Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#141. Die, in der Holger übervorbereitet war

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In dieser Woche: Wir berichten vom Schicksal der Taubeneltern, freuen wir uns über den Frieden auf der koreanischen Halbinsel, über den neuen US-Außenminister nicht so sehr, machen den “Wie negativ siehst du die Welt”-Test, zeigen den Effekt der Panama Papers in Deutschland, betrauern Daphne Caruana Galizia, deren Tod aber nicht das Ende ihrer Recherchen bedeutet; Wir hören auf, Fisch zu essen (kann mal jemand das mit der Makrele und dem Hering nachschauen?), staunen über die Mietkosten und die untätige Politik, entlarven die “für die Familien”-Quacksalber, träumen von einer Critical Mass der ungehorsamen Schüler_innen, lachen über Söder und freuen uns über das National Memorial for Peace and Justice in Alabama.

Links und Hintergründe:

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18 Kommentare

  1. Welchen Fisch kann man essen?

    Von Greenpeace gibt es dazu eine App:
    https://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei/einkaufsratgeber-fisch

  2. Als kleine Handreichung: 20 Grafiken für alle, die glauben, dass die Welt immer schlechter wird (vom 18. Januar 2017)

    Gewalt, Krieg und Terror sind in den (sozialen) Medien allgegenwärtig. Doch der Eindruck täuscht. Wir leben heute in der besten Epoche, seit unsere Spezies existiert. Eine Übersicht in 20 leicht verständlichen Grafiken.

    https://www.watson.ch/Wissen/History/754590137-20-Grafiken-fuer-alle–die-glauben–dass-die-Welt-immer-schlechter-wird

  3. Zum Thema Mieten

    Für mich gilt: Man gewöhnt sich daran. Oder, vielleicht besser, man aktzeptiert die hohe Miete und hört auf, sich darüber zu ärgern. Ich und meine Frau wohnen in Hamburg, sehr zentral und noch dazu in sehr guter Lage. Die Wohnung haben wir vor neun Jahren gemietet, 75qm für aktuell 1040€ warm (ohne Strom). Das sind in etwa bei 14€ pro qm. Das ist soweit ok. Wir verdienen gut und sind (noch) nicht bei 30% unseres Einkommens, das wir für die Miete ausgeben.

    Noch, weil unser Mietvertrag eine Index-Klausel enthält. Die sorgt dafür, dass die Miete jährlich steigt – eine Praxis die zumindest in Hamburg absoluter Usus ist. Das Haus ist recht alt, die Wohnung lange nicht mehr renoviert und nicht optimal geschnitten. Natürlich würde wir gern mal in einer andere Wohnung wohnen. Vielleicht in einem anderen Stadtteil, größere Räume, moderner Schnitt, etc. Nur ist Umziehen überhaupt keine Option. Für eine Wohnung der Größe würden wir, mieteten wir heute, ohne weiteres 500€ bis 700€ mehr zahlen.

    Es ist nicht auszudenken wären wir eine drei- oder vierköpfige Familie. Wir haben uns bisher nicht weiter umgeschaut aber die Gerüchte sagen, es gäbe in den inneren Stadtteilen von Hamburg keine vier oder fünf Zimmer Wohnungen. Natürlich wird es sie geben, verinzelend und mit ziemlicher Sicherheit jenseits der 2.000€ warm. Über eine Kauf müssen wir wohl nicht reden, 60qm für 350.000 bis 400.000 Euro sind bei Neubauten normale Verhältnisse.

    Für mich stellt sich vor allem die Frage wie wichtig mir Wohnen ist. Bzw. wie teuer es werden darf. Ein paar Jahre habe ich noch doch, dann hat unsere Wohnung, durch die Indexmiete, einen Preis den ich aktuell nicht bereit wäre zu bezahlen. Und dann? Werde ich Hamburg verlassen. Nicht in die Außenbezirke. Ich gehe aufs Land in der Hoffnung einen Job zu finden, in dem ich unabhängig von meinen Wohnort arbeiten kann und der trotzdem dem entspricht, wie ich gern arbeiten möchte.

  4. The National Memorial for Peace and Justice

    Die NYT hat auch einen Artikel dazu:
    https://www.nytimes.com/2018/04/25/us/lynching-memorial-alabama.html

    Zum Thema Mieten:

    Ich denke, zum Vergleichen sollte man sich ansehen, wie viel Prozent des Lohns dafür verwendet wird. So sind evtl. 15€ pro qm in Berlin teuer, in München dagegen billig. Gilt natürlich nur für die, die über ihren Lohn frei verhandeln.
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-so-viel-vom-einkommen-geht-fuer-miete-drauf-a-1167391.html

  5. Man könnte doch einfach ein gemeinnütziges Unternehmen gründen mit arbeitslosen Fachkräften, um die Schulen zu renovieren. Somit hätte man einen Grund die Arbeitslosen vernünftig zu bezahlen und weniger Arbeitslosen in der Statistik

    • Nein, weil das Kartell- und Europarecht staatliche Stellen dazu anhält Aufgaben die nicht der Grundversorgung (Wasser, Abwasser, Müll) zugeordnet werden können, an die freie Wirtschaft zu vergeben.

      • Hallo, das ist mir schon klar. Aber genau darin sehe ich den Fehler, vlt. sollte nicht alles auf gewinn ausgerichtet sein sondern mehr auf den Menschen

    • Ganz ernsthafte Frage: Kennst du im Bekanntenkreis einen arbeitslosen Handwerker? Ich nicht…. Der Fachkräftemangel ist sehr real, wenn natürlich auch regional unterschiedlich.
      Zur Frage der Ausschreibung: Auf viele Ausschreibungen bekommt man gar keine Antwort mehr, also nicht mal überteuerte… Füher gaben einige Firmen noch Angebote ab, mit reichlich Aufschlag, weil man den Auftrag eigentlich gar nicht haben wollte, heute macht man sich noch nicht einmal mehr die Arbeit. Und ob man bei der nächsten Ausschreibung noch gefragt wird, ist auch egal.
      In unserer Wohnungsgenossenschaft beträgt die Durchschnittsmiete übrigens 4,65 €/qm kalt. Auf dem Land, natürlich.

  6. Anlässlich der MSC-Diskussion ein kurzer Denkanstoß zur Bewertung von irgendwelchen isolierten Beobachtungen:

    Die Betrachtung eines einzelnen Sachverhalts ist unheimlich schwer und oft sinnlos. Und nur weil keine sinnvolle Vergleichsgröße finde, ist es falsch, den Status Quo am “erhofften” Szenario zu messen.

    Die getroffene Aussage der Untersuchung lautet paraphrasiert: “Seit der Einführung des MSC-Siegels hat sich der Grad der Überfischung zwar lokal verschoben, aber im globalen Rahmen nicht wesentlich verändert.”

    Die von Holgi gemachte Deutung etwa: “Da sich im Großen und Ganzen nichts verändert hat, hat auch das MSC-Siegel nichts bewirken können.”

    Nun eine Frage zum verdeutlichen des Problems: “Wie hätte sich die Überfischung eigentlich entwickelt, wenn man das MSC-Siegel *nicht* eingeführt hätte?”

    Solange diese Frage nicht mit “schlechter”, “genauso” oder sogar “besser” beantwortet werden kann, halte ich es für populistisch, wenigstens aber unzulässig zu folgern, dieses Siegel hätte *einen* oder *keinen* Effekt gehabt”.

    Jeder kann nun mal für sich mutmaßen, wie es den Fischbeständen ginge, wenn nicht seit 20 Jahren per MSC und ähnlicher Kampagnen versucht würde, etwas gegen die Überfischung zu tun.
    Mir fehlt die Kompetenz, dies sinnvoll zu beantworten. Und da es mir hier mehr um die Argumentationsstruktur geht, bleibe ich die Recherche, ob es wissenschaftliche Überlegungen zu dieser Frage gibt, auch schuldig.

    Ohne Holgi Populismus oder bewusste Irreführung zu unterstellen -ich bin überzeugt es ist hier eher die emotionale Reaktion: “Schade, es ist nicht besser geworden!”- ist dieser “Trick” oder neutraler gesagt Argumentationsfehler doch ein sehr oft zu beobachtendes Phänomen in der Argumentationskette von Scharlatanen oder Populisten, auf die man leider doch immer mal wieder hereinzufallen droht.

  7. #mieten

    Puh, ganz schön schockierend, was man hier so liest. Mal eine eher gute Nachricht zwischenrein: 50m2 für 380 Euro kalt in einer kleinen Stadt recht nah bei Heidelberg. Nicht die Traumwohnung, aber wohl trotzdem Glück gehabt vermute ich

  8. Dass die Jungen immer spießiger werden ist doch logisch.
    Ihrwolltet keine Spießer sein, weil eure Eltern Spießer waren, die jungen sind spießig weil ihre Eltern es nicht sind.

    • Verstehe auch nie wie intelligente Leute das nicht nachvollziehen können. Im Podcast meinte jemand “Wir müssen den Kindern zivilen Ungehorsam beibringen” oder sowas in die Richtung. Aber ist doch klar, dass für Jugendliche die Rebellion gegen die Eltern viel wichtiger ist als Rebellion gegen den Staat. Und wenn die Eltern gegen den Staat sind, dann ist man als Kind natürlich dafür!

      • Genau, und Jaaaahre später merkt man, dass die Eltern zu großen teilen doch richtig lagen.
        Ganz schlimm bei der Erziehung, wenn man dann plötzlich denkt: “Verdammt, den Spruch, den ich gerade rausgelassen habe, den habe ich doch schon bei meinem Vater gehasst,”
        🙂

        • Ich würde die Spießigkeit vieler Jüngerer hat nicht so sehr auf eine Rebellion gegen die rebellischen Eltern. Wer gegen Eltern rebellieren lernt, wird auch anderswo eher rebellieren.
          Das “Problem” ist nur: wogegen soll man bei Eltern rebellieren, die moralisch richtige Entscheidungen getroffen haben, die einen in der Erziehung ernst genommen und mit den Kindern vernünftig diskutiert haben, anstatt eine Basta-kultur zu vorzuleben?

          Aber wahrscheinlich bin sich ich auf dem Holzweg. Zumindest könnte ich mich selbst und meine Geschwister als Gegenbeispiele anführen. Rebellion wurde bei uns gefördert (es gibt ein Foto, wie wir gegen Mittagsschlaf demonstrieren, inkl. Transpi) und das ist heute Bestandteil unseres Charakters.
          Das größere Problem dürfte die auf Effizienz ausgerichtete Wirtschaftswelt sein, an die sich das Bildungssystem angepasst hat. Siehe g8-abi und Bologna.

  9. Holgi, als langjähriger Hörer deiner Podcasts ist mir noch im Gedächtnis, das du zwei Eigentumswohnungen besitzt, wovon eine sicherlich vermietet wird. Wieviel muss denn dein/e Mieter/in zahlen?

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