Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#130. Dietmar Gabriel und Kim Jong Bumm im Pentagong

| 24 Kommentare


In dieser Woche haben wir Koalitionsverträge gelesen, wollen aber eigentlich lieber nicht drüber reden, tun es aber doch, vor allem über das Baukindergeld und die Zukunft der SPD. Außerdem gibt es Neuigkeiten aus Venezuela und sowohl Duterte, als auch Donald haben sich wieder in die Sendung gemogelt! Katrin hat außerdem das im März erscheinende Buch von Anatol Stefanowitsch gelesen, in dem es um Politische Korrektheit und die Moral in der Sprache geht. Die Wissenschaft untersucht das Gender Pay Gap bei Uber und den sogenannten “Cheddar-Man”, der vor 10.000 lebte und als “erster Brite gilt”. Achja: Einen Nachschlag zur Thomas-Fischer-Diskussion, die ihr in den Kommentaren noch weiter geführt hattet, gibt’s auch (SPOILER: Einig werden wir uns aber nicht).

All Hail to Lars P. Krause, der uns ein neues Outfit kreiert hat! <3 

Links und Hintergründe

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24 Kommentare

  1. Ich finde bei “politisch korrekter Sprache” können auch Probleme entstehen ohne dass der Gesetzgeber irgendetwas verbietet oder tatsächlich “Zensur” geübt wird. Alleine dadurch schon, dass gewisse Dinge aus dem öffentlichen Diskurs herausgehalten werden (können), ändert sich ja schon etwas.

    Wenn ich eine Aussage wie “Flüchtlinge sind häufiger kriminell als der Deutsche” als Rassismus und als nicht politisch korrekt abtue, dann erspare ich mir die Auseinandersetzung damit. Vielleicht würde in dieser Auseinandersetzung z.B. rauskommen, dass diese Aussage faktisch falsch ist. Oder dass sie zwar korrekt ist, aber die Gründe dafür an anderer Stelle liegen, z.B. an den unwürdigen Zuständen in den Unterkünften (ich würde auch Leute verprügeln oder Drogen nehmen, wenn ich Monatelang in einer Turnhalle leben müsste).

    Natürlich geht es den Leuten, die “Zensur!” oder “Das wird man noch sagen dürfen!” rufen, in 99,99% der Fälle eben nicht um eine sachliche Debatte und durch Dinge wie Paprikaschnitzel wird jetzt auch nicht die öffentliche Debatte beschnitten, aber ich glaube so komplett kann man diese Kritik abschmettern.

  2. Holger Analyse zum Baukindergeld fand ich sehr erhellend und überzeugend. Danke dafür.

    Ich hab noch einen Punkt warum es das Problem nicht lösen wird.

    Die Städte sind diejenigen die darüber entscheiden ob und was gebaut werden darf. Arbeitsplätze bringen ihnen über die Gewerbesteuer die höchsten Einnahmen. Bürger bringen im besten Fall (hohes Einkommen) viel weniger Einnahmen und im schlechtesten Fall (niedriges Einkommen und gar keins) verursachen sie hohe Kosten. Durch finanzielle Unterstützung die die Städte für sie leisten müssen. Von den Infrastrukturkosten wie Schulen etc. garnicht zu sprechen.
    Jede Stadt will also viele Arbeitsplätze haben, es ist ihr aber sehr recht wenn die Arbeitnehmer außerhalb der Stadtgrenzen wohnen.
    Beispiel Düsseldorf. Viele Menschen, besonders mit niedrigeren Einkommen, pendeln aus den umliegenden ärmeren Städten nach Düsseldorf um dort zu arbeiten. Düsseldorf selber weist aber hauptsächlich Bauflächen für einkommenstarkes Klientel aus. Obwohl es durch den Wandel der Industrie zu genüge innerstädtische Bauflächen gibt. Die umliegenden Städte haben aber auch kein Interesse noch mehr arme Bevölkerung zu bekommen. Die weisen höchstens ein paar Bauflächen für Einfamilienhäuser aus.
    Es gibt also keine Stadt die Wohnraum für einkommensschwache Bevölkerung schaffen will, die belastet nur ihre Haushalte.

    Wenn man etwas ändern wollte, müßte man erst dieses Problem lösen. Das wird aber für den Bund sehr teuer und dadurch ein großer Machtverlust.

    So werden die Wohnungspreise in den attraktiven Städten weiter steigen und das Baukindergeld beschleunigt den Anstieg noch zusätzlich.

    • Volle Zustimmung. Ich habe mir das mal für den Großraum München vorgestellt. Wenn man dort nicht ohnehin genug Geld zum Erwerb hat, helfen die (mal exemplarisch für drei Kinder gerechnet) 4.500 Euro pro Jahr auch nicht weiter.

      In der aktuellen Folge des Podcasts “Lage der Nation” findet man zu diesem Thema auch ein Interview mit Andrej Holm, welches sehr hörenswert ist.

  3. Zum Thema “Die Basis sollte dem Koalitionsvertrag zustimmen, besser wird es nicht”:

    Ich stimme Holgi zu bei dem Punkt, dass die SPD relativ viel durchbekommen hat (auch wenn es für mich mehr nach guten Posten als nach guten Themen aussieht).

    Aber: Ich glaube auch, dass eine Erneuerung, insbesondere Personell, erst starten und funktionieren kann, wenn die jetzige tonangebende Spitze vom Hof gejagt wurde und das wird nicht passieren, wenn die GroKo doch wieder klappt.

    Der GroKo zuzustimmen mag das beste für die nächsten 4 Jahre sein, langfristig verzögert es aber eine Erneuerung und treibt gute, junge Leute frustriert aus der Partei. Daher bin ich (als langjähriger SPD Wähler) gegen die GroKo, da ich befürchte, dass sonst der Niedergang dieser Partei nicht gestoppt werden kann – und langfristig brauchen wir eine starke sozialdemokratische Partei im Land.

  4. Berlin liegt 94 km westlich von Kostrzyn (direkt hinter der polnischen Grenze) entfernt – bleiben wir dann wenigstens Hauptstadt?!? :-p

  5. Ich dachte, dass jeder von Spotify irgendwie Geld bekommen müsste, dessen seine Inhalte da abrufbar sind.
    Dieser Gedanke kam dadurch, dass ich zu Spotify durch den “Fest & Flauschig”-Podcast von Jan Böhmermann und Olli Schulz gekommen bin, den es irgendwie nur da gibt, glaub ich, und deren Podcast ja auf jeden Fall von Spotify finanziert wird.

    Jetzt wo ich bewusster geschaut habe, erkenne ich den Unterschied. Die Podcasts von Spotify haben oben links noch so ein halb-durchsichtiges Spotify-Logo. Ihr, Jung&Naiv und z. B. der Aufwachen-Podcast habt dieses Symbol nicht. Das ist wohl ein Zeichen an mich, dass ihr von Spotify kein Geld seht. Schade.

  6. Stimme Markus bezüglich der SPD zu und möchte noch ergänzen: Die SPD hat in den letzten Monaten und vor allem Wochen viel zu viel rumgeeiert. Definitiv keine Groko, immer noch keine Groko, okay, doch Groko. Schulz will definitiv kein Minister sein, na gut, Außenminister, okay, doch nicht. Posten werden nach der SPD-Abstimmung beraten, aber hier doch schon mal die Liste. Sonderparteitag schickt nach Sondierungen die Leute zum harten Nachverhandeln bestimmter Themen, die dann exakt null besprochen werden. Und das sind nur die Dinge, die mir gerade einfallen.

    Das alles schüttet Wasser auf die AfD-Mühlen. Etablierter Systempartei geht es nur um Posten und Macht, nicht um das Land. Daran können die sich jetzt vier Jahre abarbeiten, während niemand etwas für die Zukunft der jetzigen Enkelgeneration unternehmen wird. Glaubwürdig kann sich die SPD so nicht erneuern, während jahrelang die Ränder stärker werden. Überlegt mal, wo die AfD vor vier Jahren stand. Diese Legislatur wird langweilig. Aber die darauf hässlich. Zumindest, wenn wir Gutmenschen bis dahin keine linke Alternative gesellschaftsfähig machen, die dann auch mit einer 12%-SPD noch funktioniert.

    Ansonsten: Ich könnte mir vorstellen, dass dir, Holger, neben Freakonomics auch noch „Hidden Brain“ gefallen würde. Wissenschaftliche Aufarbeitung von Themen aus Psychologie und Alltag. 🙂

    Und zum Schluss: Auch ihr sprecht über die Lohnlücke leider sehr oberflächlich. Es wird immer der Anschein erweckt, als würde die Kollegin, die gleichzeitig mit mir im gleichen Job anfängt, einfach wegen ihrer Brüste mal 6, mal 7, mal 20 Prozent weniger verdienen. Der Großteil des Unterschieds ist aber auf Berufswahl und Arbeitsstunden zurückzuführen. Darüber kann man auch diskutieren, das ist dann aber eben auch ‘ne andere Diskussion. Und solange wir nicht 50% Teilzeitväter und Erzieher und dafür 50% Daxvorstandsdamen und Industriereinigerinnen haben, macht der Vergleich halt auch nur auf dieser Ebene Sinn.

    Ich will das jetzt gar nicht weiter groß ausbreiten, nur noch so viel: Im gleichen Job bei der gleichen Firma mit gleicher Arbeitszeit und gleicher Berufserfahrung verdienen Frauen, je nach Untersuchung, ca. 0-2% weniger. Den größten Anteil am verbleibenden Unterschied dürften hierbei Faktoren machen, die sich schlecht bis gar nicht mehr wissenschaftlich messen lassen: Selbstdarstellung, Einschleimen beim Chef, Gehaltsverhandlungsgeschick und so weiter. 🙂

    • Sven, zu deinem letzten Punkt: es macht überhaupt nicht nur auf dieser Ebene Sinn!
      damit lässt man alles weg, was dringend diskutiert werden muss:
      – warum machen Frauen so viel mehr unbezahlte Arbeit, als Männer
      – warum ist Familie und Kinderkriegen noch so sehr „Frauensache“, obwohl Väter ja auch die Entscheidung für ein Kind getroffen haben?
      – warum gilt der Arbeitswelt nur die Vollzeitarbeit als vollwertig und wird Teilzeit pro Stunde so viel schlechter bezahlt, so viel weniger in Weiterbildungen geschickt usw…
      – was ist mit der Bezahlung von Pflegeberufen? falsche Berufswahl? okay, aber wer soll denn deine Eltern im Alter windeln und füttern? deine Frau? – sorry für den Zynismus. aber alle Berufe, in denen Frauen arbeiten, sind gesellschaftlich abgewertet, was sich im Lohn zeigt
      – ich könnte sehr viel länger so weitermachen, aber wenn du Freakonomics schätzt, dann hör doch einfach mal in die entsprechende Folge rein. da waren selbst für mich noch überraschungen drin

      jedenfalls sollte man sich nicht einreden lassen, es müsste ja bloß über die 0-2% gesprochen werden. DAS ist oberflächlich.

      schönen Sonntag noch
      Katrin

      • > jedenfalls sollte man sich nicht einreden lassen, es müsste ja bloß über die 0-2% gesprochen werden. DAS ist oberflächlich.

        Okay, dann muss ich wohl nochmal ausholen, denn genau darum ging’s mir auch. 🙂 Das Problem ist aber aus meiner Sicht, dass die verschiedenen Prozentzahlen eben nur auf dieses (im Vergleich vernachlässigbare) Problem gemünzt dargestellt werden. Mal heißt es „gleicher Lohnt für gleiche Arbeit“, mal „Frauen arbeiten bis heute umsonst“, mal schreiben die Gewerkschaften, dass sie für die geschlechtergerechte Lohnangleichung ihrer Beschäftigen kämpfen usw.

        Auch hier im Podcast hieß es glaub ich sinngemäß „wie groß genau die Lohnlücke ist, kann man nicht sagen, da keine diskriminierungsfreien Arbeitsumgebungen existieren“. Ich spreche keinem von euch (gerade dir) nicht ab, das Thema besser zu verstehen, sondern bemängele lediglich, dass es auch hier beim naiven Zuhörer eher nach „die bösen Chefs zahlen den Frauen in derselben Position einfach weniger“ klingt.

        Die Freakonomics-Folge dazu ist mittlerweile schon wieder ziemlich genau zwei Jahre alt und auch diese beginnt erstmal damit, klarzustellen, dass es nicht um diese Art der Lohndiskriminierung geht. Auch der Titel („The True Story of the Gender Pay Gap“) weist in diese Richtung. Mit den Schilderungen der ersten paar Minuten geh ich daher mal davon aus, dass der amerikanische Diskurs ebenso verkürzt verläuft. Viel weiterentwickelt hat sich da zumindest bei uns seitdem auch nichts.

        Aus meiner Sicht führt das dazu, dass die Problematik als reine Arbeitgeber-Gehaltsdiskriminierung wahrgenommen wird. Dann gibt es mal ein Groko-Gesetz, dass Frauen mal beim Chef nachfragen dürfen, was Männer in vergleichbarer Position verdienen. Schadet jetzt zwar nichts, hilft aber nicht dagegen, dass die größten Unterschiede eben woanders bestehen.

        Einige der Punkte hast du ja schon angesprochen und auch richtig darauf verwiesen, dass da noch viele mehr dranhängen. Aber über diese Punkte findet (außerhalb der feministischen Blase) meines Erachtens kaum Diskurs statt, insbesondere aus gestalterischer Sicht. Die Arbeitgeberdiskriminierung dürfte wahrscheinlich bei den Einstellungen viel schwerwiegender als beim Gehalt sein – zumindest bei jüngeren(tm) Frauen. Außer der Abschaffung von sachgrundloser Befristung hab ich hier in den letzten Jahren aber auch kaum Vorschläge gelesen, wie man da aus politischer Sicht gegensteuern kann. Weil der Wahrnehmungsfokus woanders liegt und meines Erachtens wenige Personen, die das Thema mal anreißen, dieses Gefühl auch vermitteln. 🙂

        • okay, sorry – dann habe ich dich komplett falsch verstanden!

          ja, das diese ganzen Dinge nicht im Diskurs stattfinden, finde ich auch schade, vor allem aber fand ich dieses Uber-Beispiel jetzt da nicht gerade hilfreich. es gibt ja durchaus Zahlenmaterial, zB beim Statistischen Bundesamt, mit dem man auch ein paar Dinge mal erklären könnte https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/EinkommenKonsumLebensbedingungen/Zeitverwendung/Zeitverwendung.html
          Zeitverwendung ist da ein großes Thema.
          nur: es sollte eigentlich eine zweite Zeitbudget-Studie geben (die letzte war von 2012/2013) und das fand leider nie statt. Warum eigentlich nicht?
          die Freakonomics-Folge war aber schon sehr gut, da waren eigentlich die wichtigsten Sachen drin – ich kopiere mal:

          “Some of the best studies that we have of the gender pay gap, following individuals longitudinally, show that when they show up right out of college, or out of law school, or after they get their M.B.A. — all the studies that we have indicate that wages are pretty similar then. So if men were better bargainers, they would have been better right then. And it doesn’t look as if they’re better bargainers to a degree that shows up as a very large number. But further down the pike in their lives, by 10-15 years out, we see very large differences in their pay. But we also see large differences in where they are, in their job titles, and a lot of that occurs a year or two after a kid is born, and it occurs for women and not for men. If anything, men tend to work somewhat harder. And I know that there are many who have done many experiments on the fact that women don’t necessarily like competition as much as men do — they value temporal flexibility, men value income growth — that there are various differences.”

          und sie haben Anne-Marie Slaughter in der Sendung, die sagt:

          “If you take women who don’t have caregiving obligations, they’re almost equal with men. It’s somewhere in the 95 percent range. But when women then have children, or again are caring for their own parents or other sick family members who need care, then they need to work differently. They need to work flexibly, and often go part-time. They often get less-good assignments because their bosses think that they’re not going to want work that allows them to travel, or they’re not going to be able to stay up all night, or whatever it is. And so then you start — if you’re working part-time, you don’t get the same raises. And if you’re working flexibly your boss very typically thinks that you’re not that committed to your career, so you don’t get promoted.”

          und dass es vor allem um das ach so große “Arbeitsethos” geht, das Frauen dann eben vermissen lassen, wenn sie sich um Familie kümmern, was Männer aber nicht vermissen lassen, oder eben sehr viel seltener, wenn sie sich eigentlich auch um Familie kümmern müssten…

          “By and large, it appears that there’s just a very high cost of temporal flexibility in certain occupations. And part of this is that people don’t have good substitutes for themselves in certain cases. So, you are doing a merger in an acquisition, you’re a lawyer, you are a consultant — whatever it is — the client might say, “I want you there. I want you there all the time. I want to call you at 2 in the morning. I want you to be there on Sunday, on holidays. I want you to go to Japan whenever I say that you should.” Well, that’s a tremendous demand. So an individual who values their family time would say, “I’m not doing that.” “

          und so weiter. also nix gegen diese Feakonomix-Sendung, sie ist gut. 🙂

      • Hier mal meine Wahrnehmung:
        “– warum ist Familie und Kinderkriegen noch so sehr „Frauensache“, obwohl Väter ja auch die Entscheidung für ein Kind getroffen haben?”
        Kinderkriegen geht bei Männern noch nicht. Meine Frau wollte es so. Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass viele Frauen das lieber selbst machen wollen, weil sie den Männern nicht die Kompetenz zutrauen.
        Ich habe einige Bekannte in meinem Umfeld, in denen die Frauen genau das Klischee bedienen. SIe sind tatsächlich glücklich in Ihrer Rolle. Und diese Frauen werden auch geschätzt und respektiert für Ihre Arbeit.
        In meiner Familie ist es so, dass ich tatsächlich zu Hause geblieben wäre, aaaber, ich bin selbständig, ein Wiedereinstieg wäre mit erheblichen Verlusten und Schwierigkeiten verbunden gewesen, unter anderem, weil ich meine Renten- und Krankenversicherungen in der Zeit komplett selbst hätte tragen müssen.
        Das soll aber keine Ausrede sein. Nachdem meine Frau wieder arbeiten ging, habe ich auch so weit möglich freie Nachmittage eingelegt um mit den Kindern zusammen zu sein.
        Wir teilen uns die Hausarbeit gut auf.
        “– warum gilt der Arbeitswelt nur die Vollzeitarbeit als vollwertig und wird Teilzeit pro Stunde so viel schlechter bezahlt, so viel weniger in Weiterbildungen geschickt usw…”
        Das kann ich nicht bestätigen. Meine Frau hatte keine Probleme mit der Teilzeit, wird genau so bezahlt wie vorher, macht Weiterbildungen und erhält die gleichen Bonifikationen wie ihre Kollegen.
        Auch Beförderungen sind kein Problem.
        Liegt vielleicht daran, dass sie in einem relativ “jungen, fortschrittlichen” Unternehmen arbeitet –> beim größten deutschen Softwarehersteller.
        “– was ist mit der Bezahlung von Pflegeberufen? falsche Berufswahl? okay, aber wer soll denn deine Eltern im Alter windeln und füttern? deine Frau?”
        Das kann ich nicht so eindeutig beantworten. Die meisten Menschen wollen einfach die “gerechten” Löhne nicht bezahlen. Und so lange es Nachschub an billigen Pflegekräften gibt, die “ausreichende Qualität” liefern, wird sich daran nicht viel ändern.
        Wer meine Eltern mal pflegt, weiß ich noch nicht. Meine Frau will es nicht, ich will es auch nicht. Wie es dann im Ernstfall aussieht weiß ich noch nicht. Wir sind in der komfortablen Funktion, dass sowohl meine Eltern als auch die Eltern meiner Frau finanziell für den Fall vorgesorgt haben.
        Klar, meine Situation und Eindrücke sind nicht allgemeingültig, aber so wenig wie ich die verallgemeinere, glaube ich nicht, dass alle oder die meisten der Frauen, die zu Hause bleiben mit diesem Zustand unglücklich sind oder sich ungerecht behandelt fühlen.

  7. Zu Spotify:
    ich dachte ihr kriegt da geld für, wenn ich das über spotifa höre… ich bezahle Spotify doch dafür das ich das hören kann.

  8. Es würde eine SOOOOO einfache Möglichkeit geben, Leute die ein Eigenheimerwerb planen massiv zu entlasten, ohne dass es den Staat auch nur einen Cent kostet: Einfach das Bestellerprinzip für Makler auch beim ImmobilienKAUF einführen.

    Ich selber könnte mir eine Wohnung vom Einkommen her gut leisten, hab auch die letzten Jahre etwas Eigenkapital angespart. Das reicht aber nur für die Nebenkosten. Aber es kommen ja noch mehrere Zig-Tausend Kosten für den Makler dazu, die das Unterfangen unmöglich machen
    Ein Makler…
    …der für den Verkäufer arbeitet und seine Interessen vertritt
    …von dem ich keinerlei Vorteil habe
    …der hier in der Gegend (Rhein/Main) vollkommen überflüssig ist
    …den ich aber bezahlen muss

    Und einem Verkäufer der eine Zweizimmer-Wohnung in Frankfurt für eine halbe Million verkauft, dem würden die paar Prozent Maklerkosten nicht wehtun (und wenn doch, dann ist er dazu nicht gezwungen), für Käufer ohne Eigenkapital, ist das aber oft

    Ich verstehe nicht, wie man da auf so seltsame Kontruktionen wie im Koalitionsvertrag kommt. Was nutzt eine jährliche Zahlung, welche es einem erleichtert, den Kredit abzuzahlen, wenn man garnicht erst einen Kredit bekommt. Das ist das gleiche mit den niedrigen Zinsen… Die können noch so günstig sein, wenn einem das nötige Eigenkapital fehlt.

  9. @Holgi: Hast du letzten Sonntag in “auto mobil” den Bericht über den Berliner Gebrauchtwagenhändler gesehen, der ausschließlich mit alten Mercedes handelt. Da könnte sich ein Besuch lohnen. Hier gibt es das Video: https://www.vox.de/cms/sendungen/auto-mobil/auto-mobil-videos.html

    Ich empfehle allerdings beim W124 unbedingt eine ausführliche Probefahrt. Ich bin mal einige Wochen lang einen W124 gefahren und konnte
    a) keine Sitzposition finden, in der ich den Tacho vollständig ablesen kann,
    und
    b) nicht links blinken, ohne die Hand vom Lenkrad zu nehmen.

    Beides nervt auf Dauer extrem.

    • Ach ja, der Holgi, Rantexperte beim Thema Privatnutzung-Automobil will sich einen Mercedes W124 zulegen, Nur zum Spaß
      Geile Sache dat. 😉

  10. Da das Baukindergeld vom Konzept her der Eigenheimzulage* ähnelt, werden die Banken vermutlich auch bei dem neuen Modell eine sogenannte Vorfinanzierung² anbieten. Damit ließe sich das Baukindergeld quasi in Eigenkapital umwandeln, natürlich mit Verlusten, die aber bei den derzeitigen Zinssätzen erträglich sein sollten.

    *) https://de.wikipedia.org/wiki/Eigenheimzulage
    ²) http://www.baufi100.de/seiten/eigenheimzulag.htm

  11. Bezüglich Gender Pay Gap: In einem halbsatz sagst du, Kadda, dass die Lücke, die bei Uber rauskam ja genau der bereinigten Lücke entspräche.

    Mein bisheriges Verständnis der bereinigten Lücke war, das ist das, was rauskommt, wenn man so Dinge wie Teilzeit, Berufsjahre, ungleiche Arbeitsplatzanforderungen etc rausrechnet und man im Prinzip nur noch auf die schlichte Diskriminierung qua Geschlecht schaut (aka “hast halt schlechter verhandelt als dein Kollege”).

    Holgi dröselt dann auf, was bei Uber die Gründe für die Pay Gap sind und da sind es meinem Verständnis nach genau die Sachen, die in der bereinigten Gender Pay Gap rausgerechnet werden, die diese Lücke verursachen. Eben weil die Software “diskriminierungsfrei” ist.

    Die Zahl mag dieselbe sein, aber es sind halt wieder die strukturellen Sachen, die dazu führen, dass Frauen schlechter verdienen.

    Oder habe ich ein falsches Verständnis von unbereinigter/bereinigter Gender Pay Gap?

    • Drehumdiebolzeningenieur: Schau mal meinen Kommentar weiter oben. 🙂 Das, was sich unter “schlecht verhandeln” subsummieren lässt, liegt je nach Untersuchung bei 0-2%.

      Katrin: Genau davon sprach ich weiter oben. Selbst denjenigen, die sich damit ein wenig beschäftigen (wollen), wird ein falscher Eindruck der Zahlen vermittelt, weil die Darstellung oft zu oberflächlich ausfällt.

  12. Ich kann mich immer mehr mit Spotify als Podcast-Client anfreunden.
    Synchronisation über alle Clients/Geräte.

    Dabei gehe ich keinesfalls davon aus daß ein Podcast von Spotify in irgend einer Weise finanzielle Unterstützung erhält. Wie so oft geht es nur um Reichweite.

  13. Zu Spotify:

    Ich finde gut, dass man über Spotify inzwischen einige Podcasts hören kann. Ich hätte jedoch gedacht, dass Spotify den Podcasts dafür auch (wenn auch nicht viel) etwas zahlt. Nur mit “Reichweite zu zahlen” finde ich nicht ausreichend. Es wäre interessant, ob sich durch das Angebot über Spotify die Hörerschaft tatsächlich merklich vergrößert.

  14. Liebe Katrin, lieber Holger,

    mit Interesse höre ich Eure Podcasts. Was sich mir aber intellektuell noch nicht erschlossen hat ist, warum man Geld dafür bezahlen sollte um sie zu hören?

    Wenn ich eine nachvollziehbare Erklärung erhalten würde, wäre ich bereit mir ein Abo zu genehmigen.

    Mit freundlichen Grüßen
    V. Ulva

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