Eltern selber über die Freistellung entscheiden, führt dazu, dass bald komplette mehrwöchige Familienurlaube in die Schulzeit gelegt werden – klar: dann ist es noch billiger und in den letzten drei Wochen passiert doch ohnehin nichts mehr Aufregendes…

    • Lieber Venyo,
      der letzte Satz war wohl ein Scherz oder sowas…
      jedenfalls haben wir so viel empörte Antworten bekommen – ich habe sehr große Lust, das gesamte Thema noch einmal anzupacken – kommende Sendung! Dann reden wir mal über sowas wie “den Bildungsbegriff” und auch über ausgebrannte Kinder…

      Liebe Grüße
      Katrin

      • “der letzte Satz war wohl ein Scherz oder sowas…”

        Ja, natürlich war der Satz nicht 100% ernst gemeint, sondern polemisch stark überzeichnet. Immer schade, wenn dann so ein einziger Satz 6 Absätze vorher “überstrahlt”…

        “ich habe sehr große Lust, das gesamte Thema noch einmal anzupacken – kommende Sendung! Dann reden wir mal über sowas wie “den Bildungsbegriff””

        Gerne. Ich fand eure Ausführungen in der Anekdotisch Evident-Sendung zum Thema Studium sehr interessant.

        “auch über ausgebrannte Kinder…”

        Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du das Thema erwähnst, weil es dir wichtig ist und nicht weil du etwa Schulschwänzen bzw. ungenehmigten Urlaub als die Lösung für den völlig übertriebenen und ungesunden Leistungsdruck (teilweise ja auch schon in sehr jungen Jahren) und ein in vielen Bereichen asoziales und dysfunktionales Bildungssystem siehst 😉

        • ich werde das wie gesagt gerne nochmal aufgreifen. aber vorab: Wir haben zB mit der Klassenlehrerin eine Vereinbarung, dass unser Kind sich auch mal eine Auszeit nehmen darf, wenn der Stress überhand nimmt und dass es dafür kein ärztliches Attest oder so braucht. das ist eine sehr reale Lösung für ein sehr reales Problem und ich sehe auch an meinen Kindern, wie krass wichtig die Ferien sind, um mal runter zu kommen. Ich kann alle Eltern, die deswegen schon zwei, drei Tage vor den Ferien ihre Kinder aus der Schule nehmen, daher grundsätzlich erstmal verstehen und sehe das aus der Elternperspektive auch nicht als Drama an. Dass Schulschwänzer ein Problem sind, genauso wie ausfallender Unterricht, steht für mich auf einem komplett anderen Blatt und braucht imho auch andere Lösungen, als Polizisten an Flughäfen anzuweisen, diese Eltern und ihre Kinder davon abzuhalten, in die Erholung zu fliegen. Zumal die, die sich Flüge mit ihren Kindern leisten können (jedes Kind kostet einen vollständigen Platz im Flugzeug!), in der Regel nicht die gleichen sind, deren Kinder chronische Schulschwänzer werden. Ich glaube also, dass man hier ein Symptom von etwas bekämpfen will, das Ausdruck einer gänzlich anderen Fragestellung ist, als worüber du hier sprichst. Aber vermutlich auch, um zu demonstrieren, dass man “etwas tut”. Das heißt aber nicht, dass man damit auch wirklich die erreicht, die man erreichen will (oder wollen sollte).

          • “Wir haben zB mit der Klassenlehrerin eine Vereinbarung, dass unser Kind sich auch mal eine Auszeit nehmen darf, wenn der Stress überhand nimmt und dass es dafür kein ärztliches Attest oder so braucht. das ist eine sehr reale Lösung für ein sehr reales Problem und ich sehe auch an meinen Kindern, wie krass wichtig die Ferien sind, um mal runter zu kommen”

            Falls jemals der Eindruck entstanden ist, dass ich so etwas falsch finde oder kritisiere, dann war das ein Missverständnis und wir haben ziemlich aneinander vorbei geredet.

            Naja, ich widme mich dann mal anderen Themen und freue mich auf die nächste Wochendämmerung 🙂

          • Liebe Katrin,
            auch ich freue mich sehr, wenn Ihr dieses Thema noch einmal aufnehmt. Gerade deshalb würde ich gerne auch meine Sicht der Dinge klarstellen: Du hast Recht: Wenn eine fünfköpfige Familie im Urlaub zu Oma und Opa fliegen will, die in einem anderen Land leben, kann das “Warten auf die Ferien” leicht 1000-2000 Euro kosten und damit eventuell die Schwelle zum “Das können wir uns nicht leisten” übersteigen. In einem solchen Fall kann man eine Schulbefreiung beantragen. Ich kenne aus einer Berliner Schule einen ganz konkreten Fall, der so gelaufen ist. Das finde ich völlig ok. Das ist natürlich kein Schulschwänzen und um solche Fälle ging es auch nicht bei der Aktion der bayerischen Polizei.

            Dein Argument “Zumal die, die sich Flüge mit ihren Kindern leisten können, in der Regel nicht die gleichen sind, deren Kinder chronische Schulschwänzer werden.” finde ich problematisch. Soll die Polizei bei arbeitslosen Eltern, die nicht genug Elan aufbringen, ihre Kinder morgens in die Schule zu schicken, hart durchgreifen und bei Besserverdienenden, die OHNE SCHULBEFREIUNG zwei Tage vor Ferienbeginn in den Urlaub fahren, ein Auge zudrücken, weil deren Kinder ja ohnehin “keine chronische Schulschwänzer werden”? Ich plädiere dafür, sich vorzustellen, wie man das den arbeitslosen Eltern erklärt, die eine saftige Geldbuße wegen Verletzung der Schulpflicht bezahlen müssen und murren, dass es den Staat nicht interessiert, wenn die Reichen ihre Pflichten verletzen.

            Ich hielte es übrigens für schlechte Erziehung, seinem Kind zu vermitteln, dass wenn man reich und gebildet ist, schon einmal eine für alle geltende Regel brechen kann und so richtig verbindlich die Regeln nur für die sozialen Problemfälle sind.

            Schöne Grüße und weiterhin gutes Podcasten
            Tarifkenner

  8. Wundere mich etwas, dass die Ukraine als Teil der MH17 Ermittlungskommission so kritiklos hingenommen wird. Die ist in dieser Sache doch ganz klar befangen und gehörte zu denen die als Täter in Frage kamen.

  9. Ich musste echt herzlich lachen, als ich das mit dem Festival gehört habe, dass boykottiert wird, weil Israel da ein paar-euro-fünfzig gesponsort hat…

    WENN die Leute meinen, Israel zu boykottieren, dann sollen sie es wenigstens konsquent machen.
    Leider müsste man dazu dann auf so “Nischen”-Hersteller wie Intel verzichten, weil da mittlerweile die CPUs fast komplett in Israel entwickelt werden…

    Und naja… Netanjahu ist jetzt sicherlich nicht so der liberalste Politiker vor dem Herrn… Aber ich glaube wir sind uns ja alle einig, dass er gegen Trump noch ein ziemlicher Waisenknabe ist… Von daher wäre dann ja auch die Frage die im Raume steht, ob man Amerika nicht genauso boykottieren müsste… Und dann wird es erst richtig lustig. 🙂

  10. Hallo ihr beiden, bezüglich der DSGVO empfehle ich die “Lage der Nation” nachzuhören. Danach kann ich Katjas Begeisterung für die Verordnung nicht mehr teilen. Im Grunde geht es so weiter wie bisher und das sieht man auch an den vielen Trackern die immer noch aktiv sind, wenn man Seiten von Zeitungen aufruft.
    Leider….

    • hallo,
      ich heiße Kadda 🙂
      und ich habe nicht von Begeisterung gesprochen – aber ich denke schon, dass man die ganze nicht komplett verdammen sollte. Hier tut sich was, auch bei diesen Trackern wird es jetzt schwerer – nur geht eben nicht alles von heute auf morgen. Dass wir überhaupt auf einmal über die Tracker reden, dass Leute sich darüber aufregen, das sehe ich schon als Erfolg. Bis vor kurzem hat doch niemand darüber nachgedacht, außer ein paar netzpolitischen Nerdetten wie mir oder so… und das Projekt, das Ronald weiter oben vorgestellt hat, ist ja auch ein wichtiger Baustein. https://noyb.eu/?lang=de
      also: Ich bleibe vorsichtig optimistisch, dass hier etwas passiert, das notwendig und auf der langen Sicht gut ist. Und wenn da nachgebessert werden muss, ist das nur normal – dann bessern wir eben nach. So geht Politik halt auch!

      Liebe Grüße

    • Hallo Mario,
      und noch ein kleiner Nachtrag, weil ich gerade drüber stolperte und den Text sehr schön fand: Constanze Kurz kommentiert bei netzpolitik.org, dass vieles von dem, was gerade passiert, Kinderkrankheiten sein dürften. Das Blogsterben etwa, oder dass so viele Jugendliche bei twitter rausgeflogen sind (was auch ich als eine Form des Protest seitens twitter ansehen würde, oder eben der Versuch, die eigene Agenda durch starke Meinungsmache durchzusetzen). Besonders schön finde ich Constanzes Passage, in der sie schreibt:

      “In der Welt jenseits von Europa gelten die neuen Regeln überwiegend als progressiv und manchmal vorbildhaft, obgleich die Europäer insgesamt wohl noch etwas Spott ertragen müssen. So beidseitig geifernd wie in Deutschland geht es allerdings nirgendwo anders zu. Womöglich ist das ureigene deutsche Abmahnwesen ein Grund dafür, aber sicher auch die Tatsache, dass Jammern und Barmen irgendwie zur hiesigen Volksseele gehört.”

      oder weiter unten:

      “Wenn wir im Rückblick auf den Cambridge-Analytica-Skandal eines gelernt haben sollten, ist es die Tatsache, dass Datenschutz nicht mehr nur als Schutz der Privatsphäre missverstanden werden sollte, sondern wieder stärker als Schutz vor Diskriminierung und vor verdeckter Manipulation gesehen werden muss. Und da haben wir erst einen kleinen Schluck aus der Pulle genommen. Kann gut sein, dass wir später einmal über die Datenschutzgrundverordnung sagen werden, dass sie geholfen hat, dass wir nicht zum Alkoholiker wurden.”

      Also: Begeisterung ist das nicht, aber ich bin ganz bei Constanze, dass die Grundrichtung einfach stimmt und eigentlich dieser kalte Entzug schon längst überfällig war. Wie gesagt: Wir können gern über Details verhandeln und dran feilen, gerade auch, was die Tracker angeht (btw: warum besuchst du solche Seiten noch?)

  11. Hm. Nur 15 Kommentare und kein einziger davon betrifft euren Aufruf gegen die “Nazis” auf die Strasse zu gehen?
    Oder waren es doch sehr viele, aber ihr musstet sie entfernen?
    Wäre sicherlich ganz interessant für die Hörerschaft euer Wissen mit uns zu teilen.
    Danke & Grüsse aus München

    • Lieber Steffen,
      nein, hier werden keine flüchtlingsfeindlichen Kommentare freigeschaltet. Auch implizites “seid ihr dumm?” kann gehen. Wer eine Gegendemo als Demo “Gegen Meinungsfreiheit und Demokratie” bezeichnet, also bewusst verdreht, was hier passiert, braucht auch nicht weiterreden und wer sich dann – nach nichtfreischalten – als “Mohammed soundso” in den Kommentaren einbringen will (durch seine Verächtlichkeit und seinen Zynismus aber ganz gut offenbart, wer er eigentlich ist), braucht sich auch nicht wundern. Auch jeder Kommentar, der sich dann nur beschwert, wie hier “Zensur” betrieben wird, oder man keine “anderen Meinungen” ertrage, kann gehen.
      Steffen, du bist in der ganzen Zeit, seit die Wochendämmerung hier in freier Wildbahn und in diesem Blog kommentiert werden kann, der erste, der nicht mehr freigeschaltet wird. Und sogar dir haben wir am Anfang hier Platz eingeräumt, obwohl deine Tendenzen von Anfang an für uns sichtbar waren. Aber eben WEIL wir lieber reden und streiten wollen.
      Ich fasse also zusammen: Rechte Parolen kannst du woanders verbreiten, dafür ist uns unser Blog zu schade und wir werden unsere Kommentarpolitik in dieser Hinsicht auch kein weiteres Mal diskutieren.

      Sonnige Grüße aus Berlin,
      Katrin

  12. Ich habe euren Podcast nach der Demo in Berlin gehört und unsere Tageszeitung Hessisch-Niedersächsische-Allgemeine HNA auch verspätet in die Hände genommen. Da ging es eben um jene Aktionen in Berlin die sich gegen die Demo der AfD richteten. Ich dachte mir toll dass so viele gekommen sind. Dann laß ich den dazu gehörenden Kommentar, der damit beginnt, dass diese Gegendemo genau das sei was die Afd bezweckt habe. Aufmerksamkeit und Aktivismus der Linken (Überschrift “Demo für die Reflexe).
    …”Es ging der AfD nicht um irgend eine Sache die sie nicht im Parlament vertreten könnten. Es ging ihr darum die Konfrontation auf die Straße zu tragen. …zu unschönen Szenen komme und sie sich als Märtyrer aufspielen können”
    Das machte mich wiederum nachdenklich – beachten wir die AfD vielleicht zu viel und unterstützen damit etwas was wir nicht wollen.

    Ansonsten Danke für Eure Arbeit. Ich finde es toll andere Ansichten auf das Weltgeschehen zu hören.

  13. Die kontroverse Diskussion um die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) finde ich interessant. Was aber aktuell diskutiert wird ist schon seit mehreren Jahrzehnten Gesetz. Immerhin bringt die DSGVO eine Auseinandersetzung mit dem Persönlichkeitsrecht.
    Zu Jan Albrecht muss ich sagen, dass er das Projekt mit auf den Weg gebracht hat. Das bedeutet nicht, dass er sich das ausgedacht hat. Sein Erfolg ist es aber, dass es diesen Kompromiss gibt. Darüber gibt es eine sehr gute Dokumentation “DEMOCRACY – Im Rausch der Daten” http://www.democracy-film.de
    Der Film ist echt sehenswert. Mich Begeisterung der Film wahrscheinlich deshalb, weil ich mich beruflich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema befasse und mich sehr oft in der selben Situation befinde wie das Team um Jan Albrecht.

    Meine Meinung hierzu findet ihr im Sendegate: https://sendegate.de/t/dsgvo-don-t-panik/7261/3

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