Die Wochendämmerung

Mit Katrin Rönicke & Holger Klein

#128. Blockchain! Glyphosat! Fire and Fury!

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Holger behält weiterhin die Entwicklungen in Venezuela und in Tunesien im Auge und Katrin hat noch einmal tiefer gegraben, wie Glyphosat tatsächlich zu bewerten ist, denn am vergangenen Wochenende sind wieder Tausende Menschen in Berlin auf der Straße gewesen, die sagen: “Wir haben es satt” und für die Glyphosat ein wichtiger Feind ist.

Außerdem schauen wir nach Ägypten zu den Präsidentschaftswahlen und nach Syrien, wo die Türkei sich jetzt verstärkt einmischt um die Kurden einzudämmen – aber wer mischt da eigentlich sonst noch so mit?

Katrin hat diese Woche endlich ihr Exemplar von “Firy and Fury” erhalten, es befriedigt ihr “Trump Guilty Pleasure” sehr gut, aber einem gründlichen Faktencheck hält es leider nicht stand.

Links und Hintergründe

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7 Kommentare

  1. Alter Falter ist die Werbemusik nervtötend und laut 😆. Zum Glück zahl ich 😆.

  2. Eine weitere Sekundärquelle zum Thema Glyphosat:
    http://www.hr2.de/gespraech/der-tag/der-tag,id-dertag-284.html

    – Glyphosat ist recht gut verstanden.
    – Es wird seit über 20 Jahren eingesetzt.
    – Einen Patentschutz dafür gibt es nicht mehr.
    – Es (wird nach Wikipedia) von über 90 Unternehmen hergestellt.
    – Wäre es nicht eher im Interesse der “bösen” Industrie ein neues, patentiertes und damit mit höheren Gewinnmargen einhergehendes Mittel in den Markt zu bringen ?
    Ich bin mir nicht sicher, ob dies in der Summe besser wäre.

    Ganz klar ist, das der Verbraucher natürlich die Wahl hat und einfach Bioprodukte kaufen kann. Jegliche politische Verantwortung jedoch immer auf die “Macht des Marktes” zu verschieben, funktioniert jedoch leider auch nicht.

    Warum nicht ? Aus zwei Gründen:

    1. Die meisten Produkte sind nicht ausreichend transparent deklariert. Der Verbraucher weiss oft nicht was er kauft. Oder ist mit der Bewertung der Auswirkungen von Exxx überfordert. “Rauchen tötet” ist hier eine positive Ausnahme, die zeigt: Es geht, wenn man will!

    2. Die Preise sind verzerrt. Beispiel: Die Volkswirtschaftlichen Kosten, die mit der Kontaminierung von Grundwasser einhergehen, spiegeln sich in den Produkten, deren Produktion dafür ursächlich ist, nicht wieder. Anderes Beispiel: Die Leistung einer diversen Biologie, bzw. deren Zerstörung ist nicht eingepreist. Wäre das so wären Herbizide so teuer, daß sie kein Landwirt kaufen würde. [Das behaupte ich hier mal.]
    Würde man das Risiko eines Atomaren Störfall versichern müssen, würde die kWh Atomstrom 2€ kosten! [Dies stammt nicht von mir, aber an die Quelle erinnere ich mich leider nicht mehr.]

    Solange diese beiden Punkte nicht geöst sind, können wir uns auf die selbst regelenden Kräfte des Marktes nicht verlassen. Das übersehen Libertäre gerne.

    Stumpfe Subventionen sind auch keine Lösung. Sie führen dazu das unsere subenvtionierten Hühnchenreste in Afrika die lokalen Märkte zertören. Andere Regelungen führen dazu dass in Indonesien und Brasilien Regenwälder abgeholzt werden damit wir zu Erreichung unserer Klimaziele den Treibstoffen 5% Ethanol (bzw. 10% bei E10) beimischen.
    Solche starren Regeln sind daher Unfug. Wir müßen die beiden oben genannten Punkte angehen und gemeinsame (hohe) Standards bei den internationalen “Spielregeln” schaffen. Der Markt braucht klare Rahmenbedingungen zum Wohle der Menschen, nicht zum Wohle des Mammon! … das sind leider verdammt dicke Bretter!

    …. ansonsten: schöne Sendung. Weiter so!

    Der Chris

  3. Hallo,

    danke für eure differenzierten Besprechungen zu diesem Thema, die mir tatsächlich oft neue Perspektiven darauf eröffnen (auch wenn ich selbst noch zu keiner endgültigen Position zu dem Thema gekommen bin).

    Etwas seltsam fand ich aber im Gegensatz dazu die Ausfälle in Richtung der Gegner, die “Ökos, die mit dem Auto zurück zur Natur fahren wollen”. Vielleicht tickt ja gerade meine persönliche Öko-Blase anders, aber bei mir scheint es da doch eher Konsens zu sein, dass weniger Raum fürs Auto und mehr für Radwege, Öffentliche Verkehrsmittel und Fußgängerzonen verwendet werden sollte, und die verbleibenden Autos weniger Schadstoffe ausstoßen müssen. Das Bild “Mit dem SUV zum Bio-Markt fahren um Brötchen zu holen” begegnet mir fast täglich, um gegen Bio-Käuferinnen zu polemisieren – aber stimmt es auch?
    Gerade beim Feinstaub gab es ja vor einigen Jahren durchaus auch einen Aufschrei, was sich jetzt nur die letzten ein, zwei Jahre auf andere Schadstoffe verlagert hat. Die Aufregung darüber tönte mitunter ähnlich übertrieben, aber zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass “die Ökos” auf dem Auto-Auge blind seien, so wie es suggeriert wurde.
    Die Einschätzung, dass es gerade die unsichtbaren Sachen sind, die am meisten Angst verursachen, würde ich aber durchaus teilen.

    Grüße,
    Tobias

  4. Ich muss den beiden hier zustimmen. Finde euren Podcast ja eigentlich sehr hörenswert, aber bei dem Thema Glyphosat werdet ihr schon recht ausfällig und arrogant. Da würde ich mir wünschen, dass ihr ein paar Monate später euch selbst zuhört, was ihr zu diesem Thema gesagt hattet. Eure Blase ist in diesem Fall so permeabel wie ein Sarkophag. Aber wir sehen ja an Tschernobyl, dass sich das ändern kann 😉
    Ich bleibe bei der Bevorzugung von umweltfreundlichem Verhalten und lebe das meinen Kindern vor, und ich bin gegen Umweltsauereien. Nur 1. sind viele gar nicht ausreichend informiert, 2. hab ich keine Wahl, dass z.B. mein Grundwasser verseucht wird, auch wenn ich mit dem Rad zum Bioladen fahre und 3. bin ich überzeugt – und viele Leben das – dass die Alternative zu Gift nicht nur Gift ist! Da spielen die Einspieler zu eurer Glyphosat-Abhandlung die Rolle der sauren Soße obendrauf.
    Seid hier wieder offener Mensch, der Journalismus kann. Danke!

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